Gewinnsprung im schwierigen Marktumfeld: Die Bausparkasse Schwäbisch Hall verdoppelt ihr Vorsteuerergebnis auf 122 Millionen Euro. Ein boomendes Baufinanzierungsgeschäft gleicht den Rückgang im klassischen Bausparen aus.

Bildnachweis:
Bausparkasse Schwäbisch Hall
Die Bausparkasse Schwäbisch Hall trotzt dem anhaltend schwierigen Immobilienmarkt. Im Geschäftsjahr 2025 verdoppelte der Branchenprimus sein vorläufiges Vorsteuerergebnis zum zweiten Mal in Folge und erwirtschaftete 122 Millionen Euro. Ein höheres Zinsniveau sowie eine konsequente Tarifpolitik trieben den Zinsüberschuss maßgeblich an. Gezielte Investitionen in Wachstum und IT-Sicherheit ließen den Verwaltungsaufwand derweil leicht steigen.
Im operativen Geschäft zeigt sich eine klare Verschiebung. Während das eingelöste Neugeschäft im klassischen Bausparen in einem insgesamt rückläufigen Markt um 24,6 Prozent auf 20,5 Milliarden Euro sank, legte die Baufinanzierung kräftig zu. Die gemeinsam mit den Genossenschaftsbanken vermittelten Kredite stiegen um 16 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro. Mit einem Marktanteil von 33,3 Prozent bleibt Schwäbisch Hall dennoch der unangefochtene Marktführer im Bausparen.
Vorstandschef Mike Kammann sieht das Geschäftsmodell durch die Zinswende in der Substanz klar gestärkt:
„Das zinsgünstige Bauspardarlehen ist für unsere Kunden ein verlässlicher Finanzierungsbaustein für ihre wohnwirtschaftlichen Vorhaben – gerade in bewegten Zeiten“.
Da fehlendes Eigenkapital oft die größte Hürde auf dem Weg zum Wohneigentum darstelle, sei Bausparen für ihn „das Produkt der Stunde: Es ist das Instrument, um zielgerichtet Eigenkapital anzusparen und Zinsen für die Zukunft abzusichern“. Erfolgreich lief zudem die direkte Kundenansprache: Die Kampagne „#MakeItReal“ auf Plattformen wie TikTok steigerte das Geschäftsvolumen bei jungen Zielgruppen spürbar.
Unter dem Leitmotiv „#Fokus100“ treibt Schwäbisch Hall den Ausbau zum umfassenden Lösungsanbieter im gesamten Immobilien-Ökosystem voran. Besonders die genossenschaftliche Vermittlerplattform BAUFINEX entwickelt sich dabei zum Wachstumstreiber: Sie steigerte ihr Transaktionsvolumen um 26,8 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro. Beteiligungen wie Impleco, die digitale Dienste rund um die Immobilie anbieten, oder der B2B-Marktplatz der Tochtergesellschaft Schwäbisch Hall Wohnen GmbH runden das Angebot ab. Für 2026 erwartet das Institut bei moderat steigenden Immobilienpreisen und stabilen bis leicht höheren Zinsen eine weiter wachsende Nachfrage nach Finanzierungen.
Der Blick auf die Zahlen beweist, dass Schwäbisch Hall den Spagat zwischen klassischem Produktangebot und moderner Plattformökonomie aktuell erfolgreich meistert. Das abflauende Bauspar-Neugeschäft nach dem ersten Zinsschock reißt keine Lücke in die Erträge, weil die stark wachsende Baufinanzierung und skalierbare digitale Marktplätze wie BAUFINEX das Defizit nahtlos auffangen. Die Bausparkasse macht sich dadurch deutlich unabhängiger von produktspezifischen Nachfrageschwankungen.
Die größte Wachstumsbremse für die gesamte Branche bleibt jedoch das politische und regulatorische Umfeld. Zwar lobt Kammann jüngste Initiativen wie den Wohnungsbau-Turbo, diese seien „aber noch kein Grund, sich zurückzulehnen“. Um Bau- und Erwerbskosten effektiv zu senken, fordert der CEO weitreichende Reformen bei der Grunderwerbsteuer und den konsequenten Abbau von Bauvorschriften. Sein unmissverständlicher Appell an die Politik lautet: „Nur mit einem ganzheitlichen Ansatz im Sinne eines Masterplans können wir den Wohnungsbau nachhaltig stärken und bezahlbaren Wohnraum schaffen.“

Machtwechsel im Maschinenraum der Deutschen Bank: Gerald Podobnik steigt zum Global Co-Head der Corporate Bank auf und bildet künftig ein schlagkräftiges Führungsduo mit David Lynne.

Rekordjagd in Berlin: Die Deutsche Kreditbank AG (DKB) erzielt im Geschäftsjahr 2025 einen historischen Vorsteuergewinn von knapp 1,4 Milliarden Euro. Mit der neuen Strategie „DKB 2030“ schaltet die Direktbank nun endgültig in den Angriffsmodus, investiert eine halbe Milliarde Euro in Technologie und bläst zur Jagd auf die Neobroker.

Vivid knackt die Marke von 100.000 KMU-Kunden und setzt mit Zinsen von bis zu 5 % auf USD und GBP ein fettes Ausrufezeichen im Markt. Mit der neuen Web-Plattform und erweiterten Treasury-Tools mutiert die Neobank zum kompletten „Financial Operating System“ für internationale Gründer und fordert die etablierte Konkurrenz frontal heraus.