Rekordergebnis bei DONNER & REUSCHEL: Das Bankhaus meldet 11,5 Mio. Euro Vorsteuergewinn und einen Provisionsrekord. Erfahren Sie alles über den Strategieerfolg von „D&Rive“ und die Übernahme des Warburg-Verwahrstellengeschäfts.

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Donner & Reuschel
Das Hamburger Traditionsbankhaus Donner & Reuschel hat den Turnaround geschafft. Mit einem Vorsteuerergebnis von 11,5 Millionen Euro liefert das Institut für 2025 eines der stärksten Ergebnisse der jüngeren Geschichte ab. Getragen wird dieser Erfolg durch ein historisch hohes Provisionsergebnis und einen regulatorischen Befreiungsschlag: Nach einer Sonderprüfung der Aufsicht wurde ein massiver Kapitalaufschlag gestrichen, was die Bank zurück in die Offensive bringt.
Während viele Privatbanken noch mit der Zinswende ringen, scheint Donner & Reuschel die Früchte seines Ende 2024 gestarteten Strategieprozesses „D&Rive“ bereits zu ernten. Das Institut positioniert sich nun konsequent als spezialisierte Serviceboutique mit tiefen Wurzeln in den Heimatmärkten Hamburg und München. Dass dieser Fokus verfängt, zeigt der Blick auf die Assets under Custody: Diese kletterten innerhalb eines Jahres um über 12 Prozent auf nunmehr 35,4 Milliarden Euro. Vorstandssprecher Horst Schmidt zeigt sich entsprechend zufrieden:
„Unsere Neuausrichtung trägt Früchte. Das verdeutlicht, dass viel Potenzial in unserem Bankhaus steckt. Zentral war dabei auch die konsequente Steuerung unseres Kosten- und Risikomanagements.“
Ein Blick in die Gewinn- und Verlustrechnung offenbart eine gesunde Verschiebung der Ertragsstruktur. Während das Zinsergebnis aufgrund sinkender Leitzinsen und eines bewussten Abbaus des Kreditportfolios auf 91,9 Millionen Euro sank, glänzte das Provisionsgeschäft. Mit 74,3 Millionen Euro erzielte die Bank das zweitbeste Provisionsergebnis ihrer über 225-jährigen Geschichte.
Dieser Erfolg ist kein Zufall, sondern das Resultat einer geschärften Beratung im Private Banking und bei Unternehmerkunden. In Hamburg und München konnte das Team nicht nur das Volumen in der Vermögensverwaltung steigern, sondern auch neue Berater gewinnen – ein wichtiges Signal in einem Markt, in dem der „War for Talents“ oft über das Wachstum entscheidet.
Neben dem klassischen Private Banking hat sich das Asset Servicing zum zweiten starken Standbein entwickelt. Die Assets under Custody (AuC) stiegen wie erwähnt signifikant auf über 31,5 Milliarden Euro. Ein entscheidender Meilenstein war hierbei die im Herbst 2025 vollzogene Übernahme der liquiden Assets der Verwahrstelle von M.M.Warburg & CO.
Dieser Zukauf bringt nicht nur Assets in Milliardenhöhe unter das Dach von Donner & Reuschel, sondern festigt auch die Position als eine der führenden Service-Boutiquen für mittelständische und institutionelle Kunden. Die Bank beweist damit, dass sie bereit ist, als Konsolidierer am Finanzplatz aufzutreten, wenn sich strategisch passende Gelegenheiten bieten. Gerade im eher margenschwachen Asset Servicing Geschäft ist das Wachstum der Assets under Custody entscheidend, um langfristig eine nennenswerte (und überlebenswichtige) Größe zu erzielen. Bisher scheint Donner & Reuschel das sehr gut zu gelingen.
Die vielleicht wichtigste Nachricht für die langfristige Stabilität des Hauses verbirgt sich jedoch im Kleingedruckten der Aufsicht. Als Ergebnis einer Nachschauprüfung nach § 44 KWG hob die Aufsicht den individuellen Kapitalaufschlag von 3,2 Prozent auf das Eigenkapital auf.
Dieser Wegfall ist ein deutliches Zeichen für das gestiegene Vertrauen der Regulatoren in die internen Prozesse und das Risikomanagement der Bank. Die Eigenkapitalquoten sprangen infolgedessen deutlich nach oben: Die Gesamtkapitalquote liegt nun bei hervorragenden 22,1 Prozent (Vorjahr: 19,9 %). Diese neu gewonnene bilanzielle Freiheit will das Management nutzen, um massiv in die Zukunft zu investieren. Schmidt kündigte an, einen zweistelligen Millionenbetrag in die Modernisierung der Technologie und die Effizienz der Prozesse zu stecken.
Mit dem Rückenwind aus dem Rekordjahr 2025 geht Donner & Reuschel nun in die nächste Phase von „D&Rive“. Die Bank setzt dabei auf eine „moderne menschliche Servicekultur“ – ein Begriff, der wohl als direkter Gegenentwurf zur zunehmenden Anonymisierung durch reine Neobanken zu verstehen ist. Durch die Kombination aus technologischer Aufrüstung und regionaler Verankerung will das Haus das Wachstum in seinen Kernmärkten weiter forcieren. Das Ziel ist klar: Die Bank will beweisen, dass Tradition und moderne Skalierbarkeit im Private Banking keine Gegensätze sein müssen.

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