Sparda-Gruppe schließt 2025 mit 185,6 Mio. Euro Vorsteuergewinn ab. IT-Migration zu Atruvia beendet, Zinsüberschuss klettert auf knapp 1,2 Mrd. Euro.

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Verband Sparda-Banken
Die Gruppe der elf genossenschaftlichen Sparda-Banken blickt auf ein solides Geschäftsjahr 2025 zurück, das maßgeblich im Zeichen infrastruktureller Weichenstellungen stand. Wie der Verband der Sparda-Banken e.V. mitteilte, kletterte die kumulierte Bilanzsumme der Institute von 86,4 Milliarden Euro auf 89,5 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss vor Steuern belief sich auf 185,6 Millionen Euro, während der Nachsteuergewinn mit 89,5 Millionen Euro annähernd das Vorjahresniveau hielt (2024: 92,7 Millionen Euro).
Ausschlaggebend für die operative Stabilität war die Ertragsdynamik auf der Zinsseite. Der Zinsüberschuss stieg infolge stabiler Erträge und rückläufiger Zinsaufwendungen um 9 Prozent bzw. 100 Millionen Euro auf rund 1,18 Milliarden Euro. Im Gegenzug reduzierte sich der Provisionsüberschuss moderat von 302 Millionen auf 287 Millionen Euro, was der Verband neben den Marktbedingungen vor allem auf temporäre Reibungsverluste im Vertrieb während der IT-Systemwechsel zurückführt.
Im abgelaufenen Turnus finalisierte die Gruppe die schrittweise Zusammenführung aller elf Institute auf das Kernbankensystem des genossenschaftlichen Dienstleisters Atruvia AG. Nachdem 2024 die Sparda-Banken Ostbayern und Augsburg den Anfang machten, folgten 2025 die Institute in München, Hessen, Nürnberg, Baden-Württemberg und West. Die Umstellungsaufwendungen trieben den Verwaltungsaufwand der Gruppe gemeinsam mit Tariferhöhungen temporär von 1,07 Milliarden auf 1,16 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis vor Bewertung stieg dennoch leicht auf 339,2 Millionen Euro (2024: 332,8 Millionen Euro), während das Ergebnis nach Bewertung bei 314,7 Millionen Euro lag (2024: 344,7 Millionen Euro).
"2025 war für die Sparda-Banken das Jahr der Transformation und der finalen Konsolidierung aller Häuser bei dem genossenschaftlichen IT-Dienstleister Atruvia AG. Trotz des steigenden Wettbewerbsdrucks und der Weichenstellungen für die neue IT-Infrastruktur im laufenden Betrieb verzeichnet die Gruppe eine positive Geschäftsentwicklung mit Zuwächsen im Einlagengeschäft, bei den Kundenforderungen und beim Zinsüberschuss", ordnet Verbands-Chef Florian Rentsch das Geschäftsjahr ein. Für die kommenden Perioden stellt das Management eine spürbare Entlastung der Aufwandsposition in Aussicht, da IT-Doppelbelastungen entfallen und Synergien gehoben werden können.
Auf der Passivseite bauten die Genossenschaftsinstitute ihre Bestände deutlich aus. Die Kundeneinlagen kletterten um 4,1 Prozent bzw. 3,1 Milliarden Euro auf 79,1 Milliarden Euro. Parallel dazu stiegen die Kundenforderungen um 1,1 Milliarden Euro auf 49,5 Milliarden Euro. Das Kreditneugeschäft bewegte sich mit 6,9 Milliarden Euro trotz der migrationsbedingten Vertriebsunterbrechungen auf solidem Niveau (2024: 7,2 Milliarden Euro). Mit einem Anteil von 92 Prozent an den Gesamtforderungen blieb die Wohnbaufinanzierung der dominierende Geschäftszweig.
Die Eigenmittelausstattung verzeichnete im Berichtszeitraum einen weiteren Zuwachs. Das bilanzielle Eigenkapital stieg auf 4,6 Milliarden Euro (2024: 4,5 Milliarden Euro). Das aufsichtsrechtliche harte Kernkapital belief sich auf 6,1 Milliarden Euro (2024: 5,9 Milliarden Euro), womit die harte Kernkapitalquote (CET1) auf 19,3 Prozent (2024: 18,1 Prozent) anzog. „Eine angemessene Eigenkapitalausstattung ist Grundvoraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Häuser. Die Sparda-Banken sind diesbezüglich bestens aufgestellt“, betont Verbandsvorstand Heiko Hunkel.
Mit Blick auf das regulatorische Umfeld bezog Verbandschef Rentsch klar Position gegen ein übereiltes Vorgehen beim digitalen Euro der Europäischen Zentralbank. „Für uns steht nun im Vordergrund, dass ein so kostenintensives staatliches Projekt am Ende nicht destruktiv auf den privaten Wettbewerb einwirkt. Für uns sind die Vorteile des digitalen Euro für den Verbraucher im bestehenden Design nach wie vor noch nicht erkennbar“, so Rentsch. Essentiell bleibe, dass die Abwicklung zwingend über die privaten Geschäftsbanken laufe und kein Einlagenabfluss drohe.
Strategische Chancen sieht die Gruppe hingegen in den aktuellen Bundesinitiativen zur Altersvorsorge. Bei Instrumenten wie dem neuen Altersvorsorgedepot sowie der Frühstartrente plant die Sparda-Gruppe, gemeinsam mit den Partnern der genossenschaftlichen Finanzgruppe zeitnah marktfähige Produktlösungen auszurollen. Die Sparda-Banken betreuen bundesweit unverändert rund 3,7 Millionen Kunden, von denen knapp 3,0 Millionen zugleich Genossenschaftsmitglieder sind.

Die Evangelische Bank (EB) startet ein eigenes Private Banking für vermögende Kunden. Mit über 800 Mio. Euro AuM will das Institut zur Hauptbank werden.