Wero expandiert nach Österreich: Die Großbanken Erste Bank und Raiffeisen steigen als neue Gesellschafter bei der European Payments Initiative (EPI) ein.

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Die europäische Zahlungsinitiative European Payments Initiative (EPI) erhält namhaften Zuwachs aus der Alpenrepublik. Mit der Erste Bank Österreich und der Raiffeisen-Gruppe stoßen die beiden größten Akteure des österreichischen Bankenmarktes als neue Gesellschafter zur EPI. Ziel des Einstiegs ist es, die kontobasierte Echtzeit-Bezahllösung Wero flächendeckend im österreichischen Markt auszurollen und das pan-europäische Zahlungsnetzwerk weiter zu stärken. Der Beitritt der Raiffeisen-Gruppe erfolgt über die Raiffeisen Bank International (RBI) sowie die drei großen Raiffeisen Landesbanken in Niederösterreich-Wien, Oberösterreich und der Steiermark. Für das europäische Gemeinschaftsprojekt Wero, das eine souveräne Alternative zu den US-amerikanischen Tech- und Kreditkartenriesen etablieren will, bedeutet der Schritt einen strategischen Meilenstein. Österreich gilt mit seinen rund 9 Millionen Einwohnern und einer traditionell engen Bindung an das Girokonto als Schlüsselmarkt für die europäische Expansion.
Martina Weimert, CEO der EPI, zeigt sich erfreut über den Zuwachs:
"Wir freuen uns sehr, die Erste Bank Österreich, die Raiffeisen Bank International und die Raiffeisen Landesbanken als Gesellschafter bei EPI zu begrüßen. Ihr Engagement verstärkt die Dynamik hinter Wero zu einem Zeitpunkt, an dem sich unsere europäische Expansion weiter beschleunigt. Mit mehr als 55 Millionen Nutzern, die heute bereits bedient werden, und weiterem erwarteten Wachstum durch die laufende Expansion in Luxemburg, den Niederlanden und nun Österreich, tritt Wero in eine neue Wachstumsphase in ganz Europa ein. Die Teilnahme der Erste und Raiffeisen Bank stärkt unsere Mission, ein widerstandsfähiges und wahrhaft pan-europäisches Zahlungsnetzwerk aufzubauen."
Für die beteiligten österreichischen Institute steht neben dem reinen Produktangebot vor allem die strategische Unabhängigkeit und Innovationskraft auf europäischer Ebene im Vordergrund. Die Banken wollen nicht nur passive Nutzer des Systems sein, sondern die Ausgestaltung der digitalen Infrastruktur aktiv vorantreiben. Die Beteiligung zusammen mit der Raiffeisen Bank International unterstreiche laut RBI-Chef Johann Strobl das klare Engagement, die Zukunft des Zahlungsverkehrs in Österreich und ganz Europa aktiv zu gestalten. Kunden und Händlern innovative Alternativen wie Wero zu bieten, sei ein entscheidender Schritt zu mehr Auswahl und Effizienz in der europäischen Zahlungslandschaft.
Gerda Holzinger-Burgstaller, Vorstandsvorsitzende der Erste Bank Österreich, verweist in der Pressemitteilung auf die bewährte Strategie des Hauses, den eigenen Kunden stets sichere, bequeme Innovationen sowie eine echte Wahlfreiheit bei ihren Zahlungslösungen zu bieten. Mit der Integration von Wero setze man diese Philosophie konsequent fort, da sich das System als überzeugende und sichere Lösung erwiesen habe. Als Gesellschafter der EPI wolle die Erste Bank diese Lösung nicht nur der eigenen Klientel zur Verfügung stellen, sondern auch eine aktive Rolle bei deren künftiger Gestaltung übernehmen.
Für die europäische Kreditwirtschaft und das gesamte Digital-Banking ist dieser geschlossene Markteintritt in Österreich ein fundamentaler Erfolg auf dem Weg zu einer echten, vom US-Markt unabhängigen Paypal-Alternative. Bislang litt das ambitionierte europäische Projekt unter dem klassischen Problem kontinentaler Insellösungen: Ohne eine kritische Masse an Banken, Konsumenten und Händlern über Landesgrenzen hinweg bleibt jedes Bezahlsystem in der Nische stecken und kann den US-Giganten wie Paypal, Apple Pay oder Visa im E-Commerce nichts entgegensetzen.
Mit dem koordinierten Beitritt der dominierenden österreichischen Bankengruppen knackt Wero dieses strukturelle Dilemma. Da Erste Bank und Raiffeisen zusammen die überwiegende Mehrheit der österreichischen Bankkunden abdecken, wird das System quasi über Nacht zum nationalen Standard im Account-to-Account-Zahlungsverkehr.
Diese lückenlose Abdeckung im Kernmarkt Mitteleuropa erhöht den Druck auf den Online-Handel massiv, Wero als kostengünstige, schnelle Echtzeit-Alternative im Check-out-Prozess zu implementieren. Für Händler entfallen dadurch die teuren Abwicklungsgebühren der US-Kreditkartennetzwerke, während Verbraucher von direkten Buchungen in Echtzeit profitieren. Wenn das System diesen Schwung nutzt und die angekündigte Expansion in den Niederlanden und Luxemburg ähnlich reibungslos verläuft, hat Europa erstmals seit Jahrzehnten die reale Chance, die Vorherrschaft der amerikanischen Zahlungsanbieter nachhaltig zu brechen.

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