BNP Paribas Deutschland ordnet die CIB-Führung neu: Jan-Philipp Gillmann und Nico Ruse übernehmen ab Herbst 2026 als Co-CEOs das Großkundengeschäft.

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Jan-Philipp Gillmann und Nico Ruse | BNP Paribas
Die französische Großbank BNP Paribas ordnet die Führung ihres Corporate & Institutional Banking (CIB) in Deutschland grundlegend neu und setzt dabei auf eine hochkarätig besetzte Doppelspitze. Wie das Institut bekannt gab, werden Jan-Philipp Gillmann und Nico Ruse gemeinsam die Leitung des deutschen CIB-Geschäfts übernehmen. Die beiden Top-Banker treten ihre Rollen als Co-CEOs zum 01. September beziehungsweise 01. November 2026 an. Sie folgen auf Frank Vogel, der sich nach erfolgreicher Aufbauarbeit dazu entschieden hat, neue berufliche Herausforderungen außerhalb der Bankengruppe anzunehmen.
Das CIB-Geschäft gilt als die zentrale Erlössäule im integrierten Geschäftsmodell der BNP Paribas. Es bündelt die strategische Beratung, Kapitalmarkttransaktionen, Corporate-Banking-Services sowie Investment-, Absicherungs- und Custody-Dienstleistungen.
Mit der Berufung der neuen Führungsspitze holt die BNP Paribas geballte Beratungs- und Führungskompetenz von direkten Wettbewerbern an Bord.
Jan-Philipp Gillmann blickt auf eine mehr als 20-jährige internationale Laufbahn zurück. Zuletzt verantwortete er bei der Deutschen Bank als Head of Corporate Bank Germany & Europe (exkl. UK/Irland) das weltweite Geschäft mit Unternehmenskunden, dem öffentlichen Sektor und Finanzinstituten. Vor seiner Zeit bei der Deutschen Bank war er bis 2019 in verschiedenen leitenden Funktionen für die Commerzbank tätig, unter anderem als Bereichsvorstand innerhalb der dortigen CIB-Sparte sowie als CEO der Commerzbank North America in New York. Seine Karriere startete er bei der Unternehmensberatung McKinsey.
Ihm zur Seite steht Nico Ruse, der ebenfalls über zwei Jahrzehnte fundierte Expertise im Investment Banking beisteuert. Er verbrachte fast zwanzig Jahre bei der Bank of America (BofA), wo er zuletzt in der Senior Coverage für die Betreuung führender deutscher Großkonzerne verantwortlich war. Ruse begleitete in seiner Karriere zahlreiche großvolumige und marktrelevante Transaktionen in den Bereichen M&A (Fusionen und Übernahmen), Equity Capital Markets (Eigenkapitalmärkte) sowie Debt Capital Markets (Anleihemärkte) und führte über mehrere Jahre hinweg die entsprechenden Branchenteams.
Beide Manager werden mit ihrem Antritt sowohl dem Management Board Germany als auch dem German Executive Committee von BNP Paribas angehören. Zudem nehmen sie Einsitz in das europäische CIB Management Team des Konzerns, was die enge Verzahnung des deutschen Geschäfts mit der kontinentalen Plattform unterstreicht.
Mit Blick auf den Markt dürfte diese Personalentscheidung strategisch absolut sinnvoll sein. Da sich die deutsche Bankenlandschaft in einer anhaltenden Konsolidierungs- und Transformationsphase befindet, wittern ausländische Großbanken mit starker Bilanz ihre Chance.
BNP Paribas nutzt die personelle Neuaufstellung, um die eigene Marktpräsenz im deutschen Mittelstands- und Großkonzernsegment aggressiv auszuweiten. Durch die Kombination aus Gillmanns tiefem Netzwerk im klassischen deutschen Corporate Banking und Ruses M&A-Expertise aus der US-Investmentbank-Welt deckt die neue Doppelspitze exakt die Schnittstellen ab, die für die Begleitung deutscher Unternehmen bei der Internationalisierung und Dekarbonisierung entscheidend sind.
Lutz Diederichs, CEO von BNP Paribas Deutschland, betont den strategischen Anspruch hinter der Personalie:
"Mit Jan-Philipp und Nico holen wir zusätzliche internationale Banking-Expertise an Bord und stärken unser deutsches Führungsteam weiter, um die nächste Wachstumsphase voranzutreiben."
Auch Geert Lippens, Head of Corporate & Institutional Banking EMEA Countries bei BNP Paribas, stellt die Bedeutung der Region heraus und verweist auf einen ambitionierten strategischen Plan für die CIB in Deutschland. Das integrierte Modell der Gruppe, das neben dem klassischen Banking auch Asset Management, Immobilien-Dienstleistungen sowie Leasing- und Flottenmanagement umfasst, soll dabei als wesentliches Differenzierungsmerkmal im harten Wettbewerb mit den heimischen Instituten dienen.
Aus Branchensicht wird nun spannend zu beobachten sein, wie schnell die neue Doppelspitze die ehrgeizigen Wachstumsziele in zählbare Marktanteile ummünzen kann und wie die etablierten deutschen Adressen wie Deutsche Bank und Commerzbank auf diesen gezielten Abwerbeangriff im Heimatmarkt reagieren.

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