Historische Wende im Zahlungsverhalten: Die Bundesbank meldet für 2025 erstmals eine Mehrheit für bargeldlose Zahlungen in Deutschland.

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Die Gewohnheiten beim täglichen Einkauf in Deutschland befinden sich in einem historischen Wandel. Im vergangenen Jahr haben die Bürger ihre Einkäufe zum ersten Mal mehrheitlich bargeldlos abgewickelt. Eine aktuelle Studie der Deutschen Bundesbank zum Zahlungsverhalten belegt, dass im vorigen Jahr 55 Prozent aller erfassten Transaktionen ohne Geldscheine und Münzen getätigt wurden. Damit setzt sich der dynamische Trend hin zu digitalen Bezahlverfahren ungemindert fort, auch wenn das physische Geld in der Gunst der Verbraucher eine renitente Spitzenposition verteidigt.
Wie Bundesbankvorstandsmitglied Burkhard Balz im Rahmen der Veröffentlichung erläuterte, bleibt Bargeld auf die einzelne Transaktion bezogen das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel. Konkret wurden 45 Prozent aller Zahlungen mit Münzen und Scheinen beglichen. Das entspricht allerdings einem deutlichen Rückgang um sechs Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr 2023. Den zweiten Platz auf dem Podium der Bezahlsysteme sichert sich die Debitkarte, die bei 26 Prozent der Einkäufe zum Einsatz kam, wobei die klassische Girocard hierzulande das mit Abstand beliebteste Produkt in dieser Kategorie bleibt. Ein kräftiges Wachstum verzeichnen zudem mobile Bezahlverfahren über das Smartphone, die ihren Anteil um vier Prozentpunkte auf nunmehr zehn Prozent aller Zahlungen steigern konnten. Internetbezahlverfahren erlebten ebenfalls einen Schub und verdoppelten ihren Marktanteil auf sechs Prozent.
Trotz des digitalen Vormarsches erweist sich die Infrastruktur für das Bargeld in Deutschland als äußerst robust. Die Erhebung der Bundesbank zeigt, dass Konsumenten bei Einkäufen vor Ort in 94 Prozent der Fälle problemlos mit Scheinen und Münzen bezahlen konnten. Spürbare Akzeptanzlücken zeigen sich lediglich im öffentlichen Personennahverkehr sowie an modernen Selbstbedienungskassen im Einzelhandel. Die Bargeldversorgung über Geldautomaten und Bankfilialen wird von der großen Mehrheit der Bevölkerung nach wie vor als gut bewertet.
Unabhängig von ihrem eigenen täglichen Nutzungsverhalten plädierten rund 80 Prozent der Befragten nachdrücklich dafür, dass die Möglichkeit zur Barzahlung auch in Zukunft flächendeckend erhalten bleiben muss. Vor diesem Hintergrund betonte Balz, dass es ein zentrales Anliegen der Bundesbank bleibe, Bargeld als kostengünstiges, effizientes und inklusives Zahlungsmittel zu sichern.
Obwohl die Zufriedenheit mit den bestehenden Zahlungsmöglichkeiten im Land hoch ist, sieht die Bundesbank Nachbesserungsbedarf. Viele Bürger bemängeln, dass eine vollständige Wahlfreiheit zwischen den Systemen aktuell nicht überall gegeben sei, da sowohl die Akzeptanz von Bargeld als auch die von digitalen Alternativen stellenweise optimiert werden müsste. Dieses Spannungsfeld beschäftigt mittlerweile auch die Gesetzgeber auf internationaler Ebene. In Brüssel werden derzeit Verordnungsvorschläge verhandelt, die nicht nur die breite Akzeptanz von physischem Euro-Bargeld rechtlich absichern sollen, sondern künftig auch den gesetzlichen Rahmen für die Einführung des digitalen Euro vorbereiten.

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