Historischer Wechsel bei der LBBW: Ab April 2026 führt mit Gabriele Kellermann erstmals eine Frau den Aufsichtsrat von Deutschlands größter Landesbank. Sie folgt auf den langjährigen Vorsitzenden Christian Brand, womit das Institut auf eine interne Lösung und Kontinuität setzt.

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LBBW
Deutschlands größte Landesbank regelt ihre Spitzenpersonalie im Kontrollgremium mit großem Vorlauf und setzt dabei ein historisches Zeichen. Zum 1. April 2026 wird Gabriele Kellermann den Vorsitz im Aufsichtsrat der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) übernehmen. Sie folgt auf den 76-jährigen Christian Brand, der das Gremium ein Jahrzehnt lang führte.
Die Entscheidung fiel in der heutigen Sitzung einstimmig. Mit der 62-Jährigen rückt erstmals eine Frau an die Spitze des obersten Kontroll- und Beratungsgremiums der Bank – ein Novum in der Geschichte des Stuttgarter Instituts.
Die Wahl Kellermanns ist ein klares Signal für Stabilität. Die gebürtige Karlsruherin ist keine Unbekannte im Haus: Bereits seit Mai 2020 gehört sie dem LBBW-Aufsichtsrat an und hat sich dort als Mitglied im Risiko- sowie im Prüfungsausschuss tief in die Zahlenwerke und Risikostrukturen der Bank eingearbeitet.
Hauptberuflich ist Kellermann stellvertretende Vorstandsvorsitzende der BBBank, wo sie unter anderem die Bereiche Controlling, Finanzen, Revision und Compliance verantwortet – eine Skill-Matrix, die für die Aufsicht eines systemrelevanten Instituts wie der LBBW ideal zugeschnitten scheint.
„Die Wahl zur Aufsichtsratsvorsitzenden ist für mich eine große Ehre und Verpflichtung zugleich“, erklärte Kellermann. „Besonders wichtig ist mir eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Vorstand sowie innerhalb des Gremiums.“
Mit dem Wechsel im Frühjahr 2026 endet die Ära von Christian Brand. Der frühere Chef der landeseigenen L-Bank ist ein Urgestein des baden-württembergischen Finanzplatzes. Seit 2005 war er in verschiedenen Funktionen in den Gremien der LBBW tätig, 2015 übernahm er den Vorsitz des Aufsichtsrats.
Brand begleitete die Bank in einer entscheidenden Phase der Konsolidierung und Neuausrichtung nach der Finanzkrise. LBBW-Vorstandschef Rainer Neske würdigte das „erfolgreiche gemeinsame Wirken“ und die „ruhige Hand“, mit der Brand die Bank begleitet habe.
Die Personalie wird von allen Trägern der Bank – dem Land Baden-Württemberg, den Sparkassen und der Stadt Stuttgart – mitgetragen. Finanzminister Dr. Danyal Bayaz lobte die „hoch qualifizierte Nachfolgerin“, während Sparkassenpräsident Dr. Matthias Neth die „große Besonnenheit“ des scheidenden Vorsitzenden hervorhob.
Die frühzeitige Entscheidung gut 15 Monate vor dem Stichtag soll eine geräuschlose Übergabe (Smooth Transition) sicherstellen. In Zeiten volatiler Bankenmärkte ist dies ein bewusstes Signal der Verlässlichkeit an Investoren und Kunden.

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