Standard & Poor’s senkt den Ausblick für die Deutsche Pfandbriefbank (PBB) auf "negativ". Die Ratingagentur warnt vor hohen Kosten des US-Rückzugs und blickt skeptisch auf die Neuausrichtung in Europa und im Asset Management. Ein starkes Kapitalpolster federt die Risiken des Umbaus jedoch ab.

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Pfandbriefbank
Die Deutsche Pfandbriefbank (PBB) muss auf ihrem Weg der strategischen Neuausrichtung einen Dämpfer hinnehmen. Die US-Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat den Ausblick für den Immobilienfinanzierer auf "negativ" gesenkt. Hauptgrund ist die erhebliche Unsicherheit rund um den kostspieligen Rückzug aus dem US-Markt, der die Bank schwerer belastet als ursprünglich angenommen.
S&P warnte bereits am Freitagabend vor den Konsequenzen des Strategieschwenks. Die bisherigen Verluste aus dem Rückzug übersteigen die Erwartungen der Analysten deutlich.
“Bislang hat der Rückzug aus den USA Verluste verursacht, die unsere ursprünglichen Schätzungen bei weitem übersteigen, und es besteht weiterhin erhebliche Unsicherheit hinsichtlich des endgültigen Abschlags, den die Bank im Rahmen ihres Rückzugsplans aus den USA vornehmen muss”, erklärte die Ratingagentur laut Bloomberg News.
Diese Einschätzung trifft die PBB in einer ohnehin angespannten Phase. Erst Mitte November musste der Immobilienfinanzierer seine Prognose korrigieren und warnte vor einem Jahresverlust vor Steuern in einer Spanne zwischen 210 Millionen Euro und 265 Millionen Euro.
Die PBB steckt mitten in einem fundamentalen Umbau. Die Bank zieht sich komplett aus dem US-Markt zurück, um sich voll auf die europäischen Märkte zu konzentrieren. Parallel versucht sie, ihr Geschäftsmodell durch eine Expansion in den Bereich Asset Management zu diversifizieren.
Doch S&P sieht genau in dieser Neuausrichtung auch neue Risiken. Die Analysten befürchten, dass die PBB durch den US-Ausstieg zwar Risiken mindert, sich aber gleichzeitig in eine stärkere Abhängigkeit vom europäischen Gewerbeimmobilienmarkt (CRE) begibt.
“Die Risikominderungsmaßnahmen, insbesondere im US-amerikanischen Portfolio, sind zwar strukturell positiv, werden aber den adressierbaren Markt verkleinern und die Geschäftsaussichten stärker auf den europäischen CRE-Markt ausrichten, der angesichts schwacher makroökonomischer Aussichten länger schwierig bleiben kann”, schrieb S&P.
Auch der zweite Pfeiler der neuen Strategie – der Aufbau des Asset Managements – wird von S&P noch skeptisch bewertet. Die PBB ist gerade dabei, den Anbieter Deutsche Investment Gruppe (DIG) zu übernehmen, um in diesem Feld Fuß zu fassen.
Die Ratingagentur zeigt sich hier jedoch zurückhaltend und verweist auf die fehlende Erfolgsbilanz:
“DIG ist klein und war bisher nur mäßig profitabel. PBB muss erst noch eine Erfolgsbilanz vorweisen, um die konkreten Vorteile für ihr Geschäftsmodell zu unterstreichen”, erklärte S&P.
Die Analysten mahnen zudem an, dass die insgesamt schwächere Ertragsbasis der Bank nun ein striktes Kostenmanagement und gegebenenfalls weitere Restrukturierungen erfordere, um die Kostenstruktur anzupassen.
Trotz der deutlichen Warnschüsse und der gesenkten Prognose schließt S&P die Analyse mit einer wichtigen, stabilisierenden Feststellung: Die PBB sei – dank ihrer starken Kapitalausstattung – gut gerüstet, um auch "zusätzliche unerwartete Verluste zu verkraften". Dieses Kapitalpolster gibt der Bank die notwendige Luft, um den schmerzhaften, aber aus Sicht des Managements notwendigen Umbau fortzusetzen.
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