Revolut knackt die regulatorische Festung und erhält die vollständige Banklizenz im Vereinigten Königreich, womit die bisherigen Fesseln der Mobilisierungsphase endgültig fallen.

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Revolut
Der britische Finanz-Riese Revolut hat die letzte entscheidende Hürde auf seinem Weg zum globalen Banken-Olymp genommen und die vollständige Banklizenz in seinem Heimatmarkt erhalten. Damit endet eine jahrelange regulatorische Hängepartie, in der das Unternehmen zwar eine Lizenz besaß, jedoch unter den strengen Beschränkungen der sogenannten Mobilisierungsphase operieren musste.
Die Aufsichtsbehörde PRA hat diese Einschränkungen nun offiziell aufgehoben, was der Neobank den Weg ebnet, ihren Millionen Kunden das gesamte Spektrum moderner Finanzdienstleistungen anzubieten. CEO und Mitgründer Nik Storonsky betonte die fundamentale Bedeutung dieses Schrittes für das Fintech und erklärte, dass das Vereinigte Königreich als Heimatmarkt von zentraler Bedeutung für das weitere Wachstum sei und man sich freue, den Millionen von Kunden nun die volle Bandbreite an Bankdienstleistungen zur Verfügung zu stellen.
Mit 13 Millionen registrierten Kunden allein im Vereinigten Königreich verfügt Revolut über eine gewaltige Basis, die nun schrittweise auf vollwertige Girokonten migriert wird. Während für Bestandskunden zunächst keine sofortigen Änderungen spüren, wird die Einführung der neuen Kontomodelle für Neukunden bereits in den kommenden Tagen für eine kleine Testgruppe beginnen und über die nächsten Wochen sukzessive ausgeweitet. Ein entscheidender Pluspunkt für das Vertrauen der Anleger ist der verbesserte Einlagenschutz, da Guthaben nun über das britische Einlagensicherungssystem (FSCS) bis zu einem Betrag von 120.000 britischen Pfund abgesichert sind. Revolut lässt dabei keine Zweifel an seinem globalen Expansionshunger aufkommen, da das Unternehmen bereits Lizenzen in den USA und Frankreich beantragt hat, um seine Präsenz über die bisherige litauische EU-Lizenz hinaus zu vertiefen und den Austausch mit lokalen Behörden zu verstärken.
Die vollständige Lizenzierung durch die PRA ist weit mehr als ein formaler Akt – sie ist ein strategischer Paukenschlag, der das Ende der „Spielzeug-Apps“ im Banking einläutet. Revolut beweist mit diesem Erfolg, dass es die Transformation vom agilen Fintech zum ernstzunehmenden Vollbank-Player geschafft hat, der die regulatorische Reife für einen der härtesten Finanzmärkte der Welt besitzt. Der Einlagenschutz von 120.000 Pfund entzieht den etablierten Großbanken wie Barclays oder HSBC ihr letztes großes Argument: die vermeintliche Sicherheit der Traditionshäuser.
Indem Revolut nun das volle Arsenal an Kreditprodukten und vollwertigen Konten auf seine 13 Millionen britischen Kunden loslässt, verschieben sich die Machtverhältnisse nachhaltig. Das Ziel ist klar definiert: Revolut will nicht mehr nur das Zweitkonto für den Urlaub sein, sondern die primäre Finanzdrehscheibe für Privat- und Geschäftskunden weltweit. Die zeitgleiche Offensive in den USA und Frankreich zeigt, dass Storonsky die Dynamik des Augenblicks nutzt, um Revolut als erste echte globale Universalbank des Digitalzeitalters zu zementieren. Für die etablierte Konkurrenz bricht damit eine Zeit an, in der sie sich nicht mehr nur gegen ein schnelles Nutzererlebnis, sondern gegen einen regulierten und kapitalstarken Wettbewerber auf Augenhöhe verteidigen muss.

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