BaFin rügt PSD Bank West eG: Finanzaufsicht fordert zusätzliches Kapital

BaFin greift bei der PSD Bank West eG durch: Wegen Mängeln im Risikomanagement und der Geschäftsorganisation muss das Institut ab sofort zusätzliche Eigenmittel vorhalten. Ein Sonderbericht aus dem Jahr 2025 gab den Ausschlag für diese Maßnahme der Finanzaufsicht.

Anja Amend

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Anja Amend

Veröffentlicht am

17.2.26

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21:15

Uhr

BaFin rügt PSD Bank West eG: Finanzaufsicht fordert zusätzliches Kapital

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Kai Hartmann Photography | BaFin

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat weitreichende Konsequenzen für die PSD Bank West eG angeordnet. Wie die Aufsichtsbehörde am 17. Februar 2026 bekannt gab, muss das genossenschaftliche Kreditinstitut ab sofort zusätzliche Eigenmittel vorhalten.

Hintergrund dieser strikten aufsichtsrechtlichen Anordnung sind signifikante Defizite, die im Rahmen einer Überprüfung aufgedeckt wurden. Eine Sonderprüfung im abgelaufenen Jahr 2025 brachte zutage, dass bei der Bank die „Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsorganisation in Teilen der geprüften Bereiche nicht gegeben war“. Diese strukturellen Schwächen manifestierten sich laut Behördenangaben insbesondere in massiven Mängeln im internen Risikomanagement.

Markteinwertung: Warnschuss für die genossenschaftliche Bankenwelt

Dass die BaFin einer etablierten Genossenschaftsbank einen solch harten Kapitalzuschlag aufbrummt, ist ein deutliches Warnsignal an die gesamte Branche. Aufseher ahnden organisatorische Nachlässigkeiten und ein lückenhaftes Risikomanagement inzwischen mit größter Härte. Zusätzliche Eigenkapitalanforderungen sind für Banken besonders schmerzhaft, da dieses gebundene Kapital nicht mehr für das lukrative Neugeschäft – wie etwa die Kreditvergabe – zur Verfügung steht und somit direkt die Profitabilität drückt.

Für die PSD Bank West eG, die tief in Nordrhein-Westfalen verwurzelt ist und stark vom Vertrauen ihrer Mitglieder lebt, bedeutet dieser Schritt einen spürbaren Reputationsschaden. Das Management steht nun massiv unter Druck, die monierten Mängel in der Geschäftsorganisation schnellstmöglich abzustellen, um den Kapitalpuffer wieder freizubekommen und das volle Vertrauen der Bonner Aufseher zurückzugewinnen.

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