Commerzbank zieht eigene Aktien ein: UniCredit erhöht Zugriff auf 49,65 Prozent. Warum sich an den Mehrheiten auf der Hauptversammlung wenig ändert.

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Commerzbank AG
Der italienischen Großbank UniCredit winkt rechnerisch fast die absolute Aktienmehrheit an der Commerzbank. Wie aus einer aktuellen Stimmrechtsmitteilung hervorgeht, hat das Frankfurter Kreditinstitut die letzten aus früheren Rückkaufprogrammen gehaltenen eigenen Aktien eingezogen. Durch die Verringerung der Gesamtaktienzahl klettert der potentielle Zugriff der Mailänder auf das Grundkapital der Commerzbank ohne eigenes Zutun von bislang 47,59 Prozent auf nunmehr bis zu 49,65 Prozent.
Ein Teil dieser Position liegt allerdings noch in derivativer Form vor: Rund 3,36 Prozentpunkte des Gesamtpakets entfallen auf Kaufoptionen, welche die UniCredit nach eigenem Ermessen jederzeit in echte Commerzbank-Aktien wandeln kann.
Trotz des optischen Schwellensprungs auf fast 50 Prozent verändern sich die realen Machtverhältnisse auf der Hauptversammlung durch diesen Schritt de facto nicht. Eigene Aktien gewähren einer Gesellschaft ohnehin kein Stimmrecht und blieben bei Abstimmungen bereits in der Vergangenheit unberücksichtigt. Zudem hätte die UniCredit aufgrund der traditionell unvollständigen Präsenz der freien Aktionäre auf Aktionärstreffen schon zuvor eine faktische Beschlussmehrheit mobilisieren können.
Hintergrund des Vollzugs ist die Bereinigung alter Kapitalmaßnahmen: Die Commerzbank hielt zuletzt 4,14 Prozent ihres Grundkapitals in eigenen Anteilen, die in den Vorjahren zur Ausschüttung überschüssigen Kapitals an die Investoren erworben worden waren.
Obwohl der Einzug dieser Papiere bereits angekündigt war, hatte das Management die Maßnahme im Zuge des erbitterten Abwehrkampfs gegen die Übernahmeavancen der Italiener lange Zeit hinausgezögert. Mit der nun vollzogenen Vernichtung der Anteile ist dieser Hebel zur Gestaltung der Kapitalstruktur formal abgeschlossen.

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