Wachstumskapital für die digitale Investment-Infrastruktur: Das Berliner Fintech Upvest sichert sich in einer neuen Finanzierungsrunde insgesamt 125 Millionen US-Dollar. Mit der Unterstützung von Schwergewichten wie Sapphire Ventures, Tencent und BlackRock forciert das Unternehmen die Modernisierung europäischer Bankensysteme und setzt verstärkt auf automatisierte Altersvorsorgelösungen sowie KI-gestützte Portfoliotechnologien.

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Upvest
Das Berliner Unternehmen Upvest hat eine umfassende Finanzierungsrunde über insgesamt 125 Millionen US-Dollar abgeschlossen und festigt damit seine Position als führender Anbieter von API-basierter Investment-Infrastruktur in Europa. Die Summe setzt sich aus einer Eigenkapitalerhöhung in Höhe von 90 Millionen US-Dollar sowie einer Kreditfazilität über 35 Millionen US-Dollar zusammen. Angeführt wird die Runde von den neuen Investoren Sapphire Ventures und Tencent, während namhafte Bestandsinvestoren wie Bessemer Venture Partners und BlackRock ihr Engagement erneut bestätigt haben.
Die frischen Mittel fließen nur zwölf Monate nach der letzten Finanzierungsrunde (Series C) in das Unternehmen ein und sollen vor allem die technische Skalierung und Marktdurchdringung in Europa und Großbritannien beschleunigen. Martin Kassing, CEO und Mitgründer von Upvest, ordnet die Bedeutung der Runde wie folgt ein:
„Banks, brokers, and wealth managers choose Upvest for the infrastructure needed to grow their investment propositions profitably and at scale for a new generation of investors. The $125m round [...] underscores our momentum to be the top choice for financial institutions launching and scaling best-in-class investment experiences at lightspeed in Europe“.
Ein zentraler Pfeiler der Wachstumsstrategie ist die Bereitstellung von Infrastruktur für komplexere, lokalisierte Rentenprodukte. Hierzu zählen insbesondere das neue deutsche Altersvorsorgedepot sowie die britischen SIPPs (Self-Invested Personal Pensions). Upvest übernimmt hierbei die regulatorische und technische Komplexität, sodass Finanzinstitute diese Produkte innerhalb weniger Monate in ihre eigenen Systeme integrieren können. Darüber hinaus investiert das Unternehmen massiv in KI-gestützte Investment-Engines, um Banken die Entwicklung hochpersonalisierter und automatisierter Beratungsdienstleistungen zu ermöglichen.
Dass Upvest mittlerweile über 100 Millionen Aufträge pro Jahr für mehr als 30 Partner – darunter Institute wie die DKB, Revolut, N26 und die Openbank von Santander – abwickelt, unterstreicht die Reife der Plattform. Andreas Weiskam, Partner bei Sapphire Ventures, sieht in dieser Zuverlässigkeit den entscheidenden Faktor für die Partnerschaft:
„Martin and the team have built a scalable, enterprise-grade platform trusted by the region's most innovative banks and fintechs — meeting the rigorous standards of the largest global financial institutions“.
Die erfolgreiche Kapitalaufnahme von Upvest ist ein deutlicher Beleg für den Trend zum Outsourcing komplexer Back-Office-Prozesse im Wertpapiergeschäft. In einem Marktumfeld, das von steigendem Kostendruck und hohen regulatorischen Anforderungen geprägt ist, entscheiden sich immer mehr etablierte Banken gegen den Eigenbetrieb monolithischer Legacy-Systeme und für modulare API-Lösungen.
Die Beteiligung von institutionellen Größen wie BlackRock signalisiert zudem, dass Upvest nicht mehr nur als Fintech-Dienstleister wahrgenommen wird, sondern als systemrelevanter Infrastrukturanbieter für die gesamte europäische Vermögensverwaltung. Durch die gezielte Adressierung des Altersvorsorgemarktes besetzt Upvest ein Segment mit langfristig stabilem Kapitalzufluss. Wenn es dem Unternehmen gelingt, die KI-Integration ebenso nahtlos umzusetzen wie die Abwicklung von Bruchteilsaktien (Fractional Shares), wird Upvest maßgeblich dazu beitragen, die Rentabilität im Privatkundengeschäft der Banken nachhaltig zu sichern.

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