Trade Republic öffnet Depot für vermögensverwaltende GmbHs und UGs

Trade Republic Private Holding gestartet. Berliner Neobank ermöglicht GmbHs und UGs mit Alleininhabern die Geldanlage mit 2,5 Prozent Zinsen.

Anja Amend

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Anja Amend

Veröffentlicht am

23.9.26

um

9:06

Uhr

Trade Republic öffnet Depot für vermögensverwaltende GmbHs und UGs

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Trade Republic

Die Berliner Vollbank und Neobroker-Plattform Trade Republic erweitert ihr Angebot und öffnet den Wertpapierhandel erstmals für Kapitalgesellschaften. Mit dem sogenannten "Private Holding Account" können Nutzer ab sofort auch das Gesellschaftsvermögen einer deutschen GmbH oder haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft (UG) anlegen. Neben dem Zugang zu Aktien, ETFs und weiteren Anlageprodukten zu den Konditionen des Privatkundenbereichs gewährt das Institut einen Zinssatz von 2,5 Prozent pro Jahr auf nicht investiertes Guthaben ohne Obergrenze.  

Einschränkung auf Ein-Personen-Gesellschaften bremst vollwertigen Firmenkundenstatus

Ein vollwertiger Einstieg in das Geschäftskunden- und Firmenkundengeschäft ist das neue Angebot technisch und aufsichtsrechtlich allerdings noch nicht: Das Angebot richtet sich ausschließlich an Bestandskunden von Trade Republic, die zugleich alleinige Eigentümer beziehungsweise Alleingesellschafter der jeweiligen GmbH oder UG sind. Mehrpersonen-Gesellschaften, Partnerschaften oder klassisch operative Betriebe mit komplexeren Gesellschafterstrukturen bleiben vorerst außen vor.  

Die Beschränkung auf Ein-Personen-Konstellationen erlaubt es dem Fintech, die strengen Know-Your-Customer-Prüfungen (KYC) und regulatorischen Vorgaben zur Feststellung der wirtschaftlich Berechtigten weitgehend automatisiert abzubilden. Die Kontoeröffnung erfolgt vollständig digital über die App oder das Web Terminal. Zwischen dem privaten Depot und dem Holding-Account können Nutzer direkt per Kontowechsel-Funktion umschalten.  

Steuervorteile im Visier der Vermögensverwaltung

Zielgruppe des neuen Produkts sind vor allem Sparer und Unternehmer mit sogenannten vermögensverwaltenden Holdings. Nach § 8b Körperschaftsteuergesetz (KStG) sind Veräußerungsgewinne aus Aktien bei Kapitalgesellschaften unter bestimmten Voraussetzungen zu 95 Prozent steuerfrei, sodass effektiv lediglich eine Besteuerung von rund 1,5 Prozent anfällt. Werden Gewinne innerhalb der Gesellschaft reinvestiert, entsteht ein signifikanter Steuerstundungseffekt für den weiteren Zinseszinseffekt und Vermögensaufbau.  

Trade-Republic-Mitgründer Christian Hecker begründet den Schritt mit bestehenden Hürden im Markt und hebt die Angleichung an den Retail-Bereich hervor:

"Milliarden liegen in deutschen Holdings und arbeiten kaum. Investieren ist für viele Gesellschaften noch immer teuer, kompliziert und mit unnötigen Hürden verbunden. Wir ändern das und machen Investieren jetzt auch für GmbHs und UGs so einfach wie für Privatkunden: ab 1 Euro, zu niedrigen Kosten und mit 2,5 Prozent auf nicht investiertes Guthaben ohne Obergrenze."

Konditionenmodell spiegelt Privatkundensparte

Die Gebührenstruktur entspricht den Konditionen des regulären Privatkunden-Depots: Sparpläne werden kostenfrei ausgeführt. Einzelne Transaktionen starten bei einer Abwicklungskostenpauschale von einem Euro zum internen Bestpreis; alternativ können Aufträge gegen zwei Euro Gebühr an über 30 Börsenplätze wie Xetra, Euronext oder Nasdaq geroutet werden. Das nicht angelegte Barvermögen wird laut Unternehmensangaben vollständig in Geldmarktfonds gehalten.  

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