Schweizer Investmenthaus Vontobel baut Führungsteam aus und übertrifft eigene Finanzziele

Das Schweizer Investmenthaus Vontobel erzielt im ersten Halbjahr 2026 einen Rekord-Halbjahresgewinn von 216 Millionen Franken. Zudem wird Antoine Boublil neuer CFO.

Harry Dörsam

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Harry Dörsam

Veröffentlicht am

27.7.26

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15:01

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Schweizer Investmenthaus Vontobel baut Führungsteam aus und übertrifft eigene Finanzziele

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Vontobel

Das Schweizer Investmenthaus Vontobel hat im ersten Halbjahr 2026 ein Rekordergebnis erzielt. Getrieben von hoher Kundenaktivität und einer gesunkenen Kostenbasis schoss der Halbjahresgewinn um 87 Prozent auf 216 Millionen Schweizer Franken (CHF) nach oben. Die Gesamterträge kletterten spürbar um 24 Prozent auf 852 Millionen CHF. Mit den vorgelegten Zahlen liegt das Zürcher Institut bei den Erträgen, der Effizienz, der Profitabilität und der Kapitalisierung durchweg über seinen eigenen „Through-the-Cycle“-Zielen.

Führungsduo sieht Qualität des Geschäftsmodells bestätigt

Für die Co-CEOs Christel Rendu de Lint und Georg Schubiger ist das Resultat ein klarer Beleg für die operative Stärke der Gruppe in einem dynamischen Marktumfeld. Sie kommentieren das Halbjahresergebnis wie folgt:

"Vontobel erzielte im ersten Halbjahr 2026 ein sehr starkes Ergebnis. Steigende Erträge, getrieben durch eine hohe Kundenaktivität, sowie eine tiefere Kostenbasis führten zu einem deutlichen Gewinnanstieg. Gleichzeitig haben wir unsere strategischen Prioritäten konsequent umgesetzt, unsere Präsenz in wichtigen Märkten ausgebaut sowie weiter in unsere Produktpalette und Anlagekompetenz investiert. Das Ergebnis widerspiegelt die Qualität unseres Geschäftsmodells und das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden."

Operativer Hebel durch beschleunigtes Effizienzprogramm

Ein zentraler Pfeiler der Ergebnisentwicklung war das von Vontobel aufgelegte Effizienzprogramm im Umfang von 100 Millionen CHF. Die Maßnahmen schreiten schneller voran als ursprünglich geplant und sollen bis zum Jahresende vollständig abgeschlossen werden.

Bei einem Geschäftsaufwand von 579 Millionen CHF verbesserte sich die Cost-Income-Ratio im ersten Halbjahr deutlich auf 67.9 Prozent – nach 77.9 Prozent in der Vorjahresperiode. Damit unterschreitet das Haus das selbstgesteckte Ziel von 72 Prozent um mehr als vier Prozentpunkte. Parallel dazu stieg die Eigenkapitalrendite spürbar von 10.2 Prozent im Vorjahreszeitraum auf nun 16.9 Prozent.

Dynamik bei Private Clients und bereinigte Zuflüsse im Institutionellen Geschäft

Das betreute Kundenvermögen (Assets under Management) kletterte per 30. Juni 2026 auf 252.2 Milliarden CHF. Das gesamte Nettoneugeld belief sich auf 2.5 Milliarden CHF gegenüber 2.0 Milliarden CHF im Vorjahr.

Im Segment Private Clients verzeichnete die Bank erneut ein robustes Wachstum mit Nettoneugeldzuflüssen von 2.5 Milliarden CHF, was einer Wachstumsrate von 4.1 Prozent entspricht. Die Expansion in den USA wurde im Juni mit der Eröffnung eines neuen Standorts in Los Angeles vorangetrieben, während in Deutschland im Oktober eine neue Niederlassung in Düsseldorf folgen wird. Das Geschäft mit Structured Solutions profitierte zudem von der hohen Nachfrage nach Rohstoff- und US-Aktienprodukten.

Im Bereich Institutional Clients stiegen die verwalteten Vermögen auf 112.5 Milliarden CHF. Der ausgewiesene Nettoneugeldzufluss lag zwar nominell bei null, betrug jedoch bereinigt um Abflüsse im Zusammenhang mit Raiffeisen und Quality Growth solide 3.8 Milliarden CHF, was einem annualisierten Wachstum von 7.4 Prozent entspricht. Besonders gefragt waren Fixed-Income-Produkte mit einem Neugeldwachstum von 15 Prozent in den entsprechenden Boutiquen.

Personelle Neuausrichtung in der Geschäftsleitung

Neben den operativen Zahlen kündigte Vontobel eine personelle Weichenstellung im Top-Management an. Antoine Boublil übernimmt per August 2026 die Position des Chief Financial Officer (CFO) und wird Mitglied des Executive Committee der Vontobel Holding AG.

Zusätzlich ziehen per August 2026 drei operative Führungskräfte in das Executive Committee ein: Gianpiero Galasso als Head Private Clients Europe & Middle East, Andrew Jackson als Head Investments sowie Christoph von Reiche als Head Institutional Clients. Sämtliche Ernennungen stehen noch unter dem Vorbehalt der zuständigen Aufsichtsbehörden.

Auf der Kapitalseite präsentiert sich die Bank weiterhin konservativ aufgestellt. Die harte Kernkapitalquote kletterte zum Stichtag auf 23.2 Prozent und liegt damit weit über den regulatorischen Vorgaben. Mit dem beschleunigten Effizienzprogramm, der organisatorischen Gründung des neuen Bereichs Vontobel Solutions und der soliden Eigenkapitalbasis verschafft sich das Haus den nötigen Handlungsspielraum, um seine angekündigten Wachstumsinitiativen in Europa und Nordamerika wie geplant umzusetzen.

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