Rekordzahlen am Paradeplatz: Die UBS steigert ihren Gewinn im ersten Quartal 2026 auf 3 Milliarden US-Dollar. Doch der Glanz der Bilanz wird von einem harten politischen Schlagabtausch in Bern und Vorwürfen aggressiver Lobbyarbeit überschattet.

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Die UBS präsentiert sich im Frühjahr 2026 als eine Institution der zwei Gesichter: Während die operative Maschinerie am Paradeplatz unter Volldampf läuft und glänzende Ergebnisse produziert, weht der Bank aus dem Berner Bundeshaus ein rauer Wind entgegen. Das am Mittwoch vorgelegte Zahlenwerk für das erste Quartal ist eine Machtdemonstration. Mit einem Reingewinn von rund drei Milliarden US-Dollar übertraf die Großbank die Markterwartungen deutlich und steigerte das Ergebnis im Vorjahresvergleich um massive 80 Prozent. Es ist ein Resultat, das den erfolgreichen Endspurt bei der Integration der Credit Suisse untermauert, aber gleichzeitig die politische Debatte um die systemische Relevanz und die künftigen Eigenmittelvorschriften – die sogenannte „Lex UBS“ – befeuert.
Dieser finanzielle Höhenflug kontrastiert scharf mit den schweren Vorwürfen, die Finanzministerin Karin Keller-Sutter erst gestern gegen das Institut erhob. Wie wir bereits berichteten, warf die Ministerin der Bank eine beispiellose Intensität in der Lobbyarbeit vor, die bis zur gezielten Beeinflussung von Parlamentariern durch die Androhung gekürzter Parteispenden gereicht haben soll. Die nun veröffentlichten Rekordgewinne dürften in Bern als zusätzliches Argument für die Forderung nach einer massiven Kapitalstärkung gewertet werden. Denn die Kernfrage der politischen Arena bleibt: Kann ein Institut, das Milliarden verdient, nicht auch die notwendigen Milliarden für die nationale Sicherheit aufbringen?
Im Maschinenraum der Bank zeigen die Restrukturierungsmaßnahmen der vergangenen Jahre ihre volle Wirkung. Die Erträge kletterten um 13 Prozent auf 14,24 Milliarden US-Dollar, während der Aufwand mit 10,33 Milliarden Dollar nahezu stabil gehalten werden konnte. Das bereinigte Kosten-Ertrags-Verhältnis verbesserte sich dadurch auf beachtliche 70,2 Prozent. Es ist genau jene operative Exzellenz, die Sergio Ermotti als Basis für seinen Kurs der Stärke reklamiert. Besonders im Kerngeschäft, der globalen Vermögensverwaltung, bleibt die UBS eine Saugpumpe für Kapital: 37 Milliarden Dollar an Nettoneugeldern flossen der Bank allein in den ersten drei Monaten zu.
Parallel dazu schreitet die Ausmerzung der Doppelstrukturen nach der CS-Übernahme voran. Im Berichtsquartal realisierte die Bank weitere Einsparungen von 0,8 Milliarden Dollar, womit sich die Gesamtsumme der Synergien seit Beginn des Umbaus auf 11,5 Milliarden Dollar summiert. Das Ziel, die jährlichen Kosten bis Ende 2026 um insgesamt 13,5 Milliarden Dollar gegenüber dem Stand von 2022 zu senken, rückt damit in greifbare Nähe. Dennoch sank das verwaltete Gesamtvermögen per Ende März leicht auf 6,9 Billionen Dollar – ein Umstand, den das Haus primär auf schwächere Weltmärkte und ungünstige Wechselkursbewegungen zurückführt.
Interessant ist die rhetorische Neuausrichtung der Bankspitze als Reaktion auf die giftige Atmosphäre in Bern. Hatte die Finanzministerin der Bank noch eine „neue Intensität“ des Lobbying unterstellt, bemüht sich UBS-Chef Sergio Ermotti nun um eine betont sachliche Tonalität. In der aktuellen Mitteilung lässt er sich mit der Aussage zitieren, die UBS wolle sich weiterhin „konstruktiv“ in die Diskussion um die Eigenmittelvorschriften einbringen und zu einer „faktenbasierten Debatte“ beitragen. Es ist der Versuch, den Ball flach zu halten, während hinter den Kulissen um jede Milliarde gerungen wird.
Sollten die Vorschläge des Bundesrats das Parlament in der vorliegenden Form passieren, müsste die UBS schätzungsweise 22 Milliarden Dollar an zusätzlichem Kapital vorhalten. Für die Bankführung ist dies ein Szenario, das die internationale Wettbewerbsfähigkeit massiv einschränken könnte. Sergio Ermotti zeigt sich dennoch demonstrativ unbeeindruckt vom politischen Druck und konzentriert sich auf die operative Performance. Er betonte am Mittwoch: „Wir erzielten ein ausgezeichnetes Finanzergebnis und sind nach wie vor auf dem Weg, unsere finanziellen Ziele für 2026 zu erreichen.“
Für die Beobachter des Schweizer Finanzplatzes bleibt die Situation hochspannend. Die UBS hat bewiesen, dass sie die Credit Suisse nicht nur schlucken, sondern auch verdauen kann. Doch der Preis für die neue Größe ist eine politische Angreifbarkeit, die das Institut in dieser Form noch nicht erlebt hat. Die Rekordgewinne sind Fluch und Segen zugleich: Sie beweisen die Stabilität, provozieren aber gleichzeitig die Regulierer zu noch härteren Bandagen.
Der „Endspurt“, von dem die Bank in Bezug auf die CS-Integration spricht, gilt wohl nicht für die politische Auseinandersetzung. Hier scheint das Rennen gerade erst in die entscheidende Phase zu gehen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die „faktenbasierte Debatte“, die Ermotti einfordert, gegen die emotional geführte Diskussion um die Sicherheit des Schweizer Steuerzahlers bestehen kann. Eines ist jedoch sicher: Mit einer Bilanz wie der heutigen geht die UBS zumindest aus einer Position der finanziellen Stärke in diese Verhandlungen.

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