vdp-Index im zweiten Quartal 2026: Wohnimmobilien legen zu, Gewerbe gerät unter Druck

Wohnimmobilien verteuern sich um 1,9 %, während Büro- und Einzelhandelsimmobilien nachgeben.

Harry Dörsam

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10.8.26

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8:36

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vdp-Index im zweiten Quartal 2026: Wohnimmobilien legen zu, Gewerbe gerät unter Druck

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Der Immobilienmarkt in Deutschland zeigt im zweiten Quartal 2026 ein gespaltenes Bild. Während Wohnimmobilien ihre preisliche Erholung fortsetzen, geraten Gewerbeobjekte unter den Eindruck der konjunkturellen Eintrübung erneut unter Druck. Wie der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) im Rahmen seines aktuellen Immobilienpreisindex mitteilt, stiegen die Preise über alle Segmentklassen hinweg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,3 Prozent. Im Vergleich zum Auftaktquartal 2026 verzeichnete der Gesamtindex einen marginalen Rückgang um 0,1 Prozent.  

"Erstmals seit anderthalb Jahren bewegten sich die Preise in den Objektklassen wieder uneinheitlich: Während Büro- und Handelsimmobilien im Preis nachgaben, zeigte sich bei Wohnimmobilien weiterhin ein Preisanstieg – allerdings weniger dynamisch als in den Vorquartalen."

Dlärt vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt. Die Datenerhebung, die auf realen Transaktionsdaten von mehr als 700 Kreditinstituten basiert und Jahresanfang in Kooperation mit der Deutschen Bundesbank methodisch überarbeitet wurde, zeigt eine deutliche Entkopplung der Segmententwicklungen.  

Wohnungsnot treibt Neuvertragsmieten und Kaufpreise

Träger des leichten Gesamtindex-Anstiegs bleibt das Wohnsegment, das im Vorjahresvergleich um 1,9 Prozent zulegen konnte. Binnen Quartalsfrist belief sich das Plus auf 0,3 Prozent. Innerhalb der Wohnobjekte verteuerten sich Eigentumswohnungen auf Jahressicht mit 2,6 Prozent am stärksten, gefolgt von Ein- und Zweifamilienhäusern mit 2,0 Prozent sowie Mehrfamilienhäusern mit 1,6 Prozent.  

Der anhaltende Nachfrageüberhang spiegelt sich ungebrochen im Mietmarkt wider. Die Neuvertragsmieten für Mehrfamilienhäuser kletterten im zweiten Quartal um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, womit sich die Dynamik im Vergleich zu den Vorquartalen jedoch leicht abschwächte. Da die Mieten stärker stiegen als die Objektpreise, legte die Rendite für Mehrfamilienhäuser, gemessen am vdp-Index für Liegenschaftszinsen, um 1,5 Prozent zu.  

In den Top-7-Metropolen stiegen die Wohnpreise auf Jahressicht mit 2,1 Prozent etwas dynamischer als im Bundesdurchschnitt. Spitzenreiter im Vorjahresvergleich war Hamburg mit einem Preisplus von 3,8 Prozent, gefolgt von Köln (+2,5 %), Frankfurt und Düsseldorf (jeweils +2,4 %) sowie München (+2,3 %). Berlin (+1,6 %) und Stuttgart (+0,7 %) bildeten das Schlusslicht. Das Mietwachstum in den Metropolen fiel mit durchschnittlich 1,5 Prozent spürbar moderater aus als im Bundesdurchschnitt, wobei Berlin mit 0,6 Prozent das geringste Wachstum verzeichnete.  

Gewerbeimmobilien leiden unter Zinsen und Geopolitik

Deutlich sensibler reagierte der Markt für Gewerbeimmobilien auf das wirtschaftliche Umfeld. Nach fünf Quartalen der Konsolidierung gaben die Preise im zweiten Quartal 2026 auf Jahressicht wieder nach: Büroimmobilien verbuchten ein Minus von 1,2 Prozent, während Einzelhandelsimmobilien um 0,2 Prozent nachgaben. Im Vergleich zum direkten Vorquartal verbilligten sich Büros um 1,5 Prozent und Handelsobjekte um 0,7 Prozent.  

"Erwartungsgemäß reagiert der Gewerbeimmobilienmarkt stärker und unmittelbarer als der Wohnimmobilienmarkt auf die geopolitischen Entwicklungen, die in der Konsequenz gestiegenen Inflationserwartungen und die daraus resultierende Zinsentwicklung", ordnet Tolckmitt die Zahlen ein. Das Mietwachstum im Bürosegment verblieb auf Jahressicht bei 2,7 Prozent, der Bereich Einzelhandel verzeichnete ein Plus von 1,5 Prozent. Als Folge legten die Renditen gemessen am Liegenschaftszinssatzindex im Bürosegment um 4,0 Prozent und bei Handelsimmobilien um 1,6 Prozent zu.  

vdp begrüßt Regulierungsschritte und warnt vor Enteignungsdebatten

Gleichzeitig bezog der Branchenverband Stellung zu den aktuellen wirtschafts- und wohnungspolitischen Beschlüssen der Bundesregierung. Tolckmitt begrüßte das angekündigte "Baugesetzbuch-Upgrade", die geplante Reduzierung übertriebener technischer Standards sowie die Beschleunigung von Planungsverfahren als wichtiges Signal an Investoren. Ausdrücklich befürwortet der vdp zudem die Abschaffung des sektoralen Systemrisikopuffers für Wohnimmobilienfinanzierungen, der die Kreditvergabe seit 2022 grundlos belastet habe.  

Eine klare Absage erteilte der Verband Bestrebungen zur Vergesellschaftung von Wohnungsbeständen auf Landesebene, wie sie in Berlin diskutiert werden. Die angekündigte Bundesregelung zur Unterbindung solcher Initiativen sei essenziell für die Marktstabilität. "Debatten über Maßnahmen, die Eigentum in Frage stellen, schaden dem Immobilienmarkt und dem Wirtschaftsstandort Deutschland erheblich – und zwar schon jetzt. Denn sie sorgen für die Abwanderung von privatem Kapital, das dringend für den Neubau benötigt wird", so Tolckmitt. Die freiwerdenden Mittel sollten stattdessen direkt in den Neubau fließen, um die strukturelle Mangellage zügig zu beheben.  

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