Neue Kampfansage aus Spanien: Die BBVA bringt eine kostenlose Kreditkarte mit Cashback nach Deutschland und verschärft den Preiskampf im Retailbanking.

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Die spanische Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) weitet ihre Expansionsstrategie auf dem deutschen Privatkundenmarkt spürbar aus. Nach der erfolgreichen Einführung von Girokonten und Festgeldangeboten bringt die Großbank nun in Kooperation mit Mastercard eine eigene Kreditkarte auf den Markt. Mit diesem Schritt zieht das Institut das Tempo im ohnehin hart umkämpften deutschen Retailbanking noch einmal an und reagiert damit auch auf den jüngsten Markteintritt des US-Konkurrenten JPMorgan Chase. Laut Raúl Quintana del Val, Head of Payments & Daily Banking bei BBVA Digital Banks, geht das Unternehmen mit dieser Karte einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung eines vollständigen Bankangebots in Deutschland, wo das Institut vor rund einem Jahr gestartet ist.
Der deutsche Privatkundenmarkt gilt international als extrem anspruchsvoll und stark gesättigt. Neben den großen privaten Playern wie der Deutschen Bank oder der Commerzbank buhlen hunderte von regionalen Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken um die Gunst der Verbraucher. In dieses dichte Wettbewerbsumfeld stößt die BBVA nun mit einer aggressiven Konditionenpolitik vor. Die neue Kreditkarte wird für alle Neukunden in den ersten sechs Monaten generell ohne Grundgebühr angeboten und bleibt auch danach für aktive Nutzer dauerhaft kostenlos. Um zusätzliche Wechselanreize zu schaffen, spendieren die Spanier zudem ein halbes Jahr lang fünf Prozent Cashback auf Online-Käufe und Reisebuchungen bis zu einer festgelegten Höchstgrenze.
Dieser Vorstoß reiht sich ein in eine neue Welle ausländischer Großbanken, die den deutschen Markt über rein digitale Plattformen aufrollen wollen. Erst im Mai hatte JPMorgan Chase unter der Marke „Chase“ ein Tagesgeldkonto in Deutschland lanciert und dabei mit Zinssätzen gelockt, die weit über dem liegen, was die meisten etablierten deutschen Institute ihren Kunden derzeit anbieten. Für die heimische Kreditwirtschaft bedeutet der digitale Vorstoß der BBVA eine weitere Bedrohung ihrer traditionellen Ertragsströme im Zahlungsverkehr.
Der Schritt der BBVA zeigt deutlich, dass die Konsolidierung und der Margendruck im Retailbanking im Jahr 2026 ein neues Plateau erreicht haben. Durch den Verzicht auf teure Filialnetze können ausländische Digitalbanken Angriffe mit Konditionen fahren, die für klassische Filialbanken kaum profitabel darstellbar sind.
Sollte es der BBVA gelingen, über das Zusammenspiel aus kostenlosem Girokonto, attraktivem Festgeld und der neuen Cashback-Kreditkarte eine kritische Masse an aktiven Hauptbankkunden an sich zu binden, geraten deutsche Banken zunehmend in die Defensive. Der Kampf um die digitale Geldbörse der deutschen Verbraucher ist damit vollends eröffnet, und die etablierten Institute werden sich personell wie technisch strecken müssen, um der neuen Konkurrenz aus dem Ausland paroli zu bieten.

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