Böse Überraschung bei der Oldenburgischen Landesbank: Der Vorsteuergewinn halbiert sich im ersten Halbjahr 2026 nahezu auf 81,8 Millionen Euro. Neben der HGB-Umstellung wiegt die vervierfachte Risikovorsorge schwer.

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OLB
Die Oldenburgische Landesbank AG (OLB) sorgt mit ihren ersten Halbjahreszahlen unter dem Dach des neuen Eigentümers für eine Enttäuschung auf der Ertragsseite. Nach der im Januar 2026 vollzogenen Übernahme durch die Targo Deutschland GmbH – eine Tochtergesellschaft der französischen Genossenschaftsbank Crédit Mutuel Alliance Fédérale – meldet das Institut einen drastischen Gewinneinbruch. Der Vorsteuergewinn sackte in den ersten sechs Monaten um 48,5 Prozent auf 81,8 Millionen Euro ab (Vorjahreszeitraum: 158,8 Millionen Euro). Das Nettoergebnis nach Steuern halberte sich ebenfalls von 112,2 Millionen Euro auf 54,6 Millionen Euro.
Hauptverantwortlich für den Ergebniseinbruch ist ein massiver Anstieg der Vorsorge für Kreditausfälle. Der Risikovorsorgeaufwand stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 327 Prozent von 18,0 Millionen Euro auf 76,8 Millionen Euro. Die Bank begründet diesen Sprung mit einer schwächelnden Konjunktur und geopolitischen Spannungen, die bei einigen Kunden zu einer zugespitzten finanziellen Lage geführt hätten.
Hinter dem dramatischen Anstieg steht jedoch auch die Umstellung der Bilanzierung. Durch den Wechsel von den internationalen Standards (IFRS) auf das deutsche Handelsgesetzbuch (HGB) greift nun das strengere Vorsichtsprinzip, was zu einer konservativeren Bewertung des gesamten Kreditportfolios zwingt. Vor diesem Hintergrund sah sich das Institut veranlasst, das Wachstumstempo im Geschäft mit Firmenkunden vorsorglich zu drosseln.
Auch auf der Aufwandsseite offenbaren die Zahlen Schwachstellen. Obwohl das Zinsgeschäft dank starker Nachfrage im privaten Baufinanzierungsbereich um 9,5 Prozent auf 287,3 Millionen Euro zulegen konnte, brach der Provisionsüberschuss zeitgleich um 15,3 Prozent auf 56,4 Millionen Euro ein. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge lag mit 344,0 Millionen Euro somit nur marginal über dem Vorjahreswert von 336,3 Millionen Euro.
Auf der Kostenseite machten sich spürbare Belastungen bemerkbar. Neben Gehaltsanpassungen und Investitionen in die IT trieb vor allem ein teurer Einmaleffekt – die vorzeitige Beendigung eines Auslagerungsverhältnisses – die sonstigen Verwaltungsaufwendungen auf 87,8 Millionen Euro nach oben (Vorjahr: 74,7 Millionen Euro). Infolgedessen verschlechterte sich die Effizienz kennzeichnende Cost-Income-Ratio (CIR) deutlich von 50,7 Prozent auf 54,8 Prozent.
Einzig auf der Kapitalseite kann die OLB Fortschritte vorweisen: Durch die vollständige Einbehaltung der Vorjahresgewinne stieg die harte Kernkapitalquote (CET1) von 13,9 Prozent auf 15,2 Prozent. Zudem hob Moody’s das langfristige Emittentenrating im Zuge der Übernahme auf A3 an.
Während CEO Christophe Jéhan das Zahlenwerk offiziell als "gute Basis" für den laufenden Integrationsprozess mit der Targobank bezeichnet, macht die Halbjahresbilanz vor allem eines deutlich: Der Übergang in das französische Bankennetzwerk beginnt mit einer harten Altlastenbereinigung und wirft angesichts des vervierfachten Risikopuffers Fragen hinsichtlich der Kreditqualität im Bestand auf.

Die Baader Bank übernimmt eine Beteiligung von 9,9 Prozent am Krypto-Fintech Hyphe. Das Institut baut damit seine Infrastruktur für digitale Vermögenswerte weiter aus.