Hannover Rück steigert Nettogewinn im H1 2026 auf 1,4 Mrd. Euro. Die Schaden-Kostenquote verbessert sich auf 83,2 %. Jahresziel von 2,7 Mrd. Euro bestätigt.

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Die Hannover Rück verzeichnet ein solides erstes Halbjahr 2026 und sieht sich trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds voll auf Kurs für ihre Jahresziele. Wie der weltweit drittgrößte Rückversicherer mitteilte, kletterte der Nettokonzerngewinn in den ersten sechs Monaten um 7,0 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,3 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis (EBIT) verzeichnete ein Plus von 9,7 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Auf dieser Basis bestätigte das Management das Ziel, für das Gesamtjahr 2026 einen Nettokonzerngewinn von mindestens 2,7 Milliarden Euro zu erzielen.
"Wir blicken auf erfolgreiche sechs Monate zurück. Unser partnerschaftlicher Ansatz und unsere schlanke Organisation bleiben zentrale Faktoren, mit denen wir in dem zunehmend anspruchsvollen Marktumfeld erfolgreich agieren. Gerade deshalb konnten wir an der Seite unserer Kunden im ersten Halbjahr weiter selektiv Marktanteile gewinnen", kommentiert Clemens Jungsthöfel, Vorstandsvorsitzender der Hannover Rück, das Ergebnis.
Im Segment Schaden-Rückversicherung sank der brutto ausgewiesene Rückversicherungsumsatz währungsbedingt um 8,0 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro; währungskursbereinigt belief sich der Rückgang auf 3,9 Prozent. Dennoch stieg das operative Ergebnis der Sparte um 17,7 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Haupttreiber war eine disziplinierte Akzeptanzpolitik in Kombination mit einer unter dem Budget liegenden Großschadenbelastung. Die Aufwendungen für Großschäden summierten sich im ersten Halbjahr auf 784,7 Millionen Euro und blieben damit deutlich unter dem angesetzten Erwartungswert von rund 1,02 Milliarden Euro.
Zu den größten Netto-Einzelschäden aus Naturkatastrophen zählten Wintersturm „Fern“ in Nordamerika (130,4 Millionen Euro), schwere Atlantikstürme auf der Iberischen Halbinsel und in Marokko (126,4 Millionen Euro) sowie das Erdbeben in Venezuela im Juni mit einer Initialreservierung von 75,0 Millionen Euro. Zudem stellte die Hannover Rück rund 200 Millionen Euro für potenzielle Auswirkungen des Irankriegs zurück und verstärkte vorsorglich die Schadenreserven. In der Konsequenz verbesserte sich die kombinierte Schaden-Kostenquote (Schaden-Kosten-Quote) drastisch von 88,4 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 83,2 Prozent und lag damit spürbar besser als die Jahreszielvorgabe von unter 87 Prozent.
In den jüngsten Vertragserneuerungen zum 1. Juni und 1. Juli 2026 setzte sich der Preisdruck allerdings fort. Während das erneuerte Volumen um 12,3 Prozent ausgebaut werden konnte, gingen die Preise inflations- und risikoadjustiert um 4,5 Prozent zurück.
Das Geschäftsfeld der Personen-Rückversicherung entwickelte sich plangemäß. Der Brutto-Rückversicherungsumsatz legte um 9,1 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro zu (währungsbereinigt +12,1 Prozent), was vor allem auf profitable Erneuerungen im US-Markt für Financial Solutions zurückzuführen ist. Das Rückversicherungs-Serviceergebnis (netto) stieg um 7,5 Prozent auf 478,0 Millionen Euro und liegt damit auf Kurs für das Jahresziel von rund 925 Millionen Euro. Das operative Ergebnis der Sparte ging hingegen währungs- und bilanzeffektbedingt um 13,1 Prozent auf 408,2 Millionen Euro zurück.
Auf der Kapitalanlagenseite profitierte der Rückversicherer von dem gestiegenen Zinsniveau im Bestand. Das Kapitalanlageergebnis kletterte auf 1,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,0 Milliarden Euro), womit die annualisierte Kapitalanlagerendite 3,7 Prozent erreichte und damit den Zielwert von 3,5 Prozent übertraf. Das verwaltete Vermögen stieg auf 69,4 Milliarden Euro.
Die Finanzlage präsentiert sich weiterhin solide: Die annualisierte Eigenkapitalrendite belief sich auf 21,5 Prozent (31. Dezember 2025: 23,0 Prozent). Der Bestand der vertraglichen Netto-Servicemarge (CSM) wuchs um 11,4 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. Die Kapitalbedeckungsquote nach Solvency II lag zum Stichtag Ende Juni bei 254 Prozent (Ende 2025: 256 Prozent) und verbleibt damit komfortabel über dem angestrebten Schwellenwert von 200 Prozent. Gemäß der Ausschüttungspolitik peilt die Hannover Rück eine Dividendenquote von rund 55 Prozent des IFRS-Nettokonzerngewinns an.

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