Die Varengold Bank hat im Zuge einer internen Analyse Forderungen über zwei Millionen Euro vollständig wertberichtigt. Grund ist die unsichere Werthaltigkeit im Zusammenhang mit Pfändungen durch die dänische Steuerbehörde SKAT. Das Ergebnis vor Steuern für 2024 sinkt auf 130.000 Euro.

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Varengold Bank
Die Varengold Bank AG hat im Zuge einer umfassenden Analyse ihrer Kundenforderungen eine schmerzhafte, aber notwendige Korrektur vorgenommen: Forderungen in Höhe von rund zwei Millionen Euro wurden vollständig wertberichtigt. Die Maßnahme betrifft Kunden, deren Vermögen seit 2016 auf Sperrkonten geführt wird – in vielen Fällen blockiert durch Pfändungen der dänischen Steuerbehörde SKAT.
Bereits 2023 hatte die Bank damit begonnen, erste Wertpapierpositionen an SKAT auszukehren. Die nun eingeleitete vollständige Wertberichtigung betrifft insbesondere Kundenbestände mit offenen Forderungen oder negativen Kontosalden, deren Rückführbarkeit nach heutiger Einschätzung zweifelhaft ist. Zwar hatte die Bank in den Vorjahren deren Werthaltigkeit bilanziell als gegeben unterstellt, doch diese Annahmen haben einer aktuellen Überprüfung nicht standgehalten.
Die Folge: Die Prognose für das Ergebnis vor Steuern im laufenden Geschäftsjahr 2024 wurde auf rund 130.000 Euro gesenkt. Dieser Wert berücksichtigt bereits sämtliche Effekte aus der aktuellen Risikovorsorge – auch jene, die sich aus dem jüngst eingegangenen Sonderprüfungsbericht gem. §44 KWG ergeben haben. Dieser hatte steuerliche Sachverhalte, insbesondere im Kontext Cum-Ex, näher unter die Lupe genommen.
Die Bank betont, dass es sich bei den betroffenen Vermögenswerten bilanziell um Passivpositionen handelt. Das heißt: Ein Abfluss dieser Mittel – etwa durch weitere Auskehrungen an SKAT – berührt die Vermögenslage der Bank nicht unmittelbar. Entscheidend ist vielmehr, dass die offenstehenden Forderungen auf der Aktivseite bilanziell nun als nicht mehr werthaltig betrachtet werden.
Die Maßnahme ist Teil eines stringenten Bereinigungskurses, den der neue Vorstand der Varengold Bank eingeschlagen hat. Ziel ist es, die Bilanz auf Basis realistischer Annahmen zu stärken und alte Unsicherheiten aus der Cum-Ex-Vergangenheit verlässlich zu verarbeiten. Mit der vollständigen Einbeziehung der Sonderprüfungsbefunde und der konservativen Werthaltigkeitsbewertung will die Bank nun einen klaren Schlussstrich unter frühere Risiken ziehen.
Ob die bereinigte Basis ausreicht, um im verbleibenden Jahr operativ wieder durchzustarten, bleibt abzuwarten. Klar ist aber: Mit der transparenten Korrektur setzt die Varengold Bank ein Signal für Ernsthaftigkeit – und für die Bereitschaft, auch unangenehme Altlasten offen zu benennen. Ein Schritt, der nicht nur regulatorisch geboten ist, sondern auch das Vertrauen in das Institut langfristig stärken könnte.

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