KfW Research schraubt Konjunkturprognose für Deutschland nach oben

KfW Research hebt BIP-Prognose für Deutschland auf 1,1 % (2026) und 1,5 % (2027) an. KI-Boom, Rüstungsaufträge und Sondervermögen stützen die Konjunktur.

Harry Dörsam

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Harry Dörsam

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25.8.26

um

11:35

Uhr

KfW Research schraubt Konjunkturprognose für Deutschland nach oben

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Die deutsche Wirtschaft beweist trotz geopolitischer Verwerfungen mehr Widerstandskraft als von Ökonomen zuvor kalkuliert. Nach einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,4 Prozent im Auftaktquartal legte die Wirtschaftsleistung auch im zweiten Quartal 2026 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu – während KfW Research infolge der kriegerischen Konflikte im Nahen Osten ursprünglich mit einem Schrumpfen gerechnet hatte. Vor diesem Hintergrund heben die Volkswirte der staatlichen Förderbank ihre BIP-Schätzung für das Gesamtjahr 2026 deutlich um 0,4 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent an. Für 2027 prognostiziert das Institut nunmehr ein Wachstum von 1,5 Prozent (plus 0,2 Prozentpunkte).  

Zwar dämpfen akute logistische Probleme wie das Rhein-Niedrigwasser die Dynamik im laufenden dritten Quartal voraussichtlich bis zur Stagnation, für das Schlussquartal rechnen die Ökonomen jedoch wieder mit einer spürbaren Belebung.  

"Die unklare Situation in der Straße von Hormus, die Zollkonflikte mit den USA sowie das Niedrigwasser in Deutschland sind alles Faktoren, die die deutsche Wirtschaft weiterhin belasten. Wir sehen dennoch Licht“, betont Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.

"Es besteht berechtigte Hoffnung, dass die Industrieproduktion perspektivisch merklich anzieht. Das liegt nicht nur, aber auch, an den Impulsen aus dem Sondervermögen der Bundesregierung. Wir erwarten ab dem Schlussquartal dieses Jahres wieder positive, teils kräftige Wachstumsraten.“  

Auftragsboom durch Künstliche Intelligenz und Rüstung

Als tragende Säule des optimistischen Ausblicks erweisen sich die Orderbücher im Verarbeitenden Gewerbe. Die Auftragseingänge kletterten im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich um 4,5 Prozent, womit der Auftragsbestand Ende Juni 9,3 Prozent über Vorjahresniveau lag. Besonders kräftige Zuwächse verzeichneten IT- und Elektronikhersteller mit einem Plus von 21 Prozent, angetrieben durch den globalen Bedarf an KI-Infrastrukturkomponenten wie Lasern und optischen Komponenten.  

Dieser Technologiezyklus strahlt zunehmend auf den klassischen Maschinenbau aus, der im Vorjahresvergleich zehn Prozent mehr Neuaufträge verbuchte. Daneben stützt eine anhaltend hohe Nachfrage im Bereich des sonstigen Fahrzeugbaus – einschließlich militärischer Fahrzeuge – den industriellen Aufwärtstrend.  

Euroraum zieht mit – EZB-Zinshöhepunkt im September erwartet

Auch im Euroraum zeigt sich die Industrie robuster als in vergangenen Krisen: Tiefe Einbrüche der energieintensiven Branchen blieben trotz der Spannungen im Nahen Osten aus. KfW Research passt die Wachstumserwartung für die Währungsunion entsprechend um jeweils 0,2 Prozentpunkte auf 0,8 Prozent für 2026 und 1,2 Prozent für 2027 an.  

Bei der Teuerung zeichnet sich eine langsame Entspannung ab: Die Inflationsprognose für Deutschland und den Euroraum liegt für 2026 bei 2,9 Prozent (zuvor 3,1 Prozent), dürfte aber auch 2027 noch leicht über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent verharren. Geldpolitisch geht das KfW-Research-Team davon aus, dass die Notenbank nach einer finalen Zinsanpassung im September den Zinserhöhungszyklus vorerst pausieren wird.  

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