Standard Chartered baut bis 2030 über 7000 Stellen ab und ersetzt einfache Verwaltungstätigkeiten durch Künstliche Intelligenz. Die britische Großbank peilt durch die Fokussierung auf Premiumkunden eine Eigenkapitalrendite von 18 Prozent an.

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Standard Chartered
Die britische Großbank Standard Chartered leitet die finale Phase ihrer Konzernrestrukturierung ein und setzt dabei auf eine radikale Digitalisierung ihrer Arbeitsabläufe. Wie das auf Asien und Afrika fokussierte Institut am heutigen Dienstag bekanntgab, sollen bis zum Jahr 2030 mehr als 15 Prozent aller Arbeitsplätze abgebaut werden. Davon sind konzernweit über 7000 Vollzeitstellen betroffen. Im Gegenzug will die Bank durch den massiven Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Automatisierungslösungen ihre Effizienz steigern und hat in diesem Zuge deutlich ehrgeizigere Renditeziele für die kommenden Jahre ausgegeben.
Das in London ansässige Institut strebt an, die Eigenkapitalrendite (RoTE) bis zum Jahr 2028 auf über 15 Prozent zu treiben. Bis 2030 soll diese wichtige Rentabilitätskennziffer sogar eine Marke von rund 18 Prozent erreichen. Die Ankündigung zeigt, dass der regulatorische und technologische Druck auf globale Großbanken unvermindert anhält und der Faktor Technologie zunehmend den Faktor Mensch in den operativen Abteilungen verdrängt.
Konzernchef Bill Winters trat in einer ersten Reaktion dem Eindruck entgegen, dass es sich bei dem geplanten Stellenabbau um ein klassisches, rein defensives Sparprogramm handelt. Vielmehr gehe es darum, die Struktur der Bank grundlegend zu modernisieren und repetitive, einfache Verwaltungstätigkeiten durch hochentwickelte Algorithmen zu ersetzen. Die dadurch freiwerdenden Ressourcen sollen direkt in das künftige Wachstum investiert werden.
„Es geht hierbei nicht um reine Kostensenkungen“, betonte Bankchef Bill Winters am Dienstag.
„Es geht darum, einfache Arbeit durch Investitionen in Automatisierung und Künstliche Intelligenz zu ersetzen.“
Die neue Ausrichtung sieht vor, dass sich Standard Chartered künftig noch deutlicher auf besonders margenstarke Geschäftsbereiche fokussiert. Im Zentrum der Wachstumsstrategie steht dabei das weltweite Vermögensmanagement für wohlhabende Privatkunden (Affluent und Premium Clients). Dieses Kundensegment gilt im Vergleich zum klassischen Massengeschäft als deutlich lukrativer und weniger anfällig für konjunkturelle Schwankungen in den Schwellenländern.
Die Erhöhung der Renditeziele kommt für den Markt nicht völlig überraschend, da Standard Chartered operativ zuletzt gut geliefert hatte. Die ursprünglich für das Jahr 2026 gesteckten mittelfristigen Finanzziele konnte die Großbank bereits ein Jahr früher als geplant erreichen. Dieser operative Vorsprung verschafft dem Management nun den nötigen Rückhalt bei den Investoren, um den tiefgreifenden Umbau des Personalapparates ohne größeren Gegenwind einzuleiten.
An den Finanzmärkten wurden die Nachrichten mit Zuversicht aufgenommen. Die in Hongkong notierten Aktien des Instituts legten unmittelbar nach Bekanntgabe der Pläne um 2,3 Prozent zu. Analysten werten den Schritt mehrheitlich als folgerichtige Antwort auf die veränderten Rahmenbedingungen im globalen Banking, wo Effizienzgewinne durch Technologie zunehmend zum entscheidenden Differenzierungsmerkmal im harten Wettbewerb werden.

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