Targobank und Crédit Mutuel planen das Ende der Marke OLB

Fünf Monate nach der Übernahme planen Crédit Mutuel und Targobank die schrittweise Verschmelzung mit der OLB. Bis 2029 soll die Traditionsmarke weitgehend aus dem Privatkundengeschäft verschwinden.

Harry Dörsam

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Harry Dörsam

Veröffentlicht am

1.6.26

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10:33

Uhr

Targobank und Crédit Mutuel planen das Ende der Marke OLB

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KI-basierte Erstellung mittels GPT Image 2 | Logorechte jeweils bei OLB und Targobank

Trotz anderslautender Äußerungen in der jüngsten Vergangenheit stehen offenbar tiefgreifende Veränderungen bei der Oldenburgischen Landesbank (OLB) an. Rund 160 Jahre nach ihrer Gründung im Jahr 1869 könnte die OLB als eigenständige Marke und rechtliche Einheit aus der deutschen Bankenlandschaft verschwinden. Fünf Monate nach der Übernahme durch die Targo Deutschland GmbH und deren französische Muttergesellschaft Crédit Mutuel planen die neuen Eigentümer eine weitreichende Verschmelzung mit der Targobank, das berichtet unter anderem das Branchemagazin Finanz-Szene.

Strategische Kehrtwende bei der Markenführung

Noch vor wenigen Tagen hatte Targobank-Chefin und OLB-Aufsichtsratsvorsitzende Isabelle Chevelard in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg den Eindruck erweckt, die Marke OLB habe gute Überlebenschancen. Sie betonte dabei die Bekanntheit der Marke im Norden, wies auf die Prüfung verschiedener strategischer Optionen hin und stellte in Aussicht, an allen Aktivitäten – wie etwa der Fußballfinanzierung – festzuhalten. Auch im Geschäftsbericht vom März wurde Chevelard noch mit dem klaren Versprechen zitiert, dass die OLB die OLB bleibe.

Nach übereinstimmenden Medienberichten von „Finanz-Szene“ und der Nordwest-Zeitung (NWZ) ist hinter den Kulissen jedoch eine andere Entscheidung getroffen worden. Sprecher von OLB und Targobank bestätigten inzwischen, dass bis zum 01. Januar 2029 eine gemeinsame juristische Einheit angestrebt wird. Die Umsetzung soll über einen mehrjährigen Zeitraum erfolgen, weshalb sich für die Kundinnen und Kunden vorerst keine unmittelbaren Veränderungen ergeben sollen. Aktuell erarbeiten 35 Arbeitsgruppen in einem 180-Tage-Plan die genauen Integrationsschritte und haben dabei nach eigenen Angaben eine wichtige Etappe erreicht.

Nationale Sichtbarkeit durch einheitlichen Auftritt

Die neue Strategie zielt darauf ab, die nationale Präsenz und Größe der Bankengruppe deutlich auszubauen. Die Verantwortlichen erklärten in einem gemeinsamen Statement, dass das starke Kundenvertrauen und das historische Erbe schrittweise in eine nationale Marke überführt werden sollen.

„Uns ist bewusst, dass die Marke OLB im Nordwesten Deutschlands und darüber hinaus über Jahrzehnte ein bemerkenswertes Vermächtnis und starkes Kundenvertrauen aufgebaut hat. In Zukunft wird dieses Erbe schrittweise unter einer nationalen Marke weitergeführt und verstärkt, was mehr Sichtbarkeit und Größe ermöglicht“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme der Banken.

Ausnahmen für Firmenkunden und Private Banking

Konkret sieht der neue strategische Plan vor, dass das reguläre Privatkundengeschäft der OLB künftig komplett unter der Marke Targobank geführt wird. Von dieser umfassenden Regelung sind lediglich zwei spezialisierte Geschäftsbereiche ausgenommen. Das Corporate Banking, welches unter anderem das Firmenkundengeschäft umfasst, wird zukünftig als „OLB by Targobank“ am Markt auftreten. Für das Segment Private Banking & Wealth Management, das sich an vermögende Privatkunden richtet, wird die Traditionsmarke „Bankhaus Neelmeyer“ fortgeführt. Dieses Institut mit Stammsitz in Bremen gehört bereits seit dem Jahr 2019 zur OLB.

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