Revolut bietet Kunden in Deutschland ab sofort Zugang zu Privatmärkten ab einem Euro. Das Angebot nutzt Eltif-2.0-Fonds von Apollo, Hamilton Lane und Partners Group.

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Revolut
Die Digitalbank Revolut erweitert ihr Anlageportfolio im europäischen Wirtschaftsraum und stößt in ein Segment vor, das bislang vor allem Großanlegern vorbehalten war. Ab sofort erhalten Kunden in Deutschland die Möglichkeit, über die App in Privatmarktanlagen wie Private Equity, Infrastruktur und private Kreditfonds zu investieren. Zum Start kooperiert die Neobank mit den drei etablierten Vermögensverwaltern Apollo, Hamilton Lane und Partners Group, die zusammen ein Vermögen von mehr als 2,2 Billionen Dollar verwalten.
Mit der Neuausrichtung verfolgt das Fintech das Ziel, die hohe Eintrittsschwelle für Anlageklassen abseits der öffentlichen Börsen drastisch zu senken. Die Mindestanlagesumme liegt bei lediglich einem Euro, zudem verzichtet die Plattform auf einen klassischen Ausgabeaufschlag.
Rolandas Juteika, bei Revolut für Vermögensverwaltung und Handel im europäischen Wirtschaftsraum verantwortlich, sieht in dem Schritt einen klaren Bruch mit den bisherigen Marktkonventionen:
"Privatmarktanlagen waren bislang fast ausschließlich institutionellen Investoren und sehr vermögenden Privatpersonen vorbehalten."
Nach Angaben des Unternehmens wächst das Interesse der Kundschaft an alternativen Bausteinen spürbar. Nicht nur klassische Aktienkäufer, sondern auch ETF-Anleger suchten zunehmend nach Möglichkeiten, ihre Portfolios jenseits der regulären Handelsplätze zu diversifizieren.
Rechtlich strukturiert sind die angebotenen Produkte über den Rahmen der europäischen Eltif-2.0-Verordnung für langfristige Investmentfonds, die 2023 grundlegend reformiert wurde. Während traditionelle Privatmarktfonds das Anlegerkapital häufig über einen Zeitraum von sieben bis zwölf Jahren fest binden, setzt das von Revolut genutzte Konstrukt auf mehr Flexibilität.
Um den Fondszugang planbarer zu gestalten, arbeiten die Fonds mit einer Liquiditätsreserve von etwa 20 Prozent des Fondsvolunens sowie fest definierten, meist vierteljährlichen Rückgabefenstern. Juteika ordnet das Liquiditätsprofil wie folgt ein:
"Damit bleiben die Produkte illiquider als ein ETF, aber nicht wie bei institutionellen Anlegern für sieben bis zwölf Jahre festgelegt."
Sämtliche Details zur Strategie, der regionalen und branchenspezifischen Verteilung sowie Factsheets mit den größten Einzelpositionen stellt das Institut transparent in der App zur Verfügung.
Auf der Kostenseite bewegen sich die Fonds deutlich über dem Niveau klassischer Indexfonds. Wiktor Stopa, bei Revolut für die Märkte in West- und Osteuropa zuständig, beziffert die jährliche Managementgebühr auf 1,65 bis 2,35 Prozent. Hinzu kommt eine erfolgsabhängige Vergütung von zehn bis 15 Prozent bei Übertreffen bestimmter Renditeziele. In der Gesamtschau ergibt sich eine Gesamtkostenquote von 1,8 bis rund 2,5 Prozent pro Jahr – während breit gestreute Aktien-ETFs oft für unter 0,2 Prozent jährlich zu haben sind.
Ungeachtet der vereinfachten Zugänglichkeit bleiben Privatmarktanlagen komplex und risikobehaftet. Revolut weist explizit darauf hin, dass das Risiko von Kapitalverlusten besteht und die Liquidität eingeschränkt bleibt. Rücknahmen sind nicht garantiert und können im Einzelfall beschränkt oder vollständig ausgesetzt werden. Die Produkte eignen sich daher ausschließlich für langfristig orientierte Anleger mit einem mehrjährigen Horizont, die nicht auf den unmittelbaren Zugriff auf ihr Kapital angewiesen sind.

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