Deutsche Bank zieht Direktbank-Tochter im Payment-Wettbewerb durch Wero-Einführung nach

norisbank führt die europäische Bezahl-App Wero ein. Nach Deutsche Bank und Postbank baut der Konzern damit sein paneuropäisches Payment-Angebot aus.

Harry Dörsam

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Veröffentlicht am

6.8.26

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9:30

Uhr

Deutsche Bank zieht Direktbank-Tochter im Payment-Wettbewerb durch Wero-Einführung nach

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Wero

Die Direktbank-Tochter der Deutschen Bank, die norisbank, bietet ihren Kunden ab sofort die europäische Bezahl-App Wero an. Nach dem Rollout bei Deutsche Bank und Postbank schließt das Institut damit eine weitere Lücke im privaten Zahlungsverkehr des Mutterkonzerns. Neben Peer-to-Peer-Echtzeitzahlungen sind auch bereits erste Online-Commerce-Funktionen freigeschaltet.  

Der Vereinheitlichungskurs europäischer Bezahllösungen nimmt innerhalb der Deutschen Bank Gruppe weiter Fahrt auf. Mit der Anbindung der norisbank an die Payment-Infrastruktur Wero zieht die Direktbank-Tochter nun mit der Muttergesellschaft sowie der Schwestermarke Postbank gleich. Kundinnen und Kunden steht die digitale Bezahllösung der European Payments Initiative (EPI) ab sofort zur Verfügung, womit Transaktionen in Echtzeit und ohne die Eingabe von IBAN oder BIC direkt über das Girokonto abgewickelt werden.  

Die Integration gilt als weiterer Baustein der Banking-Gruppe, um sich gegen dominierende US-amerikanische Zahlungsdienstleister und Big-Techs zu positionieren. Der Bezahldienst verknüpft das Girokonto der Direktbank direkt, wodurch Gutschriften und Abbuchungen ohne vorheriges Aufladen eines Guthabens erfolgen.  

Strategischer Lückenschluss im Privatkundengeschäft

Für die norisbank bedeutet die Einführung einen logischen Schritt in der Weiterentwicklung ihres rein digitalen Geschäftsmodells.

"Mit Wero geben wir nach dem erfolgreichen Start bei Deutsche Bank und Postbank auch unseren Kundinnen und Kunden eine moderne und souveräne europäische Bezahlalternative an die Hand. Für uns als Direktbank ist es entscheidend, Banking so einfach wie möglich zu gestalten – über Ländergrenzen hinweg. Wero passt perfekt zu unserem Anspruch, schnelle und sichere Lösungen für den Alltag bereitzustellen", erklärt Maik Wennrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der norisbank GmbH.  

Aus Sicht der Führungsetage ist der Schritt nicht nur ein technisches Upgrade, sondern ein Instrument zur Kundenbindung. Neben dem Peer-to-Peer-Geldtransfer, der optisch und funktional an Messenger-Dienste angelehnt ist, greift die norisbank auch auf die bereits etablierten E-Commerce-Funktionen der EPI zurück. Das Bezahlen in teilnehmenden Online-Shops ist somit ab Start möglich. Perspektivisch soll die eigenständige Bezahl-App zudem vollständig in die reguläre Banking-App der norisbank eingebettet werden.  

EPI erweitert Reichweite auf dem Weg zum europäischen Standard

Die European Payments Initiative, hinter der 18 große europäische Banken und Zahlungsdienstleister stehen, gewinnt durch den Beitritt der norisbank-Kunden weiter an kritischer Masse. Wero war im Juli 2024 gestartet mit dem klaren Ziel, eine einheitliche, souveräne digitale Geldbörse für den europäischen Markt zu etablieren.  

"Mit der Einführung von Wero bei der norisbank wächst unser europäisches Netzwerk weiter", betont Martina Weimert, CEO der European Payments Initiative.

"Unser Ziel ist es, Menschen und Unternehmen in Europa eine einheitliche, sichere und einfach nutzbare Bezahlmethode anzubieten – unabhängig von nationalen Grenzen. Die norisbank ist ein wichtiger Teil dieser Entwicklung und bringt uns unserem Ziel eines paneuropäischen Zahlungssystems näher."  

Die Roadmap der EPI sieht für die kommenden Phasen weitere funktionale Erweiterungen vor. Dazu zählen die Verwaltung wiederkehrender Abonnements, die Payment-Abwicklung am stationären Point-of-Sale (POS) sowie Mehrwertdienste wie "Buy Now, Pay Later"-Ratenzahlungen, Händler-Treueprogramme und Funktionen für gemeinsame Ausgaben. Für die norisbank bildet die Wero-Einbindung damit das Fundament, um im digitalen Massengeschäft konkurrenzfähig zu bleiben.  

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