N26 schafft im Geschäftsjahr 2025 erstmals den historischen Sprung in die Profitabilität

Nachhaltige Finanzwende in Berlin: Die Digitalbank N26 schließt das Geschäftsjahr 2025 erstmals mit einem echten Konzerngewinn ab und liefert starke Zahlen für 2026.

Anja Amend

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Anja Amend

Veröffentlicht am

25.6.26

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16:16

Uhr

N26 schafft im Geschäftsjahr 2025 erstmals den historischen Sprung in die Profitabilität

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N26

Die Berliner Digitalbank N26 hat einen historischen Wendepunkt in ihrer Unternehmensgeschichte erreicht. Wie das Institut heute bekannt gab, konnte für das Geschäftsjahr 2025 erstmals ein vollständig profitables Gesamtjahr ausgewiesen werden. Angetrieben von einer signifikanten operativen Hebelwirkung und einem deutlichen Ertragswachstum überschritt die Neobank die Marke von einer halben Milliarde Euro bei den Bruttoerträgen. Dieser Meilenstein unterstreicht die erfolgreiche Transformation des Instituts zu einer hochskalierbaren und führenden europäischen Digitalbank.

Der Durchbruch zur Profitabilität: Operativer Hebel zeigt Wirkung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete der N26 Konzern Bruttoerträge in Höhe von 501,6 Millionen Euro, was einer Steigerung von 13 Prozent im Vergleich zu den 445,4 Millionen Euro des Vorjahres entspricht. Besonders bemerkenswert zeigt sich die Entwicklung beim Rohertrag (Gross Profit): Dieser kletterte dank reduzierter direkter Kosten und einer verbesserten Skalierbarkeit um beachtliche 33 Prozent auf 350,5 Millionen Euro.

Unter dem Strich verbuchte das Unternehmen einen Konzernjahresüberschuss von 1,6 Millionen Euro. Angesichts des im Jahr 2024 verzeichneten Jahresfehlbetrags von 42,0 Millionen Euro bedeutet dies eine fundamentale Erwerbsverbesserung um 43,6 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Mit Blick auf den Markt dürfte eine solche Entwicklung sinnvoll sein, weil sie eindrücklich demonstriert, dass moderne digitale Banking-Plattformen nach intensiven Jahren der reinen Expansion nun die Phase der strukturellen und nachhaltigen Monetarisierung erreicht haben.

Dieser finanzielle Erfolg spiegelt das gewachsene Fundament des FinTechs wider. Mike Dargan, Chief Executive Officer von N26, ordnet den erreichten Meilenstein wie folgt ein:

„Das Überschreiten von einer halben Milliarde Euro bei den Bruttoerträgen im Jahr 2025 ist ein bedeutender Meilenstein für N26 und zeigt das wachsende Vertrauen, das uns Millionen von Europäer:innen jeden Tag entgegenbringen. Noch wichtiger ist, dass wir so den operativen Hebel unserer Plattform unter Beweis stellen. Während wir weiter skalieren, achten wir auf Effizienz, sodass sich das Ertragswachstum direkt in nachhaltiger Profitabilität widerspiegelt. Diese finanzielle Stärke gibt uns die Flexibilität, weiterhin massiv in Produktinnovationen zu investieren und unseren Kund:innen in ganz Europa noch größeren Mehrwert zu bieten.“

Ein starkes Fundament: Vertiefung der Kundenbeziehungen und Einlagenwachstum

Die tragende Säule des Ertragswachstums bildet eine zunehmend loyale und profitable Kundenbasis. Die Zahl der ertragsrelevanten Kundinnen und Kunden kletterte im Jahresvergleich um 16 Prozent auf mittlerweile 5,6 Millionen. Dies verdeutlicht, dass die strategische Ausrichtung von N26, hochwertige Kundenbeziehungen gezielt zu vertiefen und sich als primäre Hauptbank zu etablieren, nachhaltig Früchte trägt.

Hand in Hand mit dem Kundenzuwachs ging ein deutlicher Anstieg des Transaktionsvolumens einher, das um 14 Prozent auf stolze 170,7 Milliarden Euro zulegte. Zudem überschritten die Kundeneinlagen die Marke von 10,5 Milliarden Euro. Die Bank verfügte während des gesamten Jahres 2025 über eine hochliquide Vermögensbasis, was die finanzielle Stabilität sowie die solide Liquiditätsposition des Instituts im aktuellen Marktumfeld nachdrücklich untermauert.

Die Ertragssäulen im Check: Diversifikation der Erlösströme

Ein tieferer Blick in die Ertragsstruktur offenbart, dass der Erfolg auf einem ausgewogenen, diversifizierten Geschäftsmodell basiert, bei dem die wesentlichen Geschäftsbereiche balancierte Beiträge lieferten. Der Provisionsüberschuss wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 21 Prozent auf 184,2 Millionen Euro und zeichnete damit für 53 Prozent des gesamten Rohertrags verantwortlich. Als wesentliche Treiber erwiesen sich hierbei das kontinuierliche Wachstum im Abonnementgeschäft – begünstigt durch strategische Optimierungen der Premium-Mitgliedschaften – sowie ein generell höheres Kartentransaktionsvolumen.

