Berenberg verliert KI-Chef Nico Baum

Die Hamburger Privatbank Berenberg verliert mit Nico Baum ihren Head of AI. Der Abgang reiht sich ein in eine Welle von personellen Einschnitten nach der BaFin-Intervention im Juni.

Harry Dörsam

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Harry Dörsam

Veröffentlicht am

4.8.26

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11:10

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Berenberg verliert KI-Chef Nico Baum

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Bei Deutschlands ältester Privatbank reißt die Welle personeller Abgänge in Führungspositionen nicht ab. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet, verlässt Nico Baum, Head of AI und Head of Solutions, die Hamburger Berenberg Bank. Baum bestätigte seinen bevorstehenden Rückzug auf Anfrage. Ein Banksprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

Schlüsselfigur der digitalen Transformation geht von Bord

Nico Baum war seit Juli 2018 für das Traditionshaus tätig. In seiner Doppelfunktion zeichnete er maßgeblich für das Research und die Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz sowie für die gesamte KI-Transformation des Instituts verantwortlich.

Vor seinem Wechsel zu Berenberg hatte Baum ein Asset-Management-Fintech mit Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz und Big-Data-Analysen mitaufgebaut. Seine Karriere startete er im Investmentbanking einer anderen deutschen Großbank mit Stationen in den Finanzzentren Frankfurt, London und Hongkong.

Fortgesetzter Aderlass im Expertenteam

Der Abgang von Baum ist kein Einzelfall, sondern fügt sich in eine Reihe namhafter Kündigungen ein. Erst Ende Juni wurde bekannt, dass auch Philipp Löhrhoff dem Hamburger Institut den Rücken kehrt. Löhrhoff leitete bei Berenberg ein vierköpfiges Spezialistenteam für systematische und quantitative Anlagestrategien. Er wechselte zur Zürcher Kantonalbank, um dort den Bereich Systematic Mandate & Innovation im Asset Management zu übernehmen.

Turbulenzen nach radikalem Umbau der Bankführung

Die personellen Abgänge fallen in eine Phase tiefer organisatorischer Einschnitte. Erst im Juni 2026 hatte die Finanzaufsicht BaFin die bisherigen Geschäftsleitungsmitglieder Hendrik Riehmer, David Mortlock und Christian Kühn von ihren Ämtern enthoben. Als Grund wurden vonseiten des Hauses mögliche Verstöße gegen die Corporate Governance genannt.

Derzeit wird die Führung der Privatbank von Übergangsmanagern gesteuert. Der langjährige frühere Berenberg-Chef Hans-Walter Peters hat gemeinsam mit dem ehemaligen Degussa-Bank-Vorstand Michael Horf vorerst das Ruder übernommen, um das Institut in ruhigeres Fahrwasser zu steuern.

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