Der Zahlungsdienstleister Visa streicht rund 2.600 Stellen. Trotz starker Quartalszahlen setzt CEO Ryan McInerney auf KI-Effizienz und richtet den Konzern neu aus.

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Der US-Zahlungsdienstleister Visa leitet trotz glänzender Quartalszahlen einen tiefgreifenden personellen Umbau ein. Wie der Konzern im Nachgang zu seinen jüngsten Finanzergebnissen bekannt gab, fallen weltweit knapp 2.600 Arbeitsplätze dem Sparstift zum Opfer. Darüber berichtete zuerst das Nachrichtenmedium Bloomberg.
Dies entspricht etwa sieben Prozent der derzeit rund 34.000 Beschäftigten umfassenden Belegschaft. Mit dem Schritt reagiert der Branchenprimus auf den intensiver werdenden Wettbewerb im globalen Zahlungsverkehr und schichtet interne Ressourcen um.
Der Stellenabbau trifft vor allem Abteilungen, die bisher als Motoren des Konzerns galten. In einem internen Memo an die Belegschaft stellte Vorstandschef Ryan McInerney klar, dass primär die Technologie- und Produktentwicklungsteams von den Streichungen betroffen sein werden.
Ein wesentlicher Auslöser für diesen Schritt ist der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Visa nutzt die Technologie zunehmend, um administrative und repetitive Arbeitsabläufe zu automatisieren sowie Entwicklungsprozesse bei Softwarelösungen zu beschleunigen. Der dadurch sinkende Personalbedarf in traditionellen Programmier- und Testbereichen schlägt sich nun unmittelbar im Stellenplan nieder.
Für die Abwicklungen und Abfindungen im Zuge der Restrukturierung hat das Unternehmen im abgelaufenen Jahresviertel vorsorglich gut eine halbe Milliarde US-Dollar reserviert.
Der Personalabbau dient laut Unternehmensführung nicht rein der Kostensenkung, sondern soll Mittel für neue Wachstumsfelder freisetzen. McInerney verteidigte den Schritt gegenüber den Mitarbeitern und betonte, man handle im besten Interesse von Kunden und Partnern, indem man die Effizienz steigere, um gezielt in die vielversprechendsten Zukunftschancen zu reinvestieren.
Zu diesen strategischen Segmenten zählen allen voran grenzüberschreitende Zahlungsabwicklungen, spezialisierte B2B-Angebote für Unternehmenskunden sowie die Einbindung von Stablecoins und digitalen Währungen in die bestehende Infrastruktur.
Mit den Entlassungen ist Visa in der Finanztechnologie-Branche kein Einzelfall. Der anhaltende Ertrags- und Margendruck hatte bereits im Mai den Rivalen PayPal dazu veranlasst, einen Abbau von 20 Prozent seiner Belegschaft anzukündigen. Die Welle der Personalanpassungen verdeutlicht, dass selbst hochprofitable Platzhirsche ihre Strukturen radikal schlanker aufstellen, um im Kampf gegen agile Fintechs und neue Bezahllösungen ihre Vormachtstellung zu verteidigen.

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