KfW Research senkt deutsche Wachstumsprognose für 2026 auf 0,7 Prozent

KfW Research senkt die Wachstumsprognose für das deutsche BIP 2026 auf 0,7 Prozent. Der Iran-Krieg treibt die Inflation auf 3,1 Prozent, während Rüstungsausgaben die Konjunktur vor dem Abrutschen bewahren.

Harry Dörsam

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27.5.26

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9:48

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KfW Research senkt deutsche Wachstumsprognose für 2026 auf 0,7 Prozent

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KfW

Die deutsche Wirtschaft ist mit einem Wachstum von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zwar solide in das Jahr 2026 gestartet, doch die weiteren Konjunkturaussichten trüben sich deutlich ein. Im ersten Quartal sicherte sich Deutschland damit noch den zweiten Platz der großen Euroländer hinter Spanien, das ein Plus von 0,6 Prozent verzeichnete. Aufgrund der Folgen des Krieges im Iran haben die Ökonomen der KfW ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr nun jedoch erneut leicht nach unten korrigiert. Sie erwarten für 2026 nur noch einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,7 Prozent, nachdem die Prognose im Februar noch bei 1,5 Prozent und im April bei 0,9 Prozent gelegen hatte. Auch für das kommende Jahr 2027 wurde die Erwartung auf 1,3 Prozent gesenkt, was unter den früheren Prognosen von 1,8 beziehungsweise 1,4 Prozent liegt.

Staatliche Ausgaben stützen die Konjunktur

Dass die Wachstumserwartungen für 2026 und 2027 überhaupt signifikant positiv bleiben, ist laut den Experten primär dem Fiskalstimulus der Bundesregierung zu verdanken. So verzeichnen insbesondere die Verteidigungsausgaben bereits seit Ende 2025 einen rapiden Anstieg, der über Rüstungsbestellungen bei der deutschen Industrie ankommt. Obwohl die Mittel aus dem Sondervermögen in den vergangenen Monaten etwas langsamer abflossen, geht KfW Research von einer Beschleunigung ab der zweiten Jahreshälfte aus.

Positive Wachstumsbeiträge werden für 2026 folglich in erster Linie von staatlichen Investitionen und dem Staatskonsum getragen. Diese staatlichen Impulse dürften sich indirekt auch positiv auf den privaten Konsum auswirken. Von den Unternehmens- und Wohnungsbauinvestitionen erwartet KfW Research hingegen erst im Jahr 2027 wieder positive Beiträge zum BIP.

Energiepreise heizen die Inflation an

Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW, bezeichnete den Iran-Krieg als heftigen Nackenschlag für die deutsche Wirtschaft und prognostiziert für das zweite Quartal einen leichten Rückgang des BIP. Entscheidend sei nun, dass die Straße von Hormus voraussichtlich bis etwa Ende Juni wieder geöffnet werde, was die Energiepreise langsam drücken und das Wachstum im dritten Quartal wieder in den positiven Bereich lenken könnte.

Der Kostenschock der stark gestiegenen Energiepreise wirkt sich spürbar auf die Inflation aus und dürfte zeitverzögert auch auf andere Güter wie Lebensmittel überspringen. Entsprechend hob die KfW ihre Inflationsprognose für das Jahr 2026 in Deutschland auf 3,1 Prozent und für die Eurozone auf 3,0 Prozent an. Auch im Jahr 2027 werden die Verbraucherpreise in Deutschland mit voraussichtlich 2,4 Prozent und im Euroraum mit 2,3 Prozent stärker steigen, als es sich die Europäische Zentralbank (EZB) wünscht. Als Reaktion darauf zeichnet sich eine moderate geldpolitische Straffung durch die EZB ab.

Parallel zur Entwicklung in Deutschland revidierte die KfW auch die Wachstumserwartungen für den gesamten Euroraum nach unten: Für 2026 gehen die Ökonomen nur noch von einem Wachstum von 0,6 Prozent aus, für 2027 von 1,0 Prozent.

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