grenke steigert das H1-Konzernergebnis 2026 um 24,8 % auf 32,6 Mio. Euro. Höhere Insolvenzen treiben die Schadenquote auf 2,0 %. Prognose bestätigt.

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grenke | Silas Stein
Der Small-Ticket-Leasing-Spezialist grenke blickt auf ein ertragsstarkes erstes Halbjahr 2026 zurück. Wie das MDAX-Unternehmen mitteilte, kletterte das Konzernergebnis um 24,8 Prozent auf 32,6 Millionen Euro (H1 2025: 26,2 Millionen Euro). Haupttreiber dieser Bilanzerholung war ein deutlicher Zuwachs bei den operativen Erträgen um 11,0 Prozent auf 352,6 Millionen Euro, während die Aufwendungen dank klarer Kostendisziplin nur leicht um 1,5 Prozent auf 181,9 Millionen Euro anzogen. Die Eigenkapitalrendite (RoE) verbesserte sich von 3,8 auf 4,6 Prozent.
"Unsere Erträge wachsen schneller als unsere Kosten. Das ist kein Strohfeuer, sondern das Resultat disziplinierter Arbeit und fundamentaler Verbesserungen, die zunehmend Wirkung entfalten", kommentiert Dr. Sebastian Hirsch, Vorstandsvorsitzender der grenke AG, die Zahlen.
"Das gibt uns Handlungsspielraum unter schwierigen Rahmenbedingungen: Wir können die weiterhin hohe Risikobelastung kompensieren und gleichzeitig unser Neugeschäft mit Souveränität und Augenmaß steuern."
Die ungleiche Entwicklung von Ertrag und Aufwand spiegelt sich spürbar in der operativen Effizienz wider. Die Cost-Income-Ratio (CIR) verbesserte sich im Berichtszeitraum signifikant auf 51,6 Prozent, nach 56,4 Prozent im ersten Halbjahr des Vorjahres. Das Zinsergebnis stieg im selben Zeitraum um 7,0 Prozent auf 214,9 Millionen Euro.
Auf der Risikoseite hinterlässt das verhaltene makroökonomische Umfeld jedoch deutliche Spuren. Das Ergebnis aus Schadensabwicklung und Risikovorsorge verschlechterte sich infolge hoher Insolvenzzahlen in den Kernmärkten auf -118,6 Millionen Euro (H1 2025: -94,7 Millionen Euro). Die Schadenquote bezogen auf das Vermietvolumen verharrt mit 2,0 Prozent (H1 2025: 1,7 Prozent) auf einem anhaltend erhöhten Niveau.
Das Leasingneugeschäft entwickelte sich in den ersten sechs Monaten verhalten positiv und kletterte um 1,4 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro. Wachstumsimpulse kamen vor allem aus dem Kernmarkt Deutschland (+7,8 %) sowie den Überseemärkten USA und Kanada. Rückläufig zeigte sich hingegen die Region Nord-/Osteuropa, was das Unternehmen unter anderem auf ausgelaufene eBike-Subventionen in Finnland und bewusste Steuerungseingriffe in Skandinavien zurückführt.
Der Rohertrag des Neugeschäfts (Deckungsbeitrag 2 / DB2) sank währungs- und zinsbedingt auf 260,8 Millionen Euro (H1 2025: 280,7 Millionen Euro), was zu einem Rückgang der DB2-Marge von 17,3 auf 15,9 Prozent führte. Neben dem zeitverzögerten Nachlauf bei der Anpassung der Kundenkonditionen an das gesunkene Zinsniveau schlagen hier auch die gestiegenen kalkulatorischen Ausfallannahmen durch.
Auf der Refinanzierungsseite setzte grenke ihre Strategie der internationalen Diversifizierung fort. Nach einer ersten Emission in australischen Dollar im Vorjahr begab der Konzern Ende Mai 2026 erstmals eine Anleihe in Kanadischen Dollar über 100 Millionen CAD. Die Leasingforderungen kletterten per Ende Juni auf 7,7 Milliarden Euro (31.12.2025: 7,3 Milliarden Euro), während die Eigenkapitalquote mit 15,4 Prozent stabil im Zielband verblieb.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt der Vorstand die bisherige Bandbreite für das Konzernergebnis von 74 bis 86 Millionen Euro. Beim Leasingneugeschäft rechnet das Management aufgrund der anhaltenden konjunkturellen Unsicherheiten nun allerdings damit, lediglich den unteren Bereich der avisierten Spanne von 3,4 bis 3,6 Milliarden Euro zu erreichen. Mittelfristig peilt grenke bis zum Jahr 2030 weiterhin eine Eigenkapitalrendite nach Steuern von 10 Prozent an.

Rekord-Halbjahr für MLP: Das EBIT klettert im H1 2026 auf 60,4 Millionen Euro. Treiber sind das Vermögensmanagement und Sachversicherungen.