Die Baader Bank verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 ein Vorsteuerergebnis von 22,4 Millionen Euro. Während die Erträge sanken, stiegen Depots und Kundenvermögen kräftig an.

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Baader Bank
Die Baader Bank zeigt im ersten Halbjahr 2026 ein zweigeteiltes Bild: Auf der einen Seite setzt die Spezialbank ihren Expansionskurs im B2B2C-Geschäft erfolgreich fort und verzeichnet deutliche Zuwächse bei den Depotzahlen und dem betreuten Vermögen. Auf der anderen Seite schlägt eine im Vergleich zum außergewöhnlich starken Vorjahreszeitraum geringere Marktvolatilität voll auf die GuV durch. Ein sinkendes Transaktionsvolumen der Endkunden sowie niedrigere Zinsen drückten das Ergebnis vor Steuern (EBT) auf 22,4 Millionen Euro (H1 2025: 49,1 Millionen Euro).
Nach dem Boom des Vorjahres normalisierten sich die Ergebnisse in fast allen Ertragssäulen. Die Gesamterträge der Baader Bank gingen im Vorjahresvergleich um 15 Prozent auf 137,5 Millionen Euro zurück (H1 2025: 162,0 Millionen Euro). Das Konzernergebnis nach Steuern belief sich auf 15,3 Millionen Euro nach 35,0 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, woraus ein Ergebnis je Aktie von 0,31 Euro resultiert. Die Eigenkapitalrendite nach Steuern sank auf nach wie vor solide, aber spürbar geringere 13,1 Prozent (H1 2025: 36,9 Prozent).
Hauptursache für den Ertragsrückgang war das Handelsergebnis, das infolge der verhaltenen Kundenaktivität auf 57,5 Millionen Euro nachgab (H1 2025: 68,2 Millionen Euro) – und das, obwohl die Bank ihre Marktanteile im Market Making leicht ausbauen konnte. Das Provisionsergebnis sank um elf Prozent auf 53,3 Millionen Euro, während der Zinsüberschuss aufgrund gesunkener Marktleitzinsen und geringerer Einlagenvolumina auf 18,9 Millionen Euro (H1 2025: 22,8 Millionen Euro) nachgab.
Auf der Aufwandsseite zeigte sich im ersten Halbjahr eine uneinheitliche Entwicklung. Die Gesamtaufwendungen stiegen leicht um rund zwei Prozent auf 115,1 Millionen Euro an. Zwar konnte das Institut den Personalaufwand durch Prozessoptimierungen um zehn Prozent auf 52,1 Millionen Euro senken – trotz eines leichten Beschäftigtenaufbaus auf 695 Vollzeitstellen.
Demgegenüber kletterte der Sachaufwand jedoch um gut 15 Prozent auf 57,7 Millionen Euro (H1 2025: 50,1 Millionen Euro). Dieser Anstieg spiegelt vor allem gezielte Ausgaben für die IT-Infrastruktur sowie Investitionen in die Handelsplattform und Markeninitiative „Baader Trading“ wider.
Ungeachtet der aktuellen Ertragsdämpfer unterstreichen die operativen Kundenzahlen die starke Marktstellung der Baader Bank als Abwicklungspartner für Fintechs, Neobroker und internationale Banken. Die Zahl der betreuten Depots stieg in den ersten sechs Monaten um 138.000 auf einen neuen Höchststand von 1,266 Millionen Depots.
Noch deutlicher entwickelte sich das betreute Kundenvermögen (Depotvolumen und Einlagen), das von 33,2 Milliarden Euro Ende 2025 auf 49,2 Milliarden Euro anwuchs. Zudem begleitete die Bank im Kapitalmarktgeschäft vier Transaktionen, darunter als Co-Lead Manager den Börsengang der Czechoslovak Group in Prag mit einem Volumen von 2,8 Milliarden Euro.
Mit einer harten Eigenkapitalbasis von 248 Millionen Euro und einer Gesamtkapitalquote von 21,8 Prozent verfügt das Haus über ausreichend Substanz, um Schwankungen an den Handelsplätzen auszugleichen. Die Halbjahresbilanz macht jedoch deutlich, dass die Herausforderung für die Baader Bank darin liegt, das stark gewachsene Kunden- und Depotvolumen auch in phasenweise ruhigeren Börsenzeiten noch effizienter zu monetarisieren.

MLP vervierfacht sein Q2-EBIT auf rund 19 Millionen Euro. Für das erste Halbjahr liefert MLP mit knapp 60 Millionen Euro Gewinn eine starke Grundlage für das Gesamtjahr.