Überraschender Rekordgewinn bei der Deutschen Bank: Dank eines Booms im Investmentbanking steigt der Vorsteuergewinn im zweiten Quartal 2026 auf 2,68 Milliarden Euro.

Bildnachweis:
Tembela Bohle | Pexels Nr. 1102845
Die Deutsche Bank setzt ihren Erholungskurs mit beeindruckendem Tempo fort und meldet für das zweite Quartal 2026 ein Ergebnis auf historischem Rekordniveau. Wie der DAX-Konzern mitteilte, kletterte das Vorsteuerergebnis auf 2,68 Milliarden Euro und verfehlte den Allzeithöchststand aus dem Vorkrisenjahr 2007 nur denkbar knapp. Unter dem Strich verblieb ein Nettogewinn von 1,64 Milliarden Euro – ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bestärkt durch die hervorragenden Zahlen kündigte das Geldhaus für das zweite Halbjahr einen weiteren Aktienrückkauf im Volumen von 500 Millionen Euro an.
Auf Halbjahressicht untermauern die Kennzahlen die operative Dynamik des Hauses. In den ersten sechs Monaten summiert sich der Nachsteuergewinn auf den Rekordwert von 4,1 Milliarden Euro (plus neun Prozent), während das Ergebnis vor Steuern im selben Zeitraum ebenfalls um neun Prozent auf 5,7 Milliarden Euro zulegte. Die Konzernerträge steigerten sich im zweiten Quartal um neun Prozent auf 8,5 Milliarden Euro, was die Gesamteinnahmen des ersten Halbjahres auf 17,2 Milliarden Euro hievte. Damit sieht sich der Vorstand voll auf Kurs, das angestrebte Jahressoll von rund 33 Milliarden Euro zu erreichen.
Das verwaltete Vermögen über alle Konzernsparten hinweg übersprang im abgelaufenen Jahresviertel die Marke von 1,9 Billionen Euro, gestützt von Nettomittelzuflüssen in Höhe von 34 Milliarden Euro in der Privatkundenbank und der Vermögensverwaltung. Das verwässerte Ergebnis je Aktie kletterte im zweiten Quartal um 19 Prozent auf 0,57 Euro.
Der zentrale Hebel für den Ergebnissprung war erneut die Investmentbank, deren Profitabilität spürbar anzog. Das Handelsgeschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen (FIC) verzeichnete mit Erträgen von 2,6 Milliarden Euro (plus 16 Prozent) das beste zweite Quartal seiner Geschichte.
Parallel dazu legte das Segment Investmentbanking & Kapitalmärkte (IBCM) um 36 Prozent auf 559 Millionen Euro zu, wozu ein belebtes Geschäft bei Aktienemissionen und in der M&A-Beratung beitrug. In der Region EMEA baute die Sparte ihren Marktanteil auf 4,1 Prozent aus. Die Nachsteuerrendite auf das materielle Eigenkapital (RoTE) der Investmentbank stieg auf 13,4 Prozent, bei einer hocheffizienten Aufwand-Ertrag-Relation von 53 Prozent.
Abseits des Kapitalmarktgeschäfts präsentierte sich die Aufstellung der Bank breit abgestützt. Die Unternehmensbank erwirtschaftete bei einer Rendite von 16,4 Prozent Ertragszuwächse im Kredit- und Einlagengeschäft: Das Kreditvolumen stieg im Jahresvergleich um sieben Prozent, während die Einlagen vor allem durch das Cash Management um 26 Milliarden Euro zulegten.
In der Privatkundenbank stieg das Kundenvermögen um 25 Milliarden Euro auf 846 Milliarden Euro, womit die Sparte zügig auf das für 2028 formulierte Ziel von einer Billion Euro zusteuert. Im Bereich Wealth Management kletterten die Erträge um elf Prozent. Zudem schloss die Privatkundenbank die für 2026 vorgesehenen Filialschließungen im Filialnetz planmäßig ab. Die Vermögensverwaltung der Tochtergesellschaft DWS steuerte im Quartal Rekord-Nettomittelzuflüsse von 25 Milliarden Euro bei.
Um das Ertragswachstum profitabel abzusichern, setzt das Management auf ein skalierbares Betriebsmodell. Im zweiten Quartal sanken die Risikovorsorgen im Kreditgeschäft um elf Prozent gegenüber dem Vorquartal auf 460 Millionen Euro. Die Aufwand-Ertrag-Relation des Gesamtkonzerns verbesserte sich auf 63,0 Prozent. Ein wesentlicher Teil der operativen Effizienzgewinne von 200 Millionen Euro im Quartal ging auf gezielte Personalmaßnahmen sowie die Optimierung der IT-Infrastruktur zurück.
Vorstandsvorsitzender Christian Sewing unterstreicht die Neuausrichtung und die strategische Perspektive der Bank:
"Unsere Rekordergebnisse im zweiten Quartal wurden von einer starken Wachstumsdynamik und konsequenter Kostendisziplin getragen. Wir haben unsere Globale Hausbank weiter ausgebaut, das Geschäftsvolumen gesteigert und durch operative Effizienzgewinne zusätzliche wertschaffende Investitionen finanziert. Darüber hinaus eröffnet uns der schnelle Fortschritt im Bereich Künstliche Intelligenz neue Möglichkeiten, Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen und zusätzliche Einsparungen zu erzielen. Gleichzeitig zeichnen sich in unserem politischen und regulatorischen Umfeld zunehmend positive Trends ab. Zusammen mit unseren bisherigen Rekordergebnissen in diesem Jahr stärken diese Entwicklungen unsere Zuversicht, dass wir unsere Ziele für 2028 übertreffen können."
Mit einer harten Kernkapitalquote (CET1) von 13,9 Prozent bewegt sich das Institut am oberen Ende des Zielkorridors von 13,5 bis 14,0 Prozent. Diese Kapitalbasis erlaubt es der Bank, nach dem vor dem Abschluss stehenden Rückkaufprogramm über eine Milliarde Euro ein weiteres Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 500 Millionen Euro für das zweite Halbjahr anzukündigen. Das Programm wird vollständig aus den Nachsteuergewinnen des Jahres 2026 finanziert und steht im Einklang mit der angestrebten Gesamtausschüttungsquote von 60 Prozent.
Auch bei der nachhaltigen Transformation meldet der Konzern Fortschritte: Im zweiten Quartal wurden 31 Milliarden Euro an ESG-Finanzierungen und -Anlagen begleitet, womit das kumulierte Gesamtvolumen seit 2020 auf 523 Milliarden Euro kletterte.
Die operative Bilanz des ersten Halbjahres verdeutlicht, dass die Transformation der Deutschen Bank zur profitablen Großbank nachhaltig Früchte trägt. Mit gestärkten Ertragsquellen in allen vier Kernsparten, einer funktionierenden Kostendisziplin und einer komfortablen Kapitalbasis verfügt das Institut über das nötige Fundament, um die angestrebten Renditen für die Aktionäre einzulösen und die Marktposition im europäischen Bankensektor weiter auszubauen.

Der Zahlungsdienstleister Visa streicht rund 2.600 Stellen. Trotz starker Quartalszahlen setzt CEO Ryan McInerney auf KI-Effizienz und richtet den Konzern neu aus.

Die DWS erzielt im zweiten Quartal 2026 mit 1,19 Billionen Euro verwaltetem Vermögen einen historischen Rekord. Starke ETF-Zuflüsse kompensieren den vierteljährlichen Gewinnrückgang.