Open-Finance-Studie: Banken und Versicherer im Vorteil gegen Big-Techs

Studie zu Open Finance: Banken und Versicherer haben Vertrauensvorsprung vor Big-Techs. Verbraucher fordern jedoch spürbare Vorteile für Datenfreigabe.

Anja Amend

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Anja Amend

Veröffentlicht am

12.8.26

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9:00

Uhr

Open-Finance-Studie: Banken und Versicherer im Vorteil gegen Big-Techs

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PwC

Die europäischen Pläne für Open Finance und die anstehende EU-Verordnung Financial Data Access (FiDA) stoßen in der Bevölkerung auf ein gespaltenes Echo. Wie aus einer aktuellen, europaweiten Studie der Unternehmensberatung PwC hervorgeht, kennt zwar bereits ein Drittel der Europäer das Konzept von Open Finance, doch die Mehrheit reagiert bislang noch zurückhaltend. Für die Erhebung wurden rund 7.700 Verbraucher in acht europäischen Ländern konsultiert.  

In Deutschland nimmt bereits jede dritte befragte Person das Thema Open Finance wahr. Allerdings überwiegen bei 61 Prozent der Befragten hierzulande weiterhin die Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und möglicher Risiken. Damit wird die transparente Kommunikation von Sicherheits- und Kontrollmechanismen für Finanzinstitute zum entscheidenden Erfolgsfaktor.  

Erlebbarer Mehrwert entscheidet über Datenfreigabe

Die Ergebnisse der Befragung verdeutlichen, dass Verbraucher ihre Finanzdaten nur gegen einen spürbaren Gegenwert teilen. In Deutschland steht der Wunsch nach einer Schließung der Rentenlücke an erster Stelle der Erwartungen (19 Prozent), gefolgt von günstigeren Konditionen und einem lückenlosen Finanzüberblick (jeweils 12 Prozent). Insbesondere einkommensstarke Haushalte (53 Prozent) sowie Kunden mit persönlichem Finanzberater (52 Prozent) versprechen sich optimierte Angebote durch die Datenteilung.  

"Die Bereitschaft der Verbraucher, Finanzdaten zu teilen, entsteht nicht durch Regulierung, sondern durch erlebbaren Nutzen – FiDA macht genau diesen Zusammenhang erstmals transparent und strategisch gestaltbar", erklärt Maximilian Harmsen, Embedded & Open Finance Lead bei PwC Deutschland.  

Etablierte Institute genießen Vertrauensvorsprung vor Big-Techs

Im Wettbewerb um die Kundenschnittstelle verschafft der Faktor Vertrauen den traditionellen Kreditinstituten und Versicherern eine vorteilhafte Ausgangsposition gegenüber FinTechs und US-Big-Tech-Konzernen. Derzeit nutzen 28 Prozent der Deutschen eine klassische Bankberatung, während sich weitere 44 Prozent dies künftig vorstellen können. Bei FinTechs liegt die aktuelle Nutzungsquote bei 8 Prozent (32 Prozent Potenzial), während US-Technologiekonzerne derzeit lediglich auf 6 Prozent Zuspruch kommen.  

Zudem zeigt die Erhebung eine klare Staffelung bei der Freigabebereitschaft je nach Produktkategorie. Bei Alltagsversicherungen wie Haftpflicht- (71 Prozent), Hausrat- (65 Prozent), Kfz- (64 Prozent) und Krankenversicherungen (63 Prozent) ist die Bereitschaft zur Datenpreisgabe besonders hoch. Auch bei Girokonten (59 Prozent) und Spareinlagen (57 Prozent) zeigt sich die Mehrheit offen. Bei komplexeren Anlage- und Finanzierungsprodukten wie Wertpapieren (47 Prozent), Verbraucherkrediten (42 Prozent) oder Kryptowährungen (29 Prozent) sinkt das Interesse hingegen spürbar, was die von der EU geplante stufenweise Einführungslogik von FiDA stützt.  

Junge Zielgruppen fordern digitale und KI-gestützte Prozesse

Deutlich aufgeschlossener zeigt sich die Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen: 62 Prozent der jungen Befragten begrüßen neue digitale Angebote und greifen bereits heute auf KI-basierte Finanzanalysen zurück. Dabei offenbaren sich auch im europäischen Vergleich unterschiedliche Akzeptanzmuster. Während in Märkten wie Großbritannien und Schweden vor allem die Effizienz der Prozesse im Vordergrund steht, legen Kunden in Deutschland primär Wert auf Vertrauen und persönliche Beratung.  

Aus den Studienergebnissen lassen sich sechs zentrale Handlungsfelder für den Markt ableiten, die von der zielgruppenspezifischen Ansprache über den Aufbau von Ökosystemen bis hin zur technologischen Implementierung reichen.  

"Etablierte Finanzdienstleister haben einen enormen Vertrauensvorsprung. Vertrauen ist eine echte ökonomische Währung. Jetzt kommt es darauf an, dieses Kapital in innovative, datengetriebene Angebote zu übersetzen, bevor neue Marktteilnehmer diese Lücke schließen“, bilanziert Branchenexperte Harmsen.  

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