Führungswechsel bei Julius Bär Deutschland: Klaus Naeve (Ex-Berenberg) übernimmt zum September 2026 den Vorstandsvorsitz. Nach einer Phase der Unruhe soll der erfahrene Wealth-Management-Experte das Wachstum in der DACH-Region forcieren.

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Berenberg
In der Branche wurde bereits seit geraumer Zeit über diesen Schritt spekuliert, nun herrscht Gewissheit: Klaus Naeve (51) wird zum 01. September 2026 neuer Vorsitzender des Vorstands der Bank Julius Bär Deutschland. Damit schließt die Bank eine Lücke, die nach dem überraschend kurzen Gastspiel von Axel Hoffmans und der anschließenden Interimsphase entstanden war. Für Julius Bär ist Naeve bereits der dritte Deutschlandchef innerhalb von weniger als zwölf Monaten – ein Umstand, der den Druck auf den Neuzugang, für Kontinuität zu sorgen, nicht mindern dürfte.
Die Historie des Deutschland-Chefpostens bei Julius Bär ist von Kontrasten geprägt. Fast 15 Jahre lang war der Name der Bank untrennbar mit Heiko Schlag verbunden, unter dessen Ägide das Institut ein beachtliches Wachstum bei Assets und Erträgen verzeichnete. Seit seinem Abschied vor rund einem Jahr suchte die Bank jedoch vergeblich nach einer dauerhaften Lösung.
Axel Hoffmans, der von der HSBC Deutschland gekommen war, verließ das Haus im Oktober 2025 bereits nach zehn Monaten aus persönlichen Gründen. Seither führte Sven Nykamp, ein langjähriger Kenner der norddeutschen Niederlassungen, die Geschäfte übergangsweise. Nykamp wird den Vorstand Ende August plangemäß verlassen, bleibt der Bank jedoch in der Kundenberatung erhalten. Roman Graf, Aufsichtsratsvorsitzender der Bank Julius Bär Deutschland, würdigte den scheidenden Interimschef: „Wir danken Sven Nykamp sehr herzlich für seinen wertvollen und verlässlichen Einsatz während der letzten 15 Jahre in leitender Funktion und zuletzt als Vorstand."
Mit Klaus Naeve gewinnt Julius Bär eine Führungspersönlichkeit, die das deutsche Wealth Management der letzten zwei Jahrzehnte aktiv mitgestaltet hat. Naeve war 18 Jahre lang für das Hamburger Bankhaus Berenberg tätig und stieg dort bis in die erweiterte Geschäftsleitung auf. Sein unerwartetes Ausscheiden im Dezember 2025 erfolgte im Zuge einer weitreichenden Strukturreform bei Berenberg, bei der die Bereiche Corporate, Wealth und Asset Management unter neuer Führung verschmolzen wurden.
Bei Julius Bär soll Naeve nun seine tiefgreifende Marktkenntnis nutzen, um das Leistungsversprechen der Bank zu schärfen. Thomas Frauenlob, Co-Head Western Markets & Switzerland bei Julius Bär, skizzierte das Erwartungsprofil deutlich: „Mit Klaus Naeve gewinnen wir eine Persönlichkeit mit klarer Kundenorientierung, tiefgreifender Marktkenntnis und starker Führungskompetenz. Ich bin überzeugt, dass er uns bei der Umsetzung unserer ambitionierten Wachstumsstrategie unterstützen und das Leistungsversprechen von Julius Bär für unsere anspruchsvolle Kundschaft weiter schärfen wird."
Die restliche Vorstandsstruktur mit Thomas Falk (CFO/CRO) und Markus Mrasek (COO) bleibt stabil, was Naeve den Rücken für die Marktbearbeitung freihält. Mit insgesamt zehn Standorten – von Hamburg bis Stuttgart – verfügt die 100-prozentige Tochter der Zürcher Gruppe über eine der dichtesten Präsenzen ausländischer Privatbanken in Deutschland.
Die Personalie birgt zudem eine pikante Note im Wettbewerb der Privatbanken: Während Julius Bär im Jahr 2025 den Frankfurter Niederlassungsleiter Sven Friske an Berenberg verlor, holt sich das Haus mit Naeve nun gewissermaßen einen „Gegenwert“ aus Hamburg zurück. Für die anspruchsvolle Klientel im deutschen Wealth Management ist dies ein klares Signal: Julius Bär will den Standort Deutschland nicht nur halten, sondern unter neuer, erfahrener Führung wieder in die Offensive gehen.

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