Comeback der Baufinanzierung: Die LBS NordWest verzeichnet für 2025 ein sattes Plus von 30 Prozent im Kreditgeschäft. LBS-Chef Frank Demmer sieht im zinsgünstigen Bauspardarlehen den besten Schutz vor Altersarmut und steigenden Mieten.

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LBS NordWest
Die Zinswende am Immobilienmarkt spielt den Bausparkassen in die Karten. Das zeigt sich deutlich in den Zahlen der LBS Landesbausparkasse NordWest. Für das Jahr 2025 meldet das Institut eine spürbare Belebung des Geschäfts: Bauherren und Immobilienkäufer greifen wieder verstärkt zu, motiviert durch den signifikanten Zinsvorteil alter Bausparverträge gegenüber den aktuellen Marktkonditionen.
Nach Angaben der LBS legte das außerkollektive Kreditgeschäft (klassische Baufinanzierungen) im Vergleich zum Vorjahr um satte 30 Prozent auf 946 Millionen Euro zu. Auch die Zuteilung von Bauspardarlehen, also der Abruf der angesparten zinsgünstigen Kredite, stieg um 15 Prozent auf 822 Millionen Euro.
Der Haupttreiber dieser Entwicklung ist die Zinsdifferenz. Während sich die Marktzinsen für zehnjährige Hypotheken wieder der Marke von vier Prozent nähern, können Bausparer oft auf Darlehenskonditionen zurückgreifen, die nur etwa die Hälfte kosten.
LBS-Vorstandsvorsitzender Frank Demmer sieht darin die Bestätigung des Geschäftsmodells: „Das ist der erlebbare Kernnutzen des Bausparens: Vor sieben Jahren haben diese Kunden begonnen zu sparen, jetzt kommen sie zinsgünstig und vor allem sicher ins Eigenheim oder nutzen das Geld für Umschuldung und Modernisierung.“
Dass das Vertrauen in den Immobilienmarkt zurückkehrt, belegen auch die Vertriebszahlen der Maklersparte. Die Immobilientochter der LBS verzeichnete einen Rekordcourtageumsatz von über 205 Millionen Euro (+ 8,4 %).
Insgesamt vermittelten die LBS-Immobilienberater gemeinsam mit den Sparkassen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Berlin und Bremen 12.808 Objekte – ein Plus von 4 Prozent. Der Markt dreht sich also wieder, und die LBS profitiert von ihrer starken Verankerung in der Fläche.
Frank Demmer, der nun seit gut 100 Tagen an der Spitze des Instituts steht, nutzt die aktuellen Zahlen auch für einen gesellschaftspolitischen Appell. Angesichts der Debatten um das Rentenniveau positioniert er die eigene Immobilie als unverzichtbaren Baustein der Altersvorsorge.
„Wir müssen als Gesellschaft wieder stärker auf Eigenverantwortung setzen“, fordert Demmer. Seine Rechnung ist simpel: Selbst bei stabilen Renten werden die Mieten inflationsbedingt weiter steigen. „Der Staat kann diese zusätzlichen Belastungen nicht für alle ausgleichen. Das eigene Zuhause hingegen ist gelebte Vorsorge – ein verlässlicher Schutz vor Altersarmut.“ Die geplante Vereinfachung der „Wohn-Riester“-Förderung (Eigenheimrente) durch die Politik begrüßt das Institut daher ausdrücklich.
Trotz der guten Zahlen im Kreditgeschäft bleibt das Neugeschäft eine Herausforderung. Für 2025 erwartet die LBS eine Bausparsumme von 7,4 Milliarden Euro.
Die strategische Aufgabe sieht Demmer darin, jüngeren Menschen, die im Nullzinsumfeld sozialisiert wurden, die Notwendigkeit des frühen Ansparens wieder nahezubringen. „Nur wer sich frühzeitig schon mit kleinen Sparbeträgen auf den Weg macht, wird als Normalverdiener das Ziel der eigenen vier Wände erreichen können“, so der LBS-Chef. Der Fokus für die kommenden Jahre liegt damit klar auf der Überzeugungsarbeit bei der jungen Generation – Hand in Hand mit den Sparkassen.

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