KKR löst Partners Group als führenden Anbieter offener Private-Markets-Fonds in Europa ab. US-Finanzriese profitiert von Evergreen-Wachstum und Schweizer Rückgaben.

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Eigene Erstellung mittels KI-Modell Nano Banana Pro, Logorechte: Partners Group
Im europäischen Markt für alternative Anlageklassen zeichnet sich möglicherweise eine Machtverschiebung ab: Der US-amerikanische Private-Equity-Gigant KKR & Co. hat den Schweizer Vermögensverwalter Partners Group als größten Anbieter offener Private-Market-Fonds in Europa abgelöst. Das New Yorker Traditionshaus baut seine Marktposition im Wealth Management auf dem Kontinent aggressiv aus, während der langjährige Schweizer Branchenpionier parallel durch spürbare Anteilsrückgaben von Investorenseite gebremst wird.
Den Spitzenplatz bestätigte Markus Egloff, Managing Director und Leiter Global Wealth Solutions International bei KKR, unter Verweis auf aktuelle Marktdaten des Analysehauses Novantigo in Zürich:
"Wir sind kürzlich zum größten Anbieter von Evergreen-Private-Market-Fonds in Europa aufgestiegen. Zuvor war ein Schweizer Unternehmen an erster Stelle."
Genaue Volumendaten zu den verwalteten Vermögen der beiden Kontrahenten wurden zunächst nicht offengelegt.
Der Rangwechsel markiert eine Zäsur für die Branche. Sogenannte Evergreen-Fonds besitzen im Unterschied zu geschlossenen Private-Equity-Vehikeln keine feste Laufzeit von zehn oder zwölf Jahren. Stattdessen sind sie mit rollierenden Zeichnungs- und Rücknahmefenstern ausgestattet. Diese offenen Strukturen gelten im europäischen Wealth Management als primäres Vehikel für die sogenannte Demokratisierung der Privatmärkte, da sie vermögenden Privatanlegern und Family Offices den Zugang zu illiquiden Anlageklassen wie Private Equity, Private Debt und Infrastruktur ermöglichen.
Die im schweizerischen Zug ansässige Partners Group hatte das Segment der liquideren Privatmarktfonds frühzeitig erschlossen und den europäischen Markt über Jahre hinweg dominiert. Nun gerät das Schweizer Institut jedoch zunehmend in die Defensive: Verstärkte Rückforderungsanfragen von Investoren belasten das Fondsvolumen und schmälern die Dominanz des Hauses im direkten Vergleich mit den expansiven US-Wettbewerbern.
KKR nutzt diese Schwächephase scheinbar aus. Die New Yorker haben ihre Vertriebs- und Produktstrukturen in Europa in den vergangenen Jahren massiv auf das vermögende Privatkundensegment ausgerichtet. Die Verschiebung an der Marktspitze verdeutlicht, wie entschlossen die großen US-Vermögensverwalter ihre globale Skalengröße ausspielen, um etablierte europäische Traditionshäuser auch auf deren Heimatmärkten herauszufordern.
Die Wachablösung an der europäischen Spitze dürfte den Verdrängungswettbewerb in der Branche weiter anheizen. Da klassische institutionelle Adressen wie Pensionskassen und Staatsfonds ihre Quoten für alternative Investments vielerorts ausgereizt haben, betrachten globale Asset Manager den europäischen Wohlstandsmarkt als entscheidenden Wachstumstreiber.
Für Anleger und Intermediäre in Kernmärkten wie Deutschland bringt das Duell der Branchengrößen eine dynamische Weiterentwicklung mit sich: Die intensivierte Rivalität zwischen US-Häusern und europäischen Managern forciert sinkende Eintrittsbarrieren, kürzere Liquiditätszyklen und einen breiteren Zugang zu global diversifizierten Portfolios abseits der öffentlichen Börsen.

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