Wechsel an der Neelmeyer-Spitze: Marcel Brünnen folgt auf Dr. Marc Jochims

Führungswechsel bei der OLB-Marke Bankhaus Neelmeyer: Marcel Brünnen übernimmt zum 1. September 2026 die Leitung von Dr. Marc Jochims und soll die bundesweite Expansion vorantreiben.

Harry Dörsam

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Harry Dörsam

Veröffentlicht am

15.7.26

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13:08

Uhr

Wechsel an der Neelmeyer-Spitze: Marcel Brünnen folgt auf Dr. Marc Jochims

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Stabwechsel bei einer der traditionsreichsten Adressen im norddeutschen Private Banking. Marcel Brünnen übernimmt zum 1. September 2026 die Leitung des Bankhauses Neelmeyer, der Marke der Oldenburgischen Landesbank (OLB) für gehobenes Wealth Management. Er folgt auf Dr. Marc Jochims, der das Institut nach rund sechs Jahren an der Spitze auf eigenen Wunsch verlässt, um eine neue, herausgehobene Führungsaufgabe im deutschen Markt anzutreten.  

Rückkehrer mit integrierter Strategie-Expertise

Mit Marcel Brünnen gewinnt das Bankhaus Neelmeyer einen erfahrenen Brancheninsider, der die Strukturen des Mutterkonzerns bestens kennt. Brünnen war von Dezember 2022 bis Januar 2026 als Head of Central and Digital Sales bei der OLB tätig. Nach einem kurzen Intermezzo ab Februar 2026 bei der Targobank, wo er als Strategischer Programm Manager die Integration von Retail & Private Banking verantwortete, kehrt er nun in das OLB-Universum zurück. In seiner Zeit bei der Targobank war er bereits maßgeblich an der strategischen Weiterentwicklung der zukünftigen Ausrichtung des Bankhauses Neelmeyer beteiligt.  

Insgesamt blickt Brünnen auf eine rund 30-jährige Karriere im Finanzsektor zurück, darunter zwei Jahrzehnte in leitenden Vertriebs- und Führungspositionen im Private Banking der Deutschen Bank.  

OLB-CEO Christophe Jéhan zeigt sich überzeugt von der Personalentscheidung:

"Ich freue mich sehr, dass wir Marcel Brünnen für die Leitung des Bankhaus Neelmeyer gewinnen konnten. Er ist nicht nur seit Jahren mit den handelnden Personen eng vertraut, sondern mit seiner Dynamik, seinen innovativen Ideen und seiner breiten Expertise auch genau der Richtige für die Weiterentwicklung unserer Bank."  

Aufbruch aus der nordwestdeutschen Nische

Das Bankhaus Neelmeyer ist historisch tief im Nordwesten Deutschlands verwurzelt und betreibt derzeit Standorte in Bremen, Oldenburg, Osnabrück, Hamburg und Düsseldorf. Die Ernennung von Brünnen steht jedoch im Zeichen einer deutlichen strategischen Ambition: Die OLB plant, das renommierte Private-Banking-Label aus seiner regionalen Komfortzone herauszuführen und perspektivisch weitere Standorte im gesamten Bundesgebiet zu eröffnen, um vermögende Kunden bundesweit anzusprechen.  

Ob diese Expansion im Zuge der eigenen Konsolidierung wirklich so kommt, bleibt in Anbetracht der Übernahme durch die Crédit Mutuel abzuwarten.

Die strategische Gretchenfrage

Die geplante Bundes-Expansion birgt für Brünnen und die OLB eine erhebliche operative Hürde. Das Private Banking und Wealth Management in Deutschland ist extrem dicht besetzt – etablierte Großbanken, spezialisierte Privatbankhäuser und die starken Sparkassen- und Genossenschaftsverbünde buhlen intensiv um dieselbe vermögende Klientel. Die Marke Neelmeyer besitzt im Norden und Westen einen hervorragenden Ruf, ist im Süden oder Osten der Republik jedoch kaum ein Begriff. Ob es Brünnen gelingt, den feinen Spagat zwischen der hanseatischen Tradition eines Nischenanbieters und dem aggressiven Wachstumskurs eines bundesweiten Herausforderers erfolgreich zu meistern, wird sich an der Neukundenakquise an den noch zu gründenden Standorten messen lassen müssen.

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