UniCredit streicht Aktienrückkäufe zugunsten der Commerzbank-Übernahme. Mit 49,5 Prozent der Anteile plant Mailand bereits die Machtübernahme ab Ende 2026.

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Unicredit
Bei der italienischen Großbank UniCredit stehen die Zeichen endgültig auf Machtübernahme. Im Rahmen der jüngsten Quartalszahlen hat das Mailänder Institut unmissverständlich klargestellt, dass die Beteiligung an der Commerzbank keine bloße Finanzinvestition mehr ist, sondern in eine strategische Übernahme mündet. Um das nötige Kapital für den Einstieg freizumachen, verzichtet UniCredit sogar auf den ursprünglich geplanten eigenen Aktienrückkauf. Die Begründung der Italiener fällt pragmatisch aus: Das Engagement in Frankfurt sei schlicht profitabler. Parallel dazu hob das Institut seine eigenen Gewinnziele an.
Mailand rechnet vor, dass sich der strategische Zugriff auf das deutsche Traditionshaus finanziell massiv auszahlen wird. Nach dem Abschluss des öffentlichen Übernahmeangebots Anfang Juli beziffert UniCredit den eigenen Aktienanteil an der Commerzbank nun auf 49,5 Prozent. Die Führung der Bank geht davon aus, Kapital zu einer Rendite auf das zugewiesene Kapital von 15 Prozent einzusetzen.
Diese Neuausrichtung schlägt sich direkt in den strategischen Zielsetzungen nieder: "Die Commerzbank entwickelt sich von einer attraktiven Finanzbeteiligung zu einer strategischen Transaktion mit erheblicher industrieller Wertschöpfung."
Für UniCredit soll der Schritt die eigene Wachstumskurve, die Ausschüttungen an die Aktionäre sowie die Kennzahlen je Aktie weiter nach oben schrauben. Konkret erwartet das Management für den Zeitraum von 2026 bis 2028 ein zweistelliges Wachstum des Nettoergebnisses. Dies soll zusätzlich zum ohnehin schon zweistelligen Plus beim Gewinn je Aktie und bei der Dividende wirken.
Obwohl aus der Präsentation nicht hervorgeht, ob UniCredit den aktuellen Anteil von 49,5 Prozent noch weiter aufstocken will, ist das für die echten Machtverhältnisse nebensächlich. Unter Fachleuten gilt der Erfolg der Übernahme mit diesem Paket bereits als unausweichlich, da knapp die Hälfte aller Stimmrechte in der Praxis für die de-facto-Kontrolle auf einer Hauptversammlung ausreicht.
Der Zeitplan der Italiener steht bereits. UniCredit geht davon aus, die nötigen behördlichen Genehmigungen womöglich schon im vierten Quartal dieses Jahres zu erhalten. In den Präsentationsunterlagen spricht das Institut nun erstmals ganz offiziell davon, die Kontrolle zu übernehmen und falls nötig eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen.
Besonders brisant ist die Art und Weise, wie Mailand die künftige Zusammenarbeit organisiert. UniCredit formulierte sehr präzise, mit welchen Gesprächspartnern ein "konstruktiver Dialog" angestrebt wird. Auf dieser Liste finden sich die deutsche Bundesregierung, die Arbeitnehmervertreter, die Verantwortlichen der polnischen Commerzbank-Tochter mBank sowie weitere Stakeholder.
Wer auf dieser Aufzählung jedoch demonstrativ fehlt, ist der Vorstand der Commerzbank selbst. Indem die Italiener das Frankfurter Management schlicht übergehen und direkt das Gespräch mit der Politik und den Belegschaftsvertretern suchen, degradieren sie die Führungsriege der Commerzbank zu Statisten. Diese kalkulierte Eiskälte macht deutlich, dass Mailand nicht mehr verhandeln, sondern die neuen Machtverhältnisse zügig durchsetzen will.

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