Porsche zieht sein exklusives Kreditkartenportfolio von der DKB ab und übergibt es an das finnische Fintech Enfuce. Der Wechsel ist nicht nur ein Rückschlag für die DKB, sondern auch ein bemerkenswerter Markteintritt für das bislang kaum bekannte Start-up.

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Porsche SE
Ein weiterer prominenter Name verabschiedet sich aus dem Kreditkarten-Portfolio der Deutschen Kreditbank (DKB): Porsche. Der Stuttgarter Autobauer trennt sich von seiner bisherigen Co-Branding-Partnerschaft mit der DKB und überträgt das Geschäft an das finnische Fintech Enfuce – ein Anbieter, der in Deutschland bislang nur Brancheninsidern ein Begriff war. Darüber berichtete exklusiv das Manager Magazin.
Damit verliert die DKB nach Miles & More (an die Deutsche Bank) und Hilton Honors (an Advanzia) nun innerhalb kurzer Zeit den dritten prestigeträchtigen Kunden im Premiumsegment – und das ausgerechnet an einen Newcomer.
Das Porsche-Kreditkartenportfolio gilt als Aushängeschild für markenaffines Banking – inklusive Karten aus Edelstahl, Sonderleistungen für Autofahrer und einem Branding, das gezielt auf die Lifestyle-Community von Porsche zugeschnitten ist. Dass ein solches Angebot künftig von Enfuce abgewickelt wird, dürfte in der deutschen Bankenlandschaft für Aufmerksamkeit sorgen.
Enfuce, gegründet von Denise Johansson und Monika Liikamaa, hat sich auf cloudbasierte Payment-Infrastrukturen spezialisiert. Das Unternehmen wird von Investoren wie Vitruvian Partners und Visa finanziell getragen – mit dem erklärten Ziel, in den deutschen Markt vorzustoßen. Der Porsche-Deal ist damit ein Katalysator für Sichtbarkeit und unterstreicht das Vertrauen in die technologische Leistungsfähigkeit des Fintechs.
Für die DKB hingegen markiert der Abgang von Porsche den nächsten Rückschlag im lukrativen Co-Branding-Geschäft. Der Verlust dreier Premiumpartner binnen kurzer Zeit wirft Fragen auf – sowohl zur strategischen Positionierung im Kreditkartensegment als auch zur Attraktivität für Partner mit starkem Markenanspruch.
Während die Bank sich zunehmend auf Nachhaltigkeit, Standardbanking und B2C-Wachstum fokussiert, verliert sie gleichzeitig ihre Bindung an Zielgruppen mit Premiumanspruch. Die Gründe für den Rückzug von Porsche wurden bislang nicht offiziell laut Manager Magazin nicht kommentiert – fest steht: Die Karten sind neu gemischt, und Enfuce hat einen Fuß in der Tür der deutschen Finanzelite.
Dass ein bis dato in Deutschland kaum aktives Fintech eine Premiummarke wie Porsche für sich gewinnt, ist mehr als nur ein Achtungserfolg. Es ist ein Zeichen dafür, wie dynamisch sich die Zahlungsdienstleistungsbranche entwickelt – und wie schnell sich Machtverhältnisse verschieben können, wenn Technologie, Branding und Ambition zusammenkommen.
Für Enfuce ist der Porsche-Deal ein echter Ritterschlag – für die DKB ein Weckruf.

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