Der DSGV-Gesamtvorstand wählt Karolin Schriever einstimmig vorzeitig für eine weitere fünfjährige Amtszeit als Geschäftsführendes Vorstandsmitglied wieder.

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Der Gesamtvorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) hat ein klares Signal für personelle und strategische Kontinuität gesendet. In seiner jüngsten Sitzung wurde Karolin Schriever einstimmig und vorzeitig als Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Spitzenverbandes wiedergewählt. Schriever, die bereits seit September 2022 der Verbandsleitung angehört, wird ihre Arbeit damit für eine weitere fünfjährige Amtszeit fortsetzen. Mit diesem deutlichen Vertrauensbeweis stärkt der DSGV seine personelle Aufstellung an einer entscheidenden Schnittstelle zwischen regionaler Verankerung und europäischer Regulierungspolitik.
Mit Blick auf den Markt dürfte eine solche vorzeitige Entscheidung sinnvoll sein, weil die europäische Bankenregulierung und die anstehenden Weichenstellungen für die Finanzarchitektur eine langfristige, verlässliche Verhandlungsführung in Brüssel erfordern, die nicht durch personelle Wechsel oder strategische Brüche geschwächt werden sollte. DSGV-Präsident Ulrich Reuter würdigte die bisherige Leistung Schrievers und betonte die Bedeutung ihrer Rolle für die gesamte Sparkassen-Finanzgruppe mit klaren Worten:
"Karolin Schriever hat sich als starke Stimme der Sparkassen-Finanzgruppe auf europäischer Ebene etabliert. Ich gratuliere ihr herzlich zur Wiederwahl und freue mich auf die Fortsetzung unserer erfolgreichen Zusammenarbeit in den kommenden Jahren."
Im Vorstand des DSGV leitet Schriever das strategisch sensible Dezernat Europaangelegenheiten & Sicherungssystem, in welchem unter anderem auch die hauseigene Schlichtungsstelle des DSGV angesiedelt ist. In ihrer Funktion als Mitglied der Verbandsleitung gibt sie kontinuierlich wesentliche Impulse zur strategischen Weiterentwicklung der gesamten Sparkassen-Finanzgruppe. Zu ihren aktuellen Arbeitsschwerpunkten zählen die vielschichtigen Auswirkungen der Vertiefung der europäischen Kapitalmarktunion sowie das politisch immer relevantere Thema der Finanzbildung. Im Bereich der klassischen Bankenregulierung setzt sich Schriever insbesondere für eine spürbare Vereinfachung der bürokratischen Auflagen sowie für eine stärkere Berücksichtigung der Besonderheiten von regional fokussierten Instituten ein.
Ihren erneuten Mandatsauftrag begreift Schriever als klare Verpflichtung, die spezifischen Stärken des genossenschaftlich-kommunalen Modells auf internationaler Bühne zu vertreten:
"Die vorzeitige Wiederwahl durch den Gesamtvorstand ist ein Vertrauensbeweis und ich verstehe ihn als Auftrag. Europa gestaltet seine Finanzarchitektur neu. Der Mittelstand sucht Partner, die seine Realität wirklich kennen. Finanzbildung wird zur politischen Priorität. Genau hier liegen die Stärken der Sparkassen: Sie verbinden regionale Verankerung mit wirtschaftlicher Verantwortung und konkretem Nutzen für die Menschen und Unternehmen vor Ort. Diese Stärken gehören auf die europäische Agenda. Diese Position werden wir weiterhin einbringen – mit Überzeugung und mit Nachdruck."
Ihr fundiertes Fachwissen und das tiefgreifende Verständnis für regulatorische und bilanzielle Fragestellungen basieren auf einem klassischen, grundsoliden finanzwirtschaftlichen Werdegang. Die heute 47-jährige, verheiratete Finanzexpertin begann ihre Karriere mit einer Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Sparkasse Werl. Es folgten ein Wirtschaftsstudium sowie im Jahr 2012 die offizielle Bestellung zur Wirtschaftsprüferin. Vor ihrem Wechsel in den Vorstand des DSGV im Jahr 2022 war Schriever viele Jahre als Partnerin bei der renommierten KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft tätig und brachte von dort wertvolle Einblicke in die Prüfung und Beratung großer Finanzinstitute mit.
Aus Branchensicht wird spannend zu beobachten sein, wie es Schriever in ihrer zweiten Amtszeit gelingen wird, den berechtigten Forderungen des deutschen Regionalbankensektors nach mehr Verhältnismäßigkeit (Proportionalität) in der europäischen Gesetzgebung Gehör zu verschaffen, während Brüssel gleichzeitig die Harmonisierung der europäischen Finanzmärkte und Sicherungssysteme weiter vorantreibt.

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