Mit drei Prozent Zinsen und Cashback auf das Girokonto attackiert die spanische Großbank BBVA etablierte Banken und agile Neobanken auf dem deutschen Privatkundenmarkt.

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BBVA
Die spanische Großbank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) wagt den Eintritt in den hart umkämpften deutschen Privatkundenmarkt – und das mit einem Angebot, das den etablierten Instituten kaum gefallen dürfte. Mit einem Zinssatz von satten drei Prozent auf Girokontoguthaben legt die BBVA die Messlatte hoch und provoziert die heimischen Banken regelrecht heraus.
Zum Auftakt ihrer Digitalbank wirbt die BBVA nicht nur mit attraktiven Zinsen, sondern bietet auch weitere Anreize, die den etablierten Anbietern Kopfschmerzen bereiten könnten. Neben einem gebührenfreien Girokonto winken drei Prozent Cashback auf sämtliche Einkäufe – wenn auch gedeckelt bei 250 Euro pro Monat. Zudem profitieren Kunden von einer kostenlosen Debitkarte und gebührenfreien Geldabhebungen ab 150 Euro an Geldautomaten innerhalb der EU.
Das Vorhaben begründet die BBVA selbstbewusst mit der wirtschaftlichen Stärke Deutschlands sowie der ausgeprägten digitalen Affinität der hiesigen Kunden. Bislang war das Institut hierzulande lediglich im Bereich der Unternehmens- und Investmentbank aktiv. Nun folgt der ambitionierte Schritt ins Retailgeschäft.
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Die Offensive der BBVA trifft einen der schwierigsten Märkte weltweit: Neben Großbanken wie Deutsche Bank und Commerzbank kämpfen hunderte Sparkassen und Volksbanken mit aggressiven Angeboten um jeden Kunden.
Doch auch die jüngeren, vermeintlich agileren Neobanken dürften diese Nachricht mit Sorge zur Kenntnis nehmen: Bisher haben Anbieter wie N26, Revolut und Vivid mit ihrer digitalen Nutzererfahrung und attraktiven Konditionen punkten können. Dass nun ein traditioneller Bankenriese mit ähnlichen digitalen Vorzügen und zugleich herausragenden Konditionen auftrumpft, könnte den Druck erheblich erhöhen.
Dabei ist die BBVA keineswegs allein: Auch die US-amerikanische Großbank JPMorgan Chase plant bereits länger ein digitales Angebot für deutsche Privatkunden unter der Marke „Chase“ – Starttermin bislang unklar. Der Wettbewerb auf dem deutschen Markt könnte damit in den kommenden Monaten noch weiter eskalieren.
Ob sich die großzügigen Lockangebote langfristig halten lassen, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch: Der Markt für digitales Banking in Deutschland erhält mit dem Markteintritt der BBVA eine spannungsgeladene neue Dynamik.

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