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Berenberg zieht sich aus dem Investment Consulting für Großanleger zurück

Berenberg gibt das Investment Consulting für Pensionskassen und Versicherer weitgehend auf. Warum die Hamburger Privatbank unter den Sonderbeauftragten der Bafin ihren Schrumpfkurs forciert und welche Einheiten weitergeführt werden.

Anja Amend

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Anja Amend

Veröffentlicht am

4.11.26

um

14:32

Uhr

Berenberg zieht sich aus dem Investment Consulting für Großanleger zurück

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Berenberg

Die Hamburger Traditionsbank Berenberg setzt den Rotstift im Geschäft mit institutionellen Kunden an. Wie das Branchenportal Finanz-Szene berichtet, zieht sich das Traditionshaus weitgehend aus dem Investment Consulting für Großanleger zurück. Betroffen von der Abwicklung sind Beratungsdienstleistungen zur Anlagestrategie sowie anspruchsvolle Mandate als Outsourced Chief Investment Officer (OCIO) für Pensionskassen und Versorgungseinrichtungen sowie Versicherungsgesellschaften. Weitergeführt wird das Beratungsgeschäft künftig nur noch im Wealth Consulting, das sich primär an wohlhabende Unternehmerfamilien, Single Family Offices und gemeinnützige Stiftungen richtet.

Abschied vom einstigen Hoffnungsfeld Institutional Clients

Der Rückzug trifft eine mittlere einstellige Zahl von Mitarbeitenden, darunter eine prominente Führungsfigur: Michael Kreibich, Head of Investment Consulting. Kreibich, der 2009 als Portfoliomanager bei Deutschlands ältester Privatbank anheuerte, baute das institutionelle Beratungsfeld seit Ende 2019 maßgeblich auf. Erst im Juni 2025 übertrug ihm das Institut die Leitung der neu geschaffenen Einheit „Institutional Clients“, in der Berenberg den Vertrieb und das Consulting für Großanleger bündelte. Die Sparte galt damals bankintern noch als strategisches Zukunfts- und Wachstumsfeld. Dass dieses Segment nun so kurz nach der Neustrukturierung wieder gekappt wird, unterstreicht die Dringlichkeit, mit der das Institut margenschwächere oder kapitalintensive Nebenaktivitäten abstößt.

Das OCIO-Modell, bei dem Vermögensverwalter die vollständige Steuerung und operative Allokation der Kapitalanlage treuhänderisch für institutionelle Kunden übernehmen, verlangt hohe personelle Ressourcen, spezialisierte Risikomanagementsysteme und bindet Managementkapazitäten. Angesichts des intensiven Gebührendrucks im Geschäft mit Versicherern und Pensionskassen fokussiert sich Berenberg nun konsequent auf jene Kundengruppen, bei denen Beratung und Vermögensverwaltung mit höheren Margen und direkter Kundenbindung für Privatbanken wirtschaftlich tragfähiger bleiben.

Tiefer Umbau unter der Regie von BaFin-Sonderbeauftragten

Der Ausstieg aus dem institutionellen Consulting reiht sich nahtlos in eine Serie einschneidender Restrukturierungsmaßnahmen ein, die die Hamburger Bank seit Ende 2025 durchläuft. Damals leitete das Haus eine umfassende Neuordnung ein, die mit dem Abbau von bis zu 70 Arbeitsplätzen einherging.

Eine dramatische Zuspitzung erfuhr die Lage im Juni 2026, als die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) einschritt und die bisherige Geschäftsleitung des Hauses absetzte. Seither leiten der langjährige frühere Spitzenmann Hans-Walter Peters und Michael Horf als behördlich bestellte Sonderbeauftragte die Geschicke der Bank.

Unter ihrer Führung vollzieht sich eine spürbare Bereinigung der Organisationsstrukturen. Bereits im August 2026 erfasste die Konsolidierungswelle das Wealth Management: Nach dem Abgang von Bereichsleiter Sven Friske schloss Berenberg unter anderem die Niederlassung in Hannover. Mit dem weitgehenden Aus für das institutionelle Consulting demonstriert die amtierende Sonderführung, dass die Rückbesinnung auf das profitable Kernklientel und die Verschlankung der Bankbilanz oberste Priorität genießen, um das Institut in ruhigere Fahrwasser zu steuern.

Einordnung: Personalabgang und neue Eigentümerstruktur

Der Rückzug aus dem institutionellen Geschäft ist nicht der erste Einschnitt seit dem Eingreifen der Aufsicht. Zuletzt verließ KI-Chef Nico Baum die Bank, und auch der frühere Hannover-Standortleiter wechselte zu Bethmann HAL. Parallel ordnete sich der Gesellschafterkreis neu: Die Hamburger Döhle Gruppe stieg im August ein, und Hans-Walter Peters stockte seinen Anteil zuletzt auf 26,41 Prozent auf. Zudem bereitet das Haus einen Wechsel der Rechtsform vor.

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