Stellenabbau im Heimatmarkt: Santander verhandelt über 3.000 Vorruhestände

Radikalkur im Heimatmarkt: Die spanische Großbank Santander verhandelt über den Abbau von bis zu 3.000 Stellen über Vorruhestandsregelungen.

Anja Amend

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Anja Amend

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24.6.26

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11:49

Uhr

Stellenabbau im Heimatmarkt: Santander verhandelt über 3.000 Vorruhestände

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Santander

Bei der spanischen Großbank Santander zeichnet sich ein massiver Stellenabbau auf dem Heimatmarkt ab. Das Kreditinstitut hat Gespräche mit den Gewerkschaften aufgenommen, um bis zu 3.000 Mitarbeitern in Spanien ein freiwilliges Vorruhestandsangebot zu unterbreiten. Das berichtete die spanische Wirtschaftszeitung Expansión. Ein Sprecher der Bank bestätigte die laufenden Verhandlungen zur Schaffung eines Rahmens für freiwillige Austritte, nannte selbst jedoch noch keine konkreten Zahlen.

Mit blick auf den markt dürfte ein solcher Schritt sinnvoll sein, da der europäische Bankensektor infolge der fortschreitenden Digitalisierung und des Einsatzes Künstlicher Intelligenz vor einem tiefgreifenden Strukturwandel steht. Betreffen dürften die Maßnahmen laut Branchenkreisen vor allem administrative Funktionen, die sich durch KI-Anwendungen zunehmend automatisieren und effizienter gestalten lassen. Der potenzielle Stellenabbau im spanischen Retail- und Corporate-Geschäft hat ein erhebliches Gewicht: Betroffen wären zwischen 10 und 15 Prozent der rund 20.000 in Spanien beschäftigten Mitarbeiter.

Milliarden-Einsparungen durch KI-Initiativen im Visier

Die Pläne in Madrid decken sich mit der langfristigen Konzernstrategie. Bereits in ihrem Strategie-Update im Februar hatte die Santander-Führung angekündigt, massiv in technologische Innovationen investieren zu wollen. Bis zum Jahr 2028 sollen Kosteneinsparungen sowie zusätzliche Erträge von mehr als 1.000 Milliarden Euro (rund 1.140 Milliarden US-Dollar) allein aus KI-Initiativen generiert werden. Der geplante Personalabbau ist somit der logische operative Hebel, um diese ambitionierten Rentabilitätsziele zu erreichen.

Aus branchensicht wird spannend zu beobachten sein, wie aggressiv Santander den Sparkurs auch außerhalb Spaniens fortsetzt und ob andere europäische Großbanken mit ähnlichen Programmen nachziehen. Für das Institut ist es jedenfalls nicht die erste Schrumpfkur: Um die Kostenquote zu senken, hat Santander in den vergangenen zwei Jahren bereits rund 14.000 Stellen gestrichen. Damit sank die weltweite Belegschaft des Bankenriesen auf unter 200.000 Mitarbeiter. Der Fokus auf freiwillige Vorruhestandsregelungen im Heimatmarkt soll nun einen sozialverträglichen Übergang ermöglichen, ohne die Transformation zu bremsen.

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