Auf der anderen Seite legte der Zinsüberschuss, welcher sowohl die Treasury- als auch die Kreditaktivitäten umfasst, um beeindruckende 49 Prozent auf 166,3 Millionen Euro zu. Diese Sparte steuerte die verbleibenden 47 Prozent zum Rohertrag bei, was maßgeblich auf eine expandierende Einlagenbasis sowie ein gezielt erweitertes Kreditportfolio zurückzuführen ist.

Arnd Schwierholz, Chief Financial Officer von N26, hebt die strukturelle Reife dieser Entwicklung hervor:

„Unsere Ergebnisse für 2025 zeigen die Stärke und Skalierbarkeit des Geschäftsmodells von N26. Das Wachstum der Bruttoerträge, ein diszipliniertes Kostenmanagement und ein diversifiziertes Gewinnprofil haben zum ersten vollständigen profitablen Geschäftsjahr des Unternehmens sowie zum weiteren Wachstum des Rohertrags (Gross Profit) beigetragen. Unser Fokus liegt weiterhin auf nachhaltigem Wachstum, während wir gleichzeitig in Produkte, Technologie und die langfristige Resilienz unseres Unternehmens investieren.“

Fortlaufende Dynamik im Jahr 2026 und strategische Prioritäten

Dass es sich bei den Zahlen des Jahres 2025 nicht um einen temporären Sondereffekt handelt, belegen die vorläufigen Ergebnisse für das erste Quartal 2026. N26 konnte die starke Dynamik nahtlos fortsetzen und erwirtschaftete in den ersten drei Monaten des neuen Jahres bereits einen Konzernjahresüberschuss von 9,8 Millionen Euro. Dabei beliefen sich die Bruttoerträge auf 130,0 Millionen Euro, während der Rohertrag bei 92,0 Millionen Euro lag. Getragen wird dieses Quartalsergebnis von einer anhaltend starken Neukundengewinnung sowie einer intensiveren Nutzung der angebotenen Produkte und Dienstleistungen.

Für das gesamte Jahr 2026 visiert das Management eine Fortführung des profitablen Kurses unter Ausnutzung der operativen Hebelwirkung an. Neben dem Ausbau der Kundenbindung und der Erhöhung der Mehrprodukt-Nutzung stehen Investitionen in Banking-, Spar-, Investitions- und Lifestyle-Angebote im Vordergrund. Zudem soll der Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Kundenservice, bei der Personalisierung sowie in internen Prozessen gezielt forciert werden.

Aus Branchensicht wird spannend zu beobachten sein, wie sich diese forcierte KI-Integration und die parallele Stärkung der Governance-Strukturen und des Risikomanagements auf die langfristige Resilienz auswirken, da im europäischen Digital-Banking-Sektor regulatorische Konformität und technologische Effizienz zunehmend Hand in Hand gehen müssen.

Hintergrund zur Rechnungslegung: Management-Framework versus RechKredV

Für Marktbeobachter und Analysten bietet der Blick auf die regulatorischen Feinheiten der Bilanzierung wertvolle Transparenz. Die primär kommunizierten Kennzahlen basieren auf dem internen Management-Reporting-Rahmenwerk von N26, das sich an den Grundsätzen der International Financial Reporting Standards (IFRS) orientiert, um die internationale Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Dieses Framework ordnet den Provisions- und Zinsüberschuss direkt den operativen Einheiten zu, wobei der Zinsüberschuss auch Nettozuführungen zur Risikovorsorge sowie kreditbezogene Abschreibungen beinhaltet.

Als voll reguliertes Kreditinstitut bilanziert N26 für den offiziellen Konzernabschluss jedoch nach der deutschen Kreditinstituts-Rechnungslegungsverordnung (RechKredV). Aufgrund abweichender Klassifizierungen und Darstellungen von Erträgen und Aufwendungen ergeben sich hierbei formale Unterschiede.

Nach RechKredV beläuft sich der Zinsüberschuss für 2025 auf 191,3 Millionen Euro (inklusive laufender Erträge aus Wertpapieren), während der Provisionsüberschuss bei 176,9 Millionen Euro liegt. Der Bruttoumsatz nach dieser Systematik wird mit 498,1 Millionen Euro ausgewiesen. Entscheidend für die Beurteilung der Gesamtperformance bleibt jedoch, dass der letztendliche Jahresüberschuss unter beiden Berichtsrahmen mit 1,6 Millionen Euro absolut identisch ist. Die testierten Abschlüsse werden planmäßig über die relevanten offiziellen Register zugänglich gemacht.

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