MiCAR-Erlaubnis der dwpbank ebnet Altbanken den Weg in den Krypto-Mainstream

Die dwpbank erhält die BaFin-Lizenz für Kryptoverwahrung nach MiCAR. Mit der neuen Infrastruktur rüsten sich insbesondere die Sparkassen für den Abwehrkampf gegen Neobroker.

Anja Amend

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Anja Amend

Veröffentlicht am

28.9.26

um

9:59

Uhr

MiCAR-Erlaubnis der dwpbank ebnet Altbanken den Weg in den Krypto-Mainstream

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Die Deutsche WertpapierService Bank AG (dwpbank) hat von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die weitreichende MiCAR-Erlaubnis für die Verwahrung und Verwaltung von Kryptowerten sowie für entsprechende Transferdienstleistungen erhalten. Damit vollzieht der zentrale Wertpapierabwickler des deutschen Bankenmarktes den entscheidenden Schritt vom reinen Ausführungsplatz zum vollumfänglichen Verwahrer über Assetklassen hinweg.

Seit Dezember 2025 können angeschlossene Institute bereits den Handel mit Krypto-Assets über die dwpbank-Infrastruktur abwickeln. Mit dem nun lizenzierten Custody-Angebot komplettiert der Dienstleister seine hauseigene Digital-Asset-Plattform "wpNex" und ermöglicht Banken und Sparkassen den gesamten Wertschöpfungsprozess aus einer Hand.

Die Orchestrierung des Krypto-Handels aus dem Hintergrund

Für die etablierten Filialbanken löst die Erweiterung der dwpbank-Lizenz ein massives operatives und regulatorisches Problem. Die Integration von Krypto-Assets scheiterte bei vielen traditionellen Häusern bislang an den enormen technischen Hürden und Risiken der sicheren Verwahrung. Die Plattform wpNex übernimmt künftig als zentraler Hub die Orchestrierung des gesamten Prozesses – vom Orderrouting über die Bestandsführung und Abwicklung bis hin zu zentralen regulatorischen Pflichten im Meldewesen.

Den Endkunden der angeschlossenen Banken wird es durch diese hochgradig automatisierten End-to-End-Prozesse ermöglicht, in digitale Vermögenswerte zu investieren und diese direkt in der vertrauten Benutzeroberfläche ihres klassischen Online-Bankings zu verwahren. Der Umweg über externe Wallets oder die Einbindung von Drittanbietern, die oft mit einem Bruch der Customer Journey einhergehen, entfällt.

Sparkassenverband forciert den Kampf gegen die Neobroker

Die strategische Brisanz dieser technologischen Aufrüstung zeigt sich insbesondere im Sparkassensektor. Gemeinsam mit angebundenen Instituten nutzt die dwpbank die neue regulatorische Freiheit derzeit konkret, um ein vollständig integriertes, verbundeigenes Kryptoangebot innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe aufzubauen.

Dieser Schritt ist für die Altbanken von existenzieller Bedeutung im anhaltenden Abwehrkampf um Kundengelder. In den vergangenen Jahren mussten die klassischen Regionalbanken nahezu tatenlos zusehen, wie agile Neobroker und Krypto-Plattformen Milliarden an Einlagen abzogen, weil der traditionelle Bankensektor dem Wunsch vor allem jüngerer Kunden nach einem unkomplizierten Zugang zum Krypto-Markt nichts entgegenzusetzen hatte. Das neue Setup soll diese Kapitalflucht stoppen. Indem die Sparkassen die bequeme Technologie der wpNex-Plattform nutzen, zielen sie darauf ab, den digitalen Komfort der Fintechs mit der gefühlten Stabilität der etablierten Finanzgruppe zu kreuzen.

MiCAR-Standards als strategischer Burggraben

Die europaweit einheitliche Regulierung durch die Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCAR) dient den etablierten Instituten dabei als willkommenes Verkaufsargument. Indem die dwpbank die strengen BaFin-Vorgaben für das Custody- und Transfergeschäft zentral abbildet, können die angeschlossenen Bankverbünde ihr Angebot mit dem Siegel maximaler regulatorischer Sicherheit im Markt positionieren.

Die dwpbank plant, ihre Lösung entlang der kommenden Marktentwicklungen kontinuierlich weiter auszubauen, um Institute aus allen drei Bankensektoren technologisch abzusichern. Ob der späte, aber nun strukturell massiv unterfütterte Markteintritt der traditionellen Häuser ausreicht, um die tief verankerte Dominanz der Neobroker im Krypto-Segment nachhaltig zu brechen, wird in den kommenden Monaten maßgeblich vom finalen Pricing und der tatsächlichen Nutzererfahrung der neuen Sparkassen-Integration abhängen.

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