Berenberg strafft seine Konzernstruktur: Mit zwei neuen Zentralbereichen und einer verjüngten Führung will die Privatbank ab Januar 2026 das Cross-Selling zwischen den Sparten forcieren.
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Berenberg
Deutschlands älteste Privatbank verordnet sich zum Jahreswechsel eine Frischzellenkur. Das Hamburger Traditionshaus Berenberg strukturiert sein operatives Geschäft grundlegend um und setzt ab dem 1. Januar 2026 auf zwei mächtige Zentralbereiche. Das Ziel der Neuordnung an der Binnenalster ist offensichtlich: Die Silos zwischen Investmentbanking, Firmenkundengeschäft und Vermögensverwaltung sollen aufgebrochen werden, um Synergien effizienter zu heben.
Der persönlich haftende Gesellschafter Hendrik Riehmer treibt damit die Verzahnung des Geschäftsmodells voran. „Mit der künftigen Struktur [...] können wir unsere vielfältigen Services und Produkte für vermögende Privatanleger, Institutionen, Family Offices sowie die verschiedensten Arten von Unternehmen noch effizienter verzahnen“, begründet Riehmer den strategischen Schritt.
Die neue Architektur ruht künftig auf zwei gleichstarken Pfeilern, in denen jeweils rund 400 der insgesamt knapp 1.600 Mitarbeiter tätig sein werden.
Auf der einen Seite steht der bewährte Bereich „Investment Bank“, der weiterhin von Laura Janssens geführt wird. Die Managerin, die seit 2011 im Haus ist und den Londoner Standort sowie das europäische Aktiengeschäft maßgeblich geprägt hat, steht für die internationale Kapitalmarktexpertise der Bank.
Auf der anderen Seite entsteht der neue Super-Bereich „Corporate, Wealth and Asset Management“. Hier führt die Bank das Firmenkundengeschäft mit der Vermögensverwaltung zusammen. Die Leitung übernimmt Frederik Gottlob, dessen Karriereweg bei Berenberg bemerkenswert ist. Erst 2016 über ein Trainee-Programm gestartet, hat sich Gottlob über das Merchant Banking und Corporate Banking in Rekordzeit für höhere Weihen empfohlen. Beide Bereichsleiter rücken zum Jahresstart in die erweiterte Geschäftsleitung auf.
Unterhalb der neuen Führungsebene wird Sven Friske die operative Leitung des Wealth Managements übernehmen. Als erfahrener Marktmann berichtet er direkt an Gottlob und soll den Ausbau des Privatkundengeschäfts vorantreiben – ein Segment, in dem Berenberg traditionell wachsen will.
Die Neuaufstellung fordert jedoch auch einen prominenten Abgang. Klaus Naeve, bislang verantwortlich für das Wealth und Asset Management und Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung, verlässt das Haus, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Riehmer würdigte Naeves Verdienste bei der kulturellen und strukturellen Weiterentwicklung der Sparte, doch die neue Machtarchitektur setzt künftig auf eine andere Konstellation.
Mit dem Umbau reagiert Berenberg auf die veränderten Bedürfnisse komplexer Kundenvermögen: Unternehmer und Family Offices trennen heute kaum noch zwischen privatem Vermögen und Firmenbelangen – eine Realität, die die neue Struktur nun auch organigrammatisch abbildet.

BBVA und OpenAI schmieden eine historische Allianz: Die spanische Großbank integriert KI tief in ihre Prozesse und rollt ChatGPT Enterprise für alle 120.000 Mitarbeiter aus.

Paukenschlag im europäischen Fintech-Sektor: Mollie übernimmt den britischen Bankzahlungsspezialisten GoCardless. Durch den Zusammenschluss entsteht eine Plattform mit über 350.000 Kunden, die Karten- und Bankzahlungen integriert, um Abonnement-Modelle zu stärken und das internationale Wachstum von Händlern zu beschleunigen.

Ritterschlag für das Berliner Fintech: Mondu sichert sich eine Kreditfazilität von 100 Millionen Euro von J.P. Morgan Payments. Gleichzeitig tritt das Startup dem Partnernetzwerk der US-Bank bei, um seine B2B-Zahlungslösungen europaweit an deren Firmenkunden zu vertreiben.