HSBC nach Konzernumbau: Höhere Renditeziele trotz Gewinnrückgang im Jahr 2025

Trotz eines leichten Gewinnrückgangs übertrifft die britische Großbank HSBC die Markterwartungen für das Jahr 2025 deutlich. Nach einem tiefgreifenden Konzernumbau schraubt das stark in Asien verankerte Institut seine Renditeziele nach oben und peilt bis 2028 eine Eigenkapitalrendite von mindestens 17 Prozent an.

Anja Amend

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Anja Amend

Veröffentlicht am

25.2.26

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8:35

Uhr

HSBC nach Konzernumbau: Höhere Renditeziele trotz Gewinnrückgang im Jahr 2025

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HSBC

Die britische Großbank HSBC hat den Großteil ihrer tiefgreifenden Neuaufstellung abgeschlossen und blickt mit deutlich erhöhten Ambitionen in die Zukunft. Wie der stark auf den asiatischen Markt fokussierte Konzern mitteilte, soll das Institut künftig einfacher, agiler und fokussierter agieren.

Übertroffene Erwartungen trotz Milliardenbelastungen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 musste die Bank zwar einen Gewinnrückgang hinnehmen, konnte die Prognosen der Analysten aber dennoch schlagen. Der Vorsteuergewinn fiel um sieben Prozent beziehungsweise 2,4 Milliarden US-Dollar auf 29,9 Milliarden US-Dollar, womit die durchschnittlichen Erwartungen von 28,9 Milliarden US-Dollar dennoch übertroffen wurden. Parallel dazu sank der Gewinn nach Steuern um 1,9 Milliarden auf 23,1 Milliarden US-Dollar, während der Umsatz um vier Prozent auf insgesamt 68,3 Milliarden US-Dollar anstieg. Die Aktionäre profitieren zudem von einer vierten Zwischendividende von 0,45 US-Dollar, was zu einer Gesamtdividende von 0,75 US-Dollar pro Aktie für das Jahr 2025 führt.

Verantwortlich für den gedrückten Gewinn waren vor allem Sonderbelastungen in Höhe von insgesamt 4,9 Milliarden US-Dollar. Zu diesen Einmaleffekten zählten eine Abschreibung von 2,1 Milliarden US-Dollar auf die Beteiligung an der chinesischen Bank of Communications aufgrund der dortigen Immobilienkrise sowie Verluste von 1,5 Milliarden US-Dollar aus dem Verkauf des französischen Privatkundenkreditportfolios. Darüber hinaus belasteten Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar und Kosten für die organisatorische Vereinfachung in Höhe von 1,0 Milliarden US-Dollar das Ergebnis.

Neue strategische Zielmarken bis 2028

Konzernchef Georges Elhedery betonte, dass 2025 ein Jahr der „entschlossenen Maßnahmen und schnellen Umsetzung“ gewesen sei, was sich nun in deutlich ehrgeizigeren Zielvorgaben niederschlägt. Das Institut peilt für die Jahre 2026 bis 2028 eine Eigenkapitalrendite (RoTE) von 17 Prozent oder besser an, exklusive Sondereffekte.

Zuvor lag dieses Renditeziel für den Zeitraum bis 2027 lediglich im mittleren Zehner-Prozentbereich. Zudem strebt die HSBC bis 2028 ein jährliches Umsatzwachstum von bis zu fünf Prozent an. Die harte Kernkapitalquote (CET1) lag zum Jahresende stabil bei 14,9 Prozent und soll künftig mittelfristig im Zielkorridor von 14,0 bis 14,5 Prozent gemanagt werden.

Markteinwertung: Befreiungsschlag mit asiatischem Rückenwind

Die HSBC sendet mit diesem Zahlenwerk ein starkes Signal an den Markt. Dass die Bank trotz immenser Abschreibungen in China und teurer Restrukturierungskosten die Erwartungen der Analysten schlägt, beweist die fundamentale Ertragskraft des neu aufgestellten Kerngeschäfts. Besonders der mutige Schritt, das Renditeziel auf über 17 Prozent anzuheben, zeigt das enorme Selbstbewusstsein des neuen Managements. Die strategische Verschlankung und der unbedingte Fokus auf die boomenden asiatischen Märkte sowie das internationale Wealth Management scheinen sich nun auszuzahlen. Die HSBC hat teure Altlasten weitgehend aus den Büchern geräumt und kann sich nun voll auf profitables Wachstum konzentrieren.

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