Deutsche Bank formiert globale UHNW-Einheit: Mit Philipp Wehle als neuem Leiter „Strategic UHNW Clients“ und der Integration von Deutsche Oppenheim festigt das Institut seinen Anspruch im Elite-Banking. Alle Details zur neuen Struktur.

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In der obersten Etage des europäischen Wealth Management findet derzeit eine massive Verschiebung statt. Die Deutsche Bank hat am Donnerstag angekündigt, ihre Kapazitäten für UHNW-Mandate – also Kunden, deren Vermögensstrukturen oft unternehmerisch geprägt sind und durch Family Offices verwaltet werden – in einer neu strukturierten Einheit zu konzentrieren. Ziel ist es, die Beratungskomplexität zu reduzieren und gleichzeitig den Zugang zum gesamten Leistungsspektrum des Konzerns zu vereinfachen.
Raffael Gasser, Leiter Wealth Management Deutschland, sieht darin die konsequente Antwort auf die veränderten Anforderungen der Elite-Klientel:
„Durch den Ausbau und die engere Verzahnung unseres Teams aus Spezialisten und Beratern adressieren wir die spezifischen Beratungsbedürfnisse ultra-hochvermögender, institutionell agierender Kunden. Dies erlaubt es uns, unser Wealth Management Geschäft noch konsequenter an den spezifischen Bedürfnissen unterschiedlicher Kundengruppen auszurichten.“
Das Kernstück der Neuausrichtung bildet die vollständige Integration der Deutsche Oppenheim Family Office AG in das erweiterte UHNW-Segment. Bisher agierten Spezialisten und Berater oft in getrennten Strukturen; künftig werden sämtliche Experten für Vermögensstrukturierung, Investment-Spezialisten sowie Kundenbetreuer unter einer einheitlichen Managementstruktur zusammengefasst.
Dieser Schritt zielt primär auf Kunden mit unternehmerischem Hintergrund ab. Die Bank reagiert damit auf den Trend, dass UHNW-Investoren ihre privaten Portfolien zunehmend mit der Professionalität institutioneller Anleger führen. Durch die Bündelung der Expertise soll eine ganzheitliche Beratung gewährleistet werden, die über das klassische Asset Allocation Management hinausgeht und komplexe Fragestellungen der Nachfolgeplanung sowie der steuerlichen Architektur umfasst.
Für die Leitung der erweiterten Einheit „Strategic UHNW Clients“ konnte das Haus eine namhafte Personalie gewinnen. Philipp Wehle, der über langjährige Führungserfahrung aus seiner Zeit bei der Credit Suisse verfügt, übernimmt die Verantwortung für das strategische Segment und wird seinen Sitz in Frankfurt haben. Wehle gilt in der Branche als einer der profiliertesten Kenner des internationalen Wealth Management.
Gasser kommentierte die Verpflichtung entsprechend optimistisch:
„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Philipp Wehle eine herausragende Führungspersönlichkeit mit langjähriger Erfahrung im Wealth Management und einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse von ultra-hochvermögenden Kunden gewinnen konnten.“
Wehle soll insbesondere die disziplinübergreifende Zusammenarbeit forcieren und die globale Reichweite des Netzwerks für die deutschen Kunden nutzbar machen. Parallel dazu rückt Stefanie Rühl-Hoffmann, die bisher das UHNW-Geschäft leitete, in die Position der Vice Chairwoman Wealth Management Deutschland auf, um ihre tiefen Kundenbeziehungen auf strategischer Ebene weiterzuentwickeln.
Ein entscheidender Hebel der neuen Struktur ist die tiefere Integration mit der Investmentbank und der Unternehmensbank (Corporate Bank). Für die Zielgruppe der institutionell agierenden Familien ist die Trennung zwischen privatem Vermögen und der Finanzierung ihrer Unternehmen oft künstlich. Die neue Einheit fungiert hierbei als Bindeglied.
In der Mitteilung heißt es dazu, dass die Zusammenarbeit mit den anderen Divisionen eine „holistische Betreuung der Wealth Management Kunden sowohl im Hinblick auf ihr Privatvermögen als auch auf ihre entsprechenden Unternehmen“ sicherstelle. Es geht dabei nicht mehr nur um das Depotmanagement, sondern um Kapitalmarktzugänge, maßgeschneiderte Strukturierungen und Finanzierungslösungen für Sachwerte – Felder, in denen die Deutsche Bank ihre institutionelle Schlagkraft gegenüber reinen Privatbanken als Wettbewerbsvorteil ausspielt.
Mit dieser Reorganisation untermauert die Deutsche Bank ihren Anspruch, die unangefochtene Nummer eins im deutschen Wealth Management zu bleiben. In einem Marktumfeld, das von steigendem Wettbewerbsdruck durch US-Giganten und Schweizer Institute geprägt ist, setzt Frankfurt auf eine Kombination aus lokaler Präsenz und globaler Plattform.
Die Zentralisierung der Beratung unter Philipp Wehle und die Ernennung von Stefanie Rühl-Hoffmann zur Vice Chairwoman sind deutliche Signale an den Markt: Die Bank will im Segment der komplexesten Mandate nicht nur verwalten, sondern gestalten. Für die Branche bedeutet dieser Schritt, dass der Kampf um die „Key Clients“ an Härte gewinnen wird, da die Deutsche Bank nun mit einer deutlich verschlankten und schlagkräftigeren Struktur in den Wettbewerb geht.

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