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Berenberg streicht nach KI-Offensive 30 Stellen im Londoner Aktienresearch

Die Hamburger Privatbank Berenberg baut nach der Einführung von Googles KI-Plattform rund 30 Prozent der Stellen im Aktienresearch ab. Was der Schnitt im Kontext des Umbaus unter den BaFin-Sonderbeauftragten bedeutet.

Anja Amend

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Anja Amend

Veröffentlicht am

6.11.26

um

10:39

Uhr

Berenberg streicht nach KI-Offensive 30 Stellen im Londoner Aktienresearch

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Berenberg

Das Hamburger Traditionshaus Berenberg baut im Aktienresearch rund 30 Prozent der Stellen ab, was etwa gleichzusetzen mit 30 Stellen ist. Wie Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, liegt der Großteil der Einschnitte am Standort London, wo die Bank ihr britisches und europäisches Aktiengeschäft bündelt. Die Betroffenen sind demnach bereits informiert, eine offizielle Stellungnahme der Bank liegt bislang nicht vor. Der Abbau folgt auf die bankweite Einführung von KI-Werkzeugen und fällt in die Phase des Umbaus unter den BaFin-Sonderbeauftragten.

Londoner Research trifft der Abbau am stärksten

Laut dem Geschäftsbericht für 2025 beschäftigte Berenberg im Research insgesamt 107 Analysten, davon 93 in London. Die Kündigungen treffen vor allem Nachwuchskräfte, vereinzelt auch Führungskräfte. Um den institutionellen Kundenstamm nicht zu verunsichern, will das Haus dem Vernehmen nach die verbleibenden Ressourcen umverteilen und die Abdeckung europäischer Aktienwerte weitgehend erhalten.

Der Abbau folgt auf eine Phase personeller Wechsel an der Spitze der Investmentbank: Erst im Oktober wurde bekannt, dass Laura Janssens, bislang Leiterin der Investmentbank, das Haus verlässt. Aber das allein ist nicht die einzige Personalie des Hauses in den vergangenen Monaten.

Von Gemini Enterprise zum Stellenabbau

Bereits im Februar hatte Berenberg als eine der ersten europäischen Banken die Plattform Gemini Enterprise von Google bankweit eingeführt, unter anderem im Portfoliomanagement und im Bereich Equity Sales & Research. Einzelne Workflows ließen sich dadurch um bis zu 90 Prozent beschleunigen. Frederik Gottlob, Leiter des Zentralbereichs Corporate, Wealth & Asset Management, stellte damals klar: "Die finalen Anlageentscheidungen werden weiterhin von erfahrenen Experten getroffen." Die Partnerschaft mit Google Cloud besteht seit 2022.

Zwischenzeitlich hat auch der Verantwortliche für die KI-Transformation das Haus verlassen: KI-Chef Nico Baum geht. Möglicherweise also kein gutes Omen im Kontext der stärkeren KI-Ausrichtung des Bankhauses.

Umbau unter den BaFin-Sonderbeauftragten

Der Abbau im Research ist die jüngste Maßnahme in einer Reihe von Einschnitten. Nach der Neuordnung der Zentralbereiche im Dezember 2025 standen laut Bloomberg bis zu 70 Arbeitsplätze zur Disposition.

Im Juni 2026 setzte die BaFin die Geschäftsleitung ab und bestellte Hans-Walter Peters und Michael Horf als Sonderbeauftragte, nachdem es Hinweise auf mögliche Verstöße gegen Corporate-Governance-Regeln gegeben hatte. Seither hat sich die Bank weitgehend aus dem institutionellen Investment Consulting zurückgezogen. Im August verließ Wealth-Management-Leiter Sven Friske das Haus, der Standort Hannover wurde geschlossen.

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