Nach einem Rekordergebnis im ersten Halbjahr 2026 fordert Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp Mitsprache bei der drohenden Übernahme durch die italienische Großbank Unicredit.

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Commerzbank AG
Die Commerzbank hat im zweiten Quartal 2026 einen kräftigen Gewinn-Sprung erzielt und sucht auf Basis der starken Bilanz das direkte Gespräch mit ihrer italienischen Großaktionärin Unicredit. Der Überschuss des DAX-Konzerns stieg im Zeitraum von April bis Juni auf 898 Millionen Euro und hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (462 Millionen Euro), der durch Restrukturierungskosten und den Abbau Tausender Stellen belastet war, nahezu verdoppelt. Nach dem Rekordergebnis im ersten Halbjahr sieht sich das Kreditinstitut voll auf Kurs, das Jahresziel von mindestens 3,4 Milliarden Euro Gewinn zu erreichen.
Um die eigene Aktionärsbasis bei der Stange zu halten und die Eigenständigkeit des Hauses zu untermauern, kündigte der Vorstand ein weiteres Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 1,2 Milliarden Euro an. Mit der Kombination aus steigenden Erträgen und Kapitalrückzahlungen will Vorstandschefin Bettina Orlopp den Kurswert stützen.
Dennoch hat sich das Kräfteverhältnis in den vergangenen zwei Jahren verschoben. Seit dem Einstieg im September 2024 hat sich die Unicredit schrittweise Zugriff auf knapp die Hälfte der Commerzbank-Anteile gesichert. Unicredit-Chef Andrea Orcel strebt nach jüngsten Äußerungen eine baldige operative Kontrollübernahme bei dem Frankfurter Institut an.
Bettina Orlopp stellt sich einer einfachen Machtübernahme jedoch entgegen und verweist auf rechtliche Hürden bei wesentlichen Konzernentscheidungen. Selbst wenn die Unicredit auf der nächsten Hauptversammlung über eine einfache Stimmenmehrheit verfüge, könne sie über tiefgreifende Strukturmaßnahmen nicht allein bestimmen. Orlopp sieht darin einen klaren Gestaltungsauftrag für beide Seiten, der ein gemeinsames Verständnis des künftigen Geschäftsmodells sowie den Einbezug aller Stakeholder erfordere.
Eine Schlüsselrolle fällt dabei weiterhin dem deutschen Staat zu. Der Bund hält nach dem Teilverkauf seiner Anteile im September 2024 noch immer einen Anteil von gut 12 Prozent an der Bank. Diese Beteiligung stammt aus der Rettungsaktion während der Finanzkrise 2008/2009, als der Staat die Commerzbank mit Milliardenhilfen vor dem Kollaps bewahrte. Mit dieser Sperrminorität bleibt die Bundesregierung ein entscheidender Faktor im Ringen um die Zukunft des zweitgrößten börsennotierten Geldinstituts Deutschlands.

Die Commerzbank steigert im dritten Quartal 2026 den Gewinn um gut 45 Prozent auf 859 Millionen Euro, doch die operativen Rekorde verkommen zur Verhandlungsmasse. Wie UniCredit-Chef Andrea Orcel die Übernahme vollenden könnte und warum Vorstandschefin Bettina Orlopp einlenken würde.

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