Aareal Bank prüft Milliardenübernahme der Hamburg Commercial Bank (HCOB)

Aareal Bank prüft Übernahme der Hamburg Commercial Bank (HCOB). Private-Equity-Eigentümer Advent und Centerbridge erwägen Dual-Track-Verfahren für 2027.

Anja Amend

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Anja Amend

Veröffentlicht am

12.9.26

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9:00

Uhr

Aareal Bank prüft Milliardenübernahme der Hamburg Commercial Bank (HCOB)

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Aareal Bank

Im deutschen Bankensektor bahnt sich eine milliardenschwere Großübernahme an: Die Wiesbadener Aareal Bank führt Insidern zufolge Sondierungsgespräche über einen Kauf des Konkurrenten Hamburg Commercial Bank (HCOB), darüber berichtete Bloomberg zuerst. Die Eigentümer der HCOB, angeführt von Finanzinvestor Cerberus Capital Management, bereiten mit externen Beratern einen Ausstieg vor, während zwischen den Managementteams beider Institute bereits direkte Verhandlungen laufen. Eine Einigung könnte dem Vernehmen nach noch im laufenden Jahr erzielt werden, wenngleich ein erfolgreicher Abschluss keineswegs als gesichert gilt.

Eigentümer treiben Konsolidierung und Dual-Track-Verfahren voran

Rückenwind erhält das Vorhaben von den Private-Equity-Häusern Advent International und Centerbridge Partners, die die Aareal Bank im Jahr 2023 nach langwierigem Ringen vollständig übernommen hatten. Die beiden Finanzinvestoren unterstützen die Akquisitionspläne dem Vernehmen nach aktiv.

Parallel dazu bereiten Advent und Centerbridge strategische Optionen für ihre eigene Beteiligung an der Aareal Bank vor: Diskutiert wird ein sogenanntes Dual-Track-Verfahren, das bereits im kommenden Jahr anlaufen könnte. Ein solcher Prozess würde zweigleisig entweder in einem Weiterverkauf oder in einer Rückkehr des Wiesbadener Instituts an die Börse münden. Ein Zusammenschluss mit der HCOB könnte vor diesem Hintergrund dazu dienen, die Marktposition und Skalengröße für einen künftigen Exit signifikant zu stärken. Die beteiligten Banken sowie die Private-Equity-Investoren lehnten offizielle Stellungnahmen zu den Marktinformationen ab.

Bewertung und divergierende Ertragsdynamik

Als wesentliche Hürde gilt die Preisfindung: Die HCOB-Eigner streben Berichten zufolge eine Bewertung an, die über dem materiellen Eigenkapital des Instituts von zuletzt 3,3 Milliarden Euro liegt. Die frühere HSH Nordbank, die 2018 privatisiert und tiefgreifend saniert wurde, agiert heute mit geschärftem Fokus auf Immobilien- und Projektfinanzierungen.

Die jüngste Geschäftsentwicklung beider Institute zeigt ein gegensätzliches Bild: Während der Nettogewinn der Aareal Bank im ersten Halbjahr um fünf Prozent auf 126 Millionen Euro nachgab, konnte die HCOB ihren Halbjahresüberschuss um mehr als ein Fünftel auf 168 Millionen Euro steigern. Sollte die Transaktion gelingen, würde ein dominanter deutscher Immobilien- und Spezialfinanzierer entstehen, der neben dem klassischen Kreditgeschäft auch über ein starkes Segment für IT- und Softwarelösungen in der Wohnungswirtschaft verfügt.

